Zwei Brüder aus Mannheim sollen in der Vorweihnachtszeit des vergangenen Jahres einen Anschlag geplant haben, mit dem sie laut Anklage nicht-muslimische Menschen treffen wollten. Am Montag hat unter hohen Sicherheitsvorkehrungen am Mannheimer Landgericht der Prozess gegen die beiden jungen Männer begonnen. Sie sind wegen des Vorwurfs der Verabredung zum Mord angeklagt. Vor Gericht muss sich außerdem ein junger Mann aus Hessen verantworten. Er soll die beiden unterstützt und ihnen eine Waffe besorgt haben. Zu Prozessbeginn schloss der Vorsitzende Richter für die gesamte Hauptverhandlung die Öffentlichkeit aus. Auch die Urteilsverkündung findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Ausschluss der Öffentlichkeit: Alter eines Angeklagten
Ausschlaggebend war für die Richter die Schutzwürdigkeit vor allem des jüngeren Bruders, der zum Tatzeitpunkt 14 Jahre alt gewesen sei. Durch eine öffentliche Verhandlung drohten Nachteile für seine persönliche, soziale und berufliche Zukunft. Auch die Anklage wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit verlesen. Der jüngere Bruder, heute 15 Jahre alt, wirkte beim Betreten des Gerichtssaals noch wirklich wie ein Kind – fast schon eingeschüchtert. Die beiden anderen Angeklagten traten deutlich gefasster auf.
Konkrete Vorbereitungen für Anschlag
Die beiden deutsch-libanesischen Brüder aus Mannheim sollen sich laut Staatsanwaltschaft radikalisiert haben, mit der Terrororganisation "Islamischer Staat" sympathisieren und sich durch das Ansehen von Gewalt- und Propagandavideos religiös-extremistischen Ideologien angenähert haben. Bei den Durchsuchungen der Wohnräume der beiden damals 14 und 20 Jahre alten Männer fanden die Einsatzkräfte unter anderem IS-Propagandamaterial. Laut Staatsanwaltschaft hatten sie konkrete Vorbereitungen für einen islamistischen Anschlag getroffen. Dafür wollten sie sich ein Sturmgewehr beschaffen, so die Staatsanwaltschaft.
Sturmgewehr samt Munition gefunden
Die Ermittler fanden das Sturmgewehr samt Munition bei einer Wohnungsdurchsuchung des dritten Angeklagten, einem damals 22-jährigen Deutsch-Türken aus Hessen. Er soll die Waffe für die Brüder besorgt haben. Dafür steht er nun wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vor Gericht.
Alle drei Männer waren Anfang Dezember des vergangenen Jahres in einer länderübergreifenden Kooperation von Spezialkräften in ihren jeweiligen Wohnungen festgenommen worden.