Transport über den Ärmelkanal

Auch in BW: Polizeieinsatz gegen irakisch-kurdisches Schleusernetzwerk

Ein irakisch-kurdisches Netzwerk soll Flüchtlinge in unzulänglichen Schlauchbooten über den Ärmelkanal gebracht haben. Jetzt ist die Polizei den Schleusern auch in BW auf der Spur.

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In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen läuft seit den frühen Morgenstunden ein internationaler Polizeieinsatz gegen ein mutmaßliches irakisch-kurdisches Schleusernetzwerk. Die gesuchten Tatverdächtigen sollen Migrantinnen und Migranten aus dem Mittleren Osten und Ostafrika "in kleinen minderwertigen Schlauchbooten" von Frankreich nach Großbritannien geschleust haben, wie eine Sprecherin der Bundespolizei der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf sagte. Zuvor hatte die "Bild" berichtet.

Auch Polizeimaßnahmen gegen Schleusernetzwerk in BW

Die Ermittlungen werden der Sprecherin zufolge von Frankreich geleitet. Die Bundespolizei sei gebeten worden in NRW mehr als zehn europäische Haftbefehle zu vollstrecken - "soweit wir die Leute antreffen". Dabei gehe es sowohl um Drahtzieher als auch einfache Mitglieder des Netzwerks. Schwerpunkt der Aktion mit mehr als 500 Beamten der Bundespolizei allein in NRW sei hier das Ruhrgebiet. Darüber hinaus gebe es Polizeimaßnahmen in Baden-Württemberg.

Keine Angaben zu konkreten Einsatzorten

Der Großeinsatz wird demnach von den europäischen Behörden Europol und Eurojust koordiniert. In NRW sind nach Angaben der Bundespolizei in Sankt Augustin auch mehr als 20 französische Ermittler sowie drei Europol-Experten dabei. Zu konkreten Einsatzorten wollte die Bundespolizei keine Angaben machen. Nähere Angaben seien für Donnerstag geplant, sagte die Sprecherin.

Innenminister Strobl: Wir müssen unsere Grenzen besser schützen

BW-Innenminister Thomas Strobl (CDU) betonte, dass es Grenzkontrollen brauche, solange der Schutz der EU-Außengrenzen nicht gesichert sei. Die Zahlen zeigten, dass eine Intensivierung der Grenzkontrollen wirke. "So können wir die Zahl illegaler Einreisen rasch deutlich senken und Migration gezielt steuern und begrenzen - wobei die Grenzkontrollen freilich nicht alle Probleme lösen", sagte Strobl am Mittwoch. Die aktuellen Ermittlungen zeigten auch, dass es einen noch besseren Schutz der Binnengrenzen brauche. "Wir müssen diesen auch noch konsequenter mit entsprechenden Zurückweisungen bei illegaler Migration durchsetzen", so der Innenminister.

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Flüchtlinge riskieren bei Überfahrt ihr Leben

In großer Zahl überqueren Migranten seit Jahren von Nordfrankreich aus den Ärmelkanal, um Großbritannien zu erreichen. Schleuser pferchen die Menschen auf überfüllte Schlauchboote, die bei der Überfahrt häufig sinken. In diesem Jahr kamen dabei nach Polizeiangaben bereits 72 Migranten ums Leben, wie die Zeitung "Le Parisien" im vergangenen Monat berichtet hatte. Großbritannien versucht, die Migration über den Ärmelkanal seit Längerem auch mit französischer Hilfe einzudämmen, und zahlt dafür Millionensummen an Paris.

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SWR