Nach dem erneuten Brand in der früheren "Rubin-Mühle" in Gengenbach (Ortenaukreis) laufen die Ermittlungen weiter. Nach Angaben der Polizei kann Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden. Der Feuerwehreinsatz ist laut Deutscher Bahn (DB) hingegen beendet. Das bedeutet: Die Züge halten wieder regulär im Bahnhof Gengenbach.
Der Brand am Sonntagmorgen hatte einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Das Gebäude stand komplett in Flammen. Nun besteht Einsturzgefahr. Der Schaden: Mindestens eine Million Euro.
Schwarzwaldbahn fährt seit Dienstag wieder
Wegen des Brandes wurden die nahe vorbeiführende Strecke der Schwarzwaldbahn und der Bahnhof Gengenbach zeitweise gesperrt. Die Teilsperrung der Bahnstrecke wurde am Dienstagmorgen aufgehoben. Die Züge fuhren zwar dann wieder langsam durch den Bahnhof in Gengenbach, hielten dort allerdings nicht an. Seit Nachmittag ist nun auch die Sperrung des Bahnhofs aufgehoben, sodass die Züge wieder regulär halten können.
Bis der Bahnhof Gengenbach freigegeben war, sind Ersatzbusse gefahren. Reisende mussten zwischen Karlsruhe und Villingen (RE 2) mit Einschränkungen rechnen.
Brandursache noch unklar
Der Alarm kam gegen vier Uhr in der Nacht. Die Feuerwehren aus Gegenbach und dem Umland rückten mit rund 150 Kräften an - dazu waren auch Mitarbeiter von Rettungsdienst und Polizei im Einsatz. Unterstützt wurden die Rettungskräfte von einem Spezialfahrzeug der Berufsfeuerwehr Karlsruhe. Für die Anwohnerinnen und Anwohner habe keine Gefahr bestanden, sagte Felix Willmann, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Gengenbach. Im Lauf des Vormittags konnte der Brand gelöscht werden.
Die Brandursache ist bisher noch nicht bekannt. Der Kriminaldauerdienst des Polizeipräsidiums Offenburg hat die Ermittlungen aufgenommen. Verletzt wurde nach Angaben von Polizei und Feuerwehr niemand. Die Nachlösch- und Abbrucharbeiten dauerten lange. Grund dafür sei unter anderem, dass ein Teil des Gebäudes kontrolliert abgerissen werden müsse, sagte Kommandant Felix Willmann. Die Mauern drohten, auf die Gleise der Schwarzwaldbahn zu stürzen. Dafür war ein 120-Tonnen-Spezialbagger im Einsatz.
Das Gebäude war früher eine Malzfabrik, die vor etwa 40 Jahren stillgelegt wurde. In den 1980er Jahren hat die Rubin Mühle GmbH mit Sitz in Lahr das Gelände übernommen und als Getreidelager genutzt. Vor über zehn Jahren habe die Rubin Mühle GmbH das Gelände verkauft, heißt es von Rubin.
Schaden bei rund 500.000 Euro Jugendliche legen Feuer in leer stehender Mühle: Großaufgebot der Feuerwehr stundenlang im Einsatz
In Gengenbach hat am Sonntag der Brand der leer stehenden sogenannten "Rubin-Mühle" für Aufsehen gesorgt. Inzwischen steht fest: Zwei Jugendliche und ein Kind haben das Feuer gelegt.
Jugendliche zündeten vergangenen Sonntag ein Sofa an
Erst eine Woche zuvor, ebenfalls am Sonntag, hatte ein Wohnhaus neben der früheren Malzfabrik gebrannt. Zwei Jugendliche und ein Kind hatten wohl ein Möbelstück angezündet und die Kontrolle über das Feuer verloren. Sie meldeten sich später bei der Polizei in Offenburg. An dem Haus, das vollständig zerstört wurde und das teilweise einstürzte, entstand ein Sachschaden von rund 500.000 Euro.
Beim zweiten Brand wurden nun weite Teile des gesamten ehemaligen Fabrik-Areals in Gengenbach zerstört. "Es war aufgrund der Gebäudehöhe mit bis zu sechs Stockwerken sehr schwierig", so Felix Willmann über die Löscharbeiten. Fünf Hubrettungsgeräte waren im Einsatz. Dass die frühere Fabrik so schnell im Vollbrand stand, könne auch mit den Holzkonstruktionen im Innern des historischen Gebäudes zutun haben, mutmaßte der Gengenbacher Feuerwehrkommandant.