Antholz ist Biathlon-Experten ein Begriff. Der kleine Ort in Südtirol gehört zu den Klassikern der Szene. Seit Jahrzehnten finden dort Weltcup-Rennen und Weltmeisterschaften statt. Wenn an diesem Freitag die Olympischen Spiele beginnen, wird Antholz auch olympisch. Dass sich das ganz anders anfühlt, als bei einem Weltcuprennen, erzählt Julia Tannheimer aus Ulm. Im SWR-Interview schildert die Biathletin ihre Vorfreude auf ihre ersten Olympischen Spiele.
Ebenfalls im deutschen Team: Die in Ulm geborene Eisschnellläuferin Anna Ostlender. Sie hat ihre Olympia-Premiere über 1.000 Meter bereits hinter sich.
Biathlon: Wie oft Tannheimer bei Olympia startet, ist völlig offen
"Es gibt ganz viele Sicherheitskontrollen, bis wir ins Stadion dürfen. Die Waffen dürfen auch nicht im eigenen Hotelzimmer aufbewahrt werden", erzählt die 20-Jährige Julia Tannheimer. Antholz fühle sich bei Olympia ganz anders an, als bei einem Weltcup. Anders als im Weltcup weiß Tannheimer auch noch gar nicht, wie oft sie an den Start gehen darf. "Ich wünsche mir möglichst viele Starts", sagt sie.
Ich hoffe, dass ich alles zu den wichtigsten Rennen der Saison auf den Punkt bekomme und mit guten Rennen dann nach Hause fahre
Julia Tannheimer: Die größten Chancen bei Olympia in der Staffel
Mit der Teilnahme an den Olympischen Spielen ist für die 20-Jährige ohnehin schon ein Traum in Erfüllung gegangen. Ein Start wäre das Sahnehäubchen, eine Medaille die Kirsche oben drauf. "Ich hoffe, dass ich alles zu den wichtigsten Rennen der Saison auf den Punkt bekomme und mit guten Rennen dann nach Hause fahre", so die 20-Jährige. In der Staffel sei die Chance auf eine Medaille am größten - "weil es dort deutlich weniger Konkurrenten sind".
Olympische Spiele üben nicht nur eine Faszination auf Sportlerinnen und Sportler aus. Auch viele Passanten aus Ulm freuen sich auf Olympia:
Julia Tannheimer: Das Biathlon-Küken im Olympia-Team
Julia Tannheimer ist mit 20 Jahren das Küken im Biathlon-Team des Deutschen Skiverbandes. Nach Küken klingt das allerdings gar nicht mehr. Richtige Vorbilder im Biathlon habe sie nicht mehr. "Wenn man die alle persönlich kennt, ist es fast komisch, wenn jemand noch das Vorbild ist.", sagt Tannheimer. Früher sei das anders gewesen. Biathletinnen wie Darya Domracheva oder Tiril Eckhoff habe sie als Jugendliche toll gefunden. Beide haben in ihren Karrieren auch olympische Medaillen gewonnen.
Olympia: Die Familie kommt zum Anfeuern
Wenn es unter den Olympischen Ringen in den nächsten zwei Wochen darum geht, kleine schwarze Scheiben zu treffen und schnell zu laufen, erhält Julia Tannheimer auch Unterstützung aus Ulm. Mama und Papa Tannheimer planen einen Kurztrip nach Südtirol, sollte Julia dort starten dürfen.
Es sei schön, Menschen vor Ort zu haben, die einem wichtig sind, erzählt die 20-Jährige. Allerdings wolle sie während der Rennen nicht umherschauen, um diese im Publikum zu suchen, sagt Tannheimer und lacht. Es sei bei Biathlon-Wettbewerben so laut, dass man nicht wahrnehme, wer da anfeuert.
Ich habe Bock auf ein paar gute Rennen
Für Julia Tannheimer ist es nach eigenen Angaben ziemlich schwierig, Ergebnisse im Biathlon vorherzusagen. Manchmal laufe die Vorbereitung auf einen Wettkampf gut, und der Wettkampf dann schlecht. Manchmal sei es umgekehrt. Das mache für sie auch die Faszination des Biathlonsports aus. "Ich habe Bock auf ein paar gute Rennen", sagt Julia Tannheimer und freut sich riesig auf ihre ersten Olympischen Spiele.
Auch Anna Ostlender aus Ulm erstmals bei Olympia
Olympia-Premiere auch für die in Ulm geborene Anna Ostlender: Die Eisschnellläuferin hatte ihren Auftritt am Montagnachmittag über 1.000 Meter. Im Speed Skating Stadion in Mailand belegte sie Platz 21. Sie lag viereinhalb Sekunden hinter der Siegerin Jutta Leerdam aus den Niederlanden.
Ostlender wuchs in Ulm auf, ehe sie mit zehn Jahren nach Erfurt zog, um dort eine Sportschule zu besuchen. Auf Instagram schrieb sie nach ihrer Nominierung für die Olympischen Spiele: Als sie klein war, habe alles mit dem Inline-Skating angefangen "just for fun". Es habe sich damals so weit weg angefühlt - mit den Olympischen Spielen. Jetzt sei ein Traum für sie in Erfüllung gegangen. Und "das ist erst der Anfang", so Anna Ostlender.
Biathlon ist natürlich nur eine von vielen Disziplinen bei den Olympischen Winterspielen. Die Kinder im Ulmer Sportkindergarten der TSG Söflingen haben für uns versucht, die verschiedenen Disziplinen nachzuspielen und sie erklärt: