Als Weihnachtsmänner verkleidet verteilten die Demonstrierenden am Samstag Plätzchen und Sticker mit dem Slogan "Das ist die Höhe". Ihr Protest richtet sich gegen ein Neubaugebiet mit rund 300 Wohnungen auf der sogenannten Zähringer Höhe. Laut der Protest-Initiative einer der biodiversitätsreichsten Naturräume auf Freiburger Gemarkung. Bestehend aus artenreichen Streuobstwiesen, die Lebensraum selten gewordener und vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten seien.
Wir wollen der Freiburger Bevölkerung nahe bringen, welch wertvoller Naherholungsraum verloren geht, wenn dort 300 Wohnungen gebaut würden.
Zähringer Höhe: wertvoller Naturraum
Im Gebiet der Zähringer Höhe leben laut der Initiative unter anderem die vom Aussterben bedrohten Vogelarten Wendehals und Kleinspecht. Noch dramatischer wäre das Insektensterben: Apfelbaum-Prachtkäfer und Körner-Bock hätten im Bereich des geplanten Baugebiets ihre einzigen Vorkommen im Südwesten Deutschlands, so die Initiative.
Zu viele Luxushäuser zu wenig geförderter Wohnraum geplant?
Im Bauplan seien aufgrund der hohen Erschließungskosten des Baugebiets fast ausschließlich Wohnungen und Häuser im oberen Preissegment vorgesehen, so die Kritik des Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) und der Anwohner. Der Anteil geförderten Wohnraums auf dem rund fünf Hektar großen Baugebiet würde lediglich 20 Prozent betragen.
Neben teils fünfstöckigen Wohnhäusern würden sogar die, wegen ihres hohen Platz- und Energieverbrauchs, besonders problematisch eingestuften Einfamilienhäuser gebaut werden. Die Planung stehe damit im Widerspruch zu dem Gemeinderatsbeschluss, wonach in Neubaugebieten grundsätzlich 50 Prozent geförderter Wohnraum entstehen soll, so die Kritik der Naturschützer.
Anwohner kündigen weiteren Widerstand gegen Neubauprojekt an
Die Kritiker des Bauvorhabens der Stadt Freiburg kündigten bei ihrer Protestaktion am Samstag an, weiter gegen das Projekt auf der Zähriger Höhe demonstrieren zu wollen. Man werde für den Erhalt dieser besonderen Streuobstwiesen kämpfen und mit weiteren Protestaktionen die Freiburger Bevölkerung darauf aufmerksam machen, so Mascha Klein, Vorstandsmitglied beim BUND-Ortsverband Freiburg.
Grundsätzlich geben wir die Höffnung nicht auf, dieses Neubauprojekt verhindern zu können, solange noch nicht die Bagger da sind.
Dafür haben sich die protestierenden Anwohner mit dem Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg, dem BUND und dem Verkehrsclub Deutschland prominente Mitstreiter an die Seite geholt.