Ein schwerer Zwischenfall auf der Remsbahn bei Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) sorgt nach wie vor für erhebliche Behinderungen im Bahnverkehr. Am Freitagmorgen gegen 7:20 Uhr war eine Oberleitung auf einen Intercity gestürzt, der von Nürnberg nach Stuttgart unterwegs und mit rund 50 Fahrgästen besetzt war. Die Reparaturarbeiten an der Strecke dauern auch am Samstagmorgen noch an.
Aktuell ist einem Bahnsprecher zufolge die Strecke zumindest auf einem Gleis befahrbar. Züge verkehrten in abwechselnden Richtungen darauf. Weil dies die Kapazität einschränkt und somit dennoch manche Züge ausfallen, fahren im Regionalverkehr zwischen Aalen und Lorch weiter Ersatzbusse. Der Fernverkehr von Stuttgart nach Nürnberg wird über Schwäbisch Hall umgeleitet. Laut Bahn wird dies vermutlich bis zum Samstagnachmittag so bleiben.
Zug mit 50 Fahrgästen evakuiert - Oberleitung "erheblich beschädigt"
Nach dem Vorfall ermittelte die Bundespolizei zunächst in alle Richtungen: Unfall, technischer Defekt oder Sabotage. Am frühen Freitagnachmittag sagte ein Sprecher der Bundespolizei dem SWR, dass Sabotage als Ursache ausgeschlossen werden könne.
In dem Zug saßen rund 50 Reisende, verletzt wurde niemand. Da die beschädigte Oberleitung auf dem Zug lag, mussten die Insassen zunächst im Inneren des Zuges ausharren. Die Fahrgäste saßen rund zwei Stunden fest. Nachdem die Leitung geerdet und gesichert worden war, konnten die Passagiere, von den Einsatzkräften begleitet, den liegengebliebenen Zug verlassen und wurden laut Bundespolizei mit Bussen nach Stuttgart gebracht.
Den Ermittlungen zufolge ragten Äste in die Oberleitung. Als der Zug dort vorbeifuhr, berührte die Oberleitung offenbar hereinragende Äste. Das habe einen Stromüberschlag verursacht. Daraufhin sei die Oberleitung gerissen. Oberleitung und Zug seien "erheblich beschädigt" worden.
Zug abgeschleppt
Die Unfallaufnahme durch die Polizei wurde am frühen Nachmittag beendet und die Zugstrecke wieder der Deutschen Bahn übergeben, die für die Reparatur verantwortlich ist. Der betroffene Zug sei mit einer Ersatzlok in den Hauptbahnhof Stuttgart abgeschleppt worden, sagte Samuel Rosenberger von der Bundespolizeiinspektion Stuttgart.
Für Bahnreisende bedeutet die teilweise Streckensperrung erhebliche Einschränkungen, denn die Remsbahn ist eine der wichtigsten Verkehrsadern in Baden-Württemberg. Sie verbindet unter anderem die Regionen zwischen Aalen und Stuttgart und wird täglich von zahlreichen Pendlerinnen und Pendlern genutzt.