Die Tierrettung Rhein-Neckar ist am Samstagmorgen zu einem ungewöhnlichen Einsatz ausgerückt. Zuvor hatten Anwohnerinnen und Anwohner in Schwetzingen mehrere Tage einen Waschbär in einer Baumkrone gesichtet.
Schwetzingen: Nachbarschaft war in Sorge
Der Waschbär kletterte bereits Anfang der Woche auf den knapp 20 Meter hohen Baum in der Nähe des Schwetzinger Bahnhofs, erzählt Michael Sehr von der Tierrettung Rhein-Neckar. Bereits kurz danach hätten ihn die ersten Anwohner kontaktiert. Da Waschbären üblicherweise in Baumkronen ruhen und schlafen, sei er nicht sofort ausgerückt. Nachdem er sich aber für mehrere Tage nicht vom Fleck bewegte, sei Sehr von einer Notlage ausgegangen und am Samstagmorgen hingefahren.
Waschbär wurde mit Energieriegel angelockt
Tierretter Sehr kam am Samstagmorgen gemeinsam mit einer Baumpflegerin nach Schwetzingen. Mit einer Teleskopstange und einem Energieriegel habe man versucht, das Tier nach unten zu locken. Doch der junge Waschbär sei davon wenig angetan gewesen. Vermutlich wollte er einfach seine Ruhe, scherzt Sehr. Denn allein die Anwesenheit der Menschen haben den kleinen Waschbär am Ende in die Flucht getrieben. Er sei dann ganz entspannt wieder hinunter geklettert. Laut Sehr war der junge Waschbär unverletzt und verschwand auf allen Vieren in den Straßen Schwetzingens.
Tierrettung Rhein-Neckar: Waschbär-Rettung nicht alltäglich
Waschbären sind im Rhein-Neckar-Kreis keine Seltenheit, bestätigt Sehr von der Tierrettung Rhein-Neckar. Der ausgebildete Tiernotfallsanitäter ist seit mehr als 20 Jahren bei der Tierrettung und hat mehr als 2.500 Einsätze jährlich. Waschbär-Rettungen kämen eher selten vor. Den Wildtieren fehle es an natürlichen Lebensräumen, sie hätten sich daher in der Stadt gut eingelebt und seien selten auf Hilfe angewiesen. Außerdem halten sie Winterruhe und könnten mehrere Tage ohne Futter überleben.
Tiere in Not - Wann sollte man Hilfe rufen?
Anrufen schadet nicht, so Einsatzleiter Michael Sehr. Anlaufstellen gebe es in jeder Region. Auch die Polizei könnte man kontaktieren. Der erfahrene Tierretter rät aber generell dazu, bei Wildtieren keine eigenständigen Einfang-Maßnahmen einzuleiten. Waschbären beispielsweise seien schließlich Raubtiere, könnten beißen und Krankheiten übertragen. Im Zweifel sollte man Abstand halten und sich professionell beraten lassen.