Mitten im Blütenmeer statt im nüchternen Trausaal: Auf der Landesgartenschau in Ellwangen können sich Paare in diesem Sommer das Ja-Wort geben. Das erste Paar im "grünen Trauzimmer" waren Alicia und Matthias Aißlinger.
Erstes Ja-Wort auf der Landesgartenschau
Als der Brautvater seine Tochter Alicia an ihren Bräutigam übergibt, wird es feierlich - und sehr emotional. Diesen Moment beschreiben die beiden später als fast unwirklich. Alicia und Matthias Aißlinger haben standesamtlich geheiratet - und zwar auf der Landesgartenschau in Ellwangen. Zum ersten Mal wurde dafür ein Schaugarten in ein "grünes Trauzimmer" verwandelt.
Zwischen frisch gepflanzten Blumen, grünen Rasenflächen, Bäumen und Büschen steht der Tisch für den Standesbeamten. Bänke und Stühle sind da und ein leuchtend orangefarbenes Segel schützt vor der Sonne. Das Brautpaar und die Gäste kommen einen geschwungenen Pfad an einem kleinen Teich entlang ins "grüne Trauzimmer".
Rathaus und LGS arbeiten für die Trauungen eng zusammen
Das Rathaus arbeitet für das Angebot an Brautpaare eng mit dem Team der Landesgartenschau zusammen, erzählt der Standesbeamte Jürgen Schäfer. "Das Equipment wurde am Morgen aufgestellt. Wir haben dann noch eine Deko vorgenommen. Einfach, dass es richtig festlich aussieht.“ Und beim ersten Mal darf auch das Stadtoberhaupt nicht fehlen: Oberbürgermeister Michael Dambacher (CDU) wirkt an diesem Tag bei der Trauung mit.
Jedes Brautpaar kriegt von uns ein Hufeisen. Das ist ein Glücksbringer.
Eine besondere Erinnerung gibt es von der Stadt auch, erzählt der Standesbeamte. "Jedes Brautpaar kriegt von uns ein Hufeisen. Das ist ein Glücksbringer. Wir sind eine Pferdestadt. Und das soll einfach an den schönen Tag der standesamtlichen Trauung erinnern."
All die Formalien und Planungen sind beim Ja-Wort natürlich vergessen. "Man war so in seiner eigenen Welt", erzählt Alicia Aißlinger. "Ich hab da irgendwie so abgeschaltet", ergänzt Matthias. "Man war in seiner Welt und hat die Musik einfach wirken lassen." Danach sei ihm "eine Last von den Schultern gefallen. Vorher noch richtig aufgeregt gewesen, jetzt ist alles entspannt."
Gäste schwärmen vom Heiraten in der Natur
Im "grünen Trauzimmer" haben neben dem Brautpaar und den Trauzeugen etwa zehn Gäste einen Sitzplatz, weitere rund zehn Gäste können stehend dabei sein. Das Ambiente wird auch den Gästen des frisch getrauten Paares in Erinnerung bleiben. Cousine Laurinda zum Beispiel ist begeistert: "Wunderschön mitten in der Natur." Cousine Viola spricht von einem "Gänsehautmoment hier im Grünen".
Brautmutter Carmen Gruner erzählt, sie hätten ihre Tochter zur Hochzeit auf der Gartenschau ermuntert: "Wir haben unsere Tochter dann überredet, weil wir dachten, das ist mal was anderes und nicht nur so ein langweiliges Rathaus. Das war so unsere Idee."
Das Konzept kommt an: Inzwischen haben sich bereits acht weitere Paare für eine standesamtliche Trauung auf dem Gartenschaugelände angemeldet. Es fallen Zusatzgebühren von 100 Euro an, zuzüglich zu den üblichen Gebühren des Standesamts. Dafür haben das Brautpaar und acht Gäste freien Eintritt zur Landesgartenschau, alle weiteren müssen ein Tagesticket kaufen, Dauerkartenbesitzer natürlich ausgenommen.
Für Alicia und Matthias Aißlinger startet nach Umtrunk und Fotoshooting die eigentliche Feier - ein langer Tag, der für sie mit einem besonderen ersten Schritt ins gemeinsame Leben im Grünen begonnen hat.