In Baden-Württemberg verunglücken zwar immer weniger Motorradfahrer, doch die Folgen werden dramatischer. Auch in der diesjährigen Saison ging die Zahl der Unfälle ein weiteres Mal zurück - jedoch kamen mehr Menschen bei diesen Unfällen ums Leben. Nach Angaben des Innenministeriums starben zwischen März und Oktober 67 Männer und Frauen mit ihren Motorrädern, das sind 4 mehr als im Jahr zuvor. Zum Vergleich: In der Motorradsaison 2017 starben noch über 100 Menschen.
Laut Ministerium nahm die Polizei insgesamt 4.050 Motorradunfälle auf, das sind 3,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch die Zahl der Verletzten ging zurück: 3.311 Fälle bedeuten ein Minus von 2,5 Prozent. Schwer verletzt wurden 883 Menschen, ein Rückgang um rund 11 Prozent.
In vielen Fällen ist das Tempo schuld
Wie bereits in den Jahren zuvor waren die Motorradfahrer- und fahrerinnen auch in der abgelaufenen Saison laut Statistik für die meisten tödlichen Unfälle selbst verantwortlich - und zwar für fast zwei Drittel. Der häufigste Grund bleibt das zu hohe oder nicht angepasste Tempo - etwa in Kurven, auf nassen Straßen oder in unübersichtlichen Abschnitten. "Wir haben einiges erreicht, aber wir haben freilich noch Arbeit vor uns", sagte der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) zu den Zahlen. Es müsse immer wieder dafür sensibilisiert werden, wie gefährlich es sei, zu schnell unterwegs zu sein. Im Zweifel entscheide das Tempo über Leben und Tod, sagte Strobl.
Tausende Motorradfahrer kontrolliert
In der vergangenen Saison reagierte die Polizei mit zunehmenden Kontrollen. Laut Ministerium wurden bei rund 1.700 Einsätzen mehr als 16.300 Bikerinnen und Biker überprüft. Dabei stellten die Beamten mehr als 4.700 Verstöße fest: neben zu hoher Geschwindigkeit auch technische Manipulationen, etwa an Auspuffanlagen. Darüber hinaus suchte die Polizei nach Angaben des Ministeriums oft das Gespräch und gab Hinweise zum sicheren Fahren sowie Tipps zu guter Schutzkleidung.