Nachdem eine Frau Ende Juli im Stuttgarter Einkaufszentrum Milaneo erst mit einem Messer angegriffen und danach angezündet worden ist, ist sie nun an ihren Verletzungen gestorben. Das teilten Staatsanwaltschaft Stuttgart und Polizei am Mittwochnachmittag mit. Unter Tatverdacht steht der Ehemann. Der 54-Jährige war am 23. Juli nach knapp zweistündiger Flucht in Stuttgart-Sillenbuch festgenommen worden.
Annäherungsverbot nach häuslicher Gewalt
Wie die Polizei bereits im Juli mitteilte, waren der mutmaßliche Täter und das Opfer verheiratet, sie lebten aber getrennt. Nach einem Fall von häuslicher Gewalt im Juni galt für den Mann ein gerichtlich verhängtes Kontakt- und Annäherungsverbot, so die Polizei. Demnach hatte der Mann das Verbot registriert und dagegen Widerspruch eingelegt. Es habe bis zu dem Angriff keine Anhaltspunkte gegeben, dass er gegen dieses Verbot verstoßen könnte.
Frau am Arbeitsplatz im Milaneo attackiert
Bei dem mutmaßlichen Femizid soll der 54-Jährige seine Ehefrau an ihrem Arbeitsplatz angegriffen haben. Dabei handelt es sich um ein Lebensmittelgeschäft im Untergeschoss des Milaneo. Er soll die 47-Jährige kurz nach Ladenöffnung mit dem Messer attackiert und dann angezündet haben.
Zeugen hätten die Frau mit einem Feuerlöscher gelöscht, so die Polizei. Seitdem hatte sie in einem Krankenhaus um ihr Leben gekämpft. Gegen den Mann wurde inzwischen Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen. Laut Polizei befindet er sich aufgrund einer richterlicher Anordnung in einer psychiatrischen Einrichtung.