Die Handlungen der Angeklagten bezeichnete der Richter als "hochgefährlich, hochorganisiert und kriminell". Die drei Angeklagten sind wegen Beihilfe zum gewerbsmäßigen Bandenbetrug in mehreren Fällen verurteilt worden. Einer der Männer muss drei Jahre und vier Monate in Haft, die Angeklagte zwei Jahre und vier Monate. Der dritte Angeklagte kommt mit einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten davon.
Sie haben nach Überzeugung des Gerichts Briefkastenfimen und Firmenkonten eröffnet, auf die Opfer von falschen Online-Handelsplattformen Geld eingezahlt haben. Das Trio hat Einzahlungen überwacht und ins Ausland überwiesen. Dabei soll bei den mehr als 800 Opfern ein Schaden von über 5,1 Millionen Euro entstanden sein. Dafür erhielten die jetzt Verurteilten Provisionen.
"Geringes Strafmaß" für die Angeklagten
Die Kammer begründete das "geringe Strafmaß" mit den frühen Geständnissen. Sie hätten die "Verantwortung für ihre Taten übernommen". Ihre Aussagen seien wahr und stünden im Einklang mit weiteren Aussagen.
Die Angeklagten seien aber nicht die "Hauptprofiteure" des Anlage-Betrugs gewesen seien. So sei der Kammer klar, dass sie nur Helfer der Plattformbetreiber gewesen. Die Hintermänner seien dem Gericht "noch unbekannt".
Vorgehen des Anlage-Betrugs im Internet
Die Taten zwischen 2018 und 2020 liefen immer nach dem gleichen Muster ab. Die Betreiber haben demnach online mit falschen Werbeanzeigen für angebliche Handelsplattformen geworben, unter anderem mit falsche Aussagen Prominenter aus Fernsehsendungen wie "Höhle der Löwen".
Die Opfer kontaktierten dann angebliche Kundenberater, die hohe Renditen versprachen. Auch sollen sie eine Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht vorgetäuscht haben.
Gefälschte Gewinne in Depots
Die Opfer sollten anfangs 250 Euro investieren, um einen Account bei einer der Online-Handelsplattformen anzulegen. Wenig später sahen die Opfer erste Gewinne in ihren Depots. Später wurden sie dazu aufgefordert, immer mehr Geld zu investieren. Die angeblichen Berater brachten ihre Opfer dazu, eine Software auf ihrem Laptop zu installieren mit der sie die Aktivitäten beobachten konnten.
Mehrere 100.000 Euro Schaden bei einigen Geschädigten
Auszahlungen gab es so gut wie nie, höchstens kleine Beträge. Den Betrügern gelang es auch, immer mehr Geld einzuwerben, indem sie den Anlegern vorspiegelten, sie müssten Verluste wettmachen. Bei einigen Geschädigten waren das mehrere 100.000 Euro Schaden, so das Gericht.