Verbrauch fast halbiert

Neue Wohnsiedlung in Mannheim-Feudenheim spart Frischwasser - und den Bewohnern Geld

Die Neubauten am Adolf-Damaschke-Ring sind ein Modellprojekt. Das "Grauwasser" der Bewohner wird wiederaufbereitet, ein künstlicher Teich in der Wohnanlage nimmt Regenwasser auf.

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Von Autor/in Leon Kaessmann

In die neue Wohnsiedlung in Mannheim-Feudenheim kehrt langsam Leben ein. Immer mehr Menschen beziehen die 114 Wohnungen in den drei Neubauten am Adolf-Damaschke-Ring. Das Besondere: Das Wasser, das hier zum Duschen oder Waschen verwendet wird, wird durch eine spezielle Anlage wiederaufbereitet. Sie sorgt dafür, dass das sogenannte Grauwasser zum Beispiel für die Toilettenspülung oder auch für Waschmaschinengänge erneut genutzt werden kann. Auf diese Weise sparen die Bewohner laut Angaben der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) 40 Prozent Frischwasser. Die DBU hat das Projekt finanziell gefördert.

Bewohner profitieren finanziell

Neben den ökologischen Vorteilen profitierten die Bewohner auch finanziell von der Wasseraufbereitung. Sie müssten keinen Abwasserbeitrag bezahlen, sagt Gregor Kiefer von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GBG dem SWR. Normalerweise fiele der für alle an. Sorgen wegen möglicher Verunreinigungen müsse man sich nicht machen. "Stattdessen erhalten sie eine hochwertige Außenanlage, das steigert den Freizeitwert", so Kiefer.

Künstlicher Teich nimmt Regenwasser auf

Das Grauwasser fließt in einen künstlich angelegten Teich zwischen den Neubauten. Er hat zwei Funktionen: Bei großer Hitze kühlt er die Luft im Quartier und außerdem dient er als Auffangbecken für Regenwasser, das auf diese Weise nicht in der Kanalisation landet. Mit dem Wasser werden auch noch die umliegenden Pflanzen versorgt. Schon jetzt ist der Teich wegen des starken Regens der vergangenen Tage gut gefüllt. "Er musste sich direkt bewähren", sagt Gregor Kiefer. Doch es scheint alles wie geplant zu funktionieren. "Ein solches Projekt ist einmalig in Deutschland", so Kiefer. Mannheim könne ein Vorbild für andere Städte sein.

Mannheim soll "Schwammstadt" werden

Diana Pretzell, Erste Bürgermeisterin von Mannheim, zeigt sich von der Wohnsiedlung begeistert: "Wir tun alles dafür, dass Mannheim eine Schwammstadt wird", sagt Pretzell bei einem ersten Besichtigungstermin. Der Begriff Schwammstadt beschreibt das Prinzip, Regenwasser vor Ort zu speichern und es zu nutzen oder verdunsten zu lassen. Das helfe auch beim Schutz vor Extremwetterereignissen, so Pretzell.

40 Prozent der Wohnungen sind sozial gefördert

Die GBG ist nicht nur stolz auf das Wassermanagement der neuen Siedlung. Auf den Dächern sind Photovoltaikanlagen installiert und die Bewohner könnten so vom sogenannten Mieterstrom-Modell profitieren. Das bedeutet: Sie beziehen Strom vom eigenen Dach. Zusätzlich sollen neu gepflanzte Bäume und Fassadenbegrünung vor Überhitzung und Trockenheit schützen. Auch sind die Wohnungen am Aubuckel nach Angaben der Wohnungsbaugesellschaft nicht teurer als vergleichbare Objekte. 50 der 114 Wohnungen sind sozial gefördert. Heißt: Die Mieten sind gedeckelt.

Klimaschutz und sozialer Wohnungsbau passen sehr wohl gut zusammen.

Sechs Jahre hat die Umsetzung des Projekts gedauert. Hilfe bekam die GBG für das sogenannte wassersensitive Modellprojekt von der TU Damstadt.

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Leon Kaessmann
Leon Kaessmann, Autor im SWR-Studio Mannheim-Ludwigshafen

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