Trübe Luft, ein gelber Himmel und unzählige kleine Partikel, die sich auf dem Auto verteilen: Wer an Saharastaub denkt, hat vermutlich diese Bilder im Kopf. Wolken und Regen - wenn es nicht gerade der für Saharastaub typische Blutregen ist - gehören hingegen weniger dazu.
Doch auch wenn er kaum wahrzunehmen ist, ist der Staub schon seit eineinhalb Tagen da, sagt ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD). "Er ist sogar relativ kräftig vorhanden." Doch wie entsteht das Phänomen eigentlich?
Höhenlagen befördern Saharastaub nach BW
"Zunächst einmal muss ein kräftiger Sturm über der Sahara sein, der den Sand in die höheren Bereiche befördert", sagt der Meteorologe. "Wenn dann die Höhenströmungen stimmen, kommt der Staub zu uns, meist über die iberische Halbinsel oder das Mittelmeer." Rund 60 Tage im Jahr ist der Saharastaub nach Messungen des DWD im Süden Deutschlands unterwegs. Aktuell sammelt er sich über Süditalien - und bei uns. Doch warum ist er dann nicht sichtbar?
Regen spült den Staub aus der Luft
"Das liegt daran, dass es schon seit Tagen regnerisch ist", sagt der Meteorologe. "Dadurch konnte sich der Staub in der Atmosphäre nicht als Partikel ansammeln." Der Regen wasche den Staub aus der Luft. Der gelbe Himmel entstehe jedoch nur, wenn sich genügend Partikel in der Luft befänden.
Bekommen wir den typischen gelben Himmel noch zu sehen?
Dass sich die Situation noch ändert, glaubt der Wetterexperte vom DWD nicht. Der Staub sei schon zu einem großen Teil aus der Luft gewaschen worden - und werde sich zweifellos weiter auswaschen.
Auch die Wettervorhersage macht den typischen gelben Himmel laut dem Meteorologen nicht wahrscheinlicher. "Wir haben momentan Regen über dem Rheintal und dem Süden", sagt er. "Dieses Regengebiet wird im weiteren Tagesverlauf und in der Nacht langsam von West nach Ost über uns hinwegschreiten. Dann haben wir wieder einen Niederschlag."
Staub verschwindet in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch
Ganz verschwinden wird der Staub laut DWD voraussichtlich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. Die Strömung drücke ihn in Richtung Österreich und Tschechien.