Bundespolizei schließt Sabotage aus

Zug reißt Oberleitung herunter: Bahnstrecke zwischen Aalen und Stuttgart auch an Tag zwei nur eingleisig befahrbar

Ein Intercity hat am Freitagmorgen bei Schwäbisch Gmünd eine Oberleitung heruntergerissen. Die Auswirkungen sind auch den ganzen Samstag über noch spürbar gewesen.

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Von Autor/in Anja Müller , Jannik Volz, Ole Hilgert

Ein schwerer Zwischenfall auf der Remsbahn bei Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) hat bis Samstagabend Behinderungen im Bahnverkehr verursacht. Am Freitagmorgen gegen 7:20 Uhr war eine Oberleitung auf einen Intercity gestürzt, der von Nürnberg nach Stuttgart unterwegs und mit rund 50 Fahrgästen besetzt war. Die Reparaturarbeiten an der Strecke dauerten auch den ganzen Samstag über noch an. Erst am Samstagabend wurde die Strecke wieder frei gegeben.

Auch an Tag zwei dauerten Reparaturarbeiten an

Während der Reparaturarbeiten war einem Bahnsprecher zufolge die Strecke ams Samstag auf einem Gleis befahrbar. Züge verkehrten in abwechselnden Richtungen darauf. Weil dies die Kapazität einschränkte und somit dennoch manche Züge ausfielen, fuhren im Regionalverkehr zwischen Aalen und Lorch auch am Samstag weiter Ersatzbusse. Der Fernverkehr von Nürnberg und Crailsheim nach Stuttgart wurde über Schwäbisch Hall umgeleitet.

Zug mit 50 Fahrgästen evakuiert - Oberleitung "erheblich beschädigt"

Nach dem Vorfall ermittelte die Bundespolizei zunächst in alle Richtungen: Unfall, technischer Defekt oder Sabotage. Am frühen Freitagnachmittag sagte ein Sprecher der Bundespolizei dem SWR, dass Sabotage als Ursache ausgeschlossen werden könne.

In dem Zug saßen rund 50 Reisende, verletzt wurde niemand. Da die beschädigte Oberleitung auf dem Zug lag, mussten die Insassen zunächst im Inneren des Zuges ausharren. Die Fahrgäste saßen rund zwei Stunden fest. Nachdem die Leitung geerdet und gesichert worden war, konnten die Passagiere, von den Einsatzkräften begleitet, den liegengebliebenen Zug verlassen und wurden laut Bundespolizei mit Bussen nach Stuttgart gebracht.

Den Ermittlungen zufolge ragten Äste in die Oberleitung. Als der Zug dort vorbeifuhr, berührte die Oberleitung offenbar hereinragende Äste. Das habe einen Stromüberschlag verursacht. Daraufhin sei die Oberleitung gerissen. Oberleitung und Zug seien "erheblich beschädigt" worden.

Beamte an dem liegengebliebenen Intercity suchen nach der Ursache für den Zwischenfall.
Beamte an dem liegengebliebenen Intercity suchen nach der Ursache für den Zwischenfall. picture alliance/dpa | Jason Tschepljakow

Zug abgeschleppt

Die Unfallaufnahme durch die Polizei wurde am frühen Freitagnachmittag beendet und die Zugstrecke wieder der Deutschen Bahn übergeben, die für die Reparatur verantwortlich ist. Der betroffene Zug sei mit einer Ersatzlok in den Hauptbahnhof Stuttgart abgeschleppt worden, sagte Samuel Rosenberger von der Bundespolizeiinspektion Stuttgart.

Für Bahnreisende bedeutet die teilweise Streckensperrung erhebliche Einschränkungen, denn die Remsbahn ist eine der wichtigsten Verkehrsadern in Baden-Württemberg. Sie verbindet unter anderem die Regionen zwischen Aalen und Stuttgart und wird täglich von zahlreichen Pendlerinnen und Pendlern genutzt.

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Anja Müller
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Jannik Volz
SWR-Aktuell Redakteur Jannik Volz
Ole Hilgert

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