Die Pfingstferien fangen an und Deutschland ist und bleibt eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. Hinter Bayern ist Baden-Württemberg bei Urlaubern das populärste Bundesland. Zu Besuch auf dem Campingplatz in Westerheim (Alb-Donau-Kreis).
Campingplätze in der Region ausgebucht
Beim "Alb-Camping" ist für das Pfingstwochenende kein einziger Platz mehr frei. Das herrliche Wetter hier will auch die zehnköpfige Familie Böckeler aus Vöhringen (Kreis Neu-Ulm) genießen. Sabine Böckeler hat ihre Mutter, Kinder und Enkelkinder mitgebracht. "Es gibt hier sehr viel: ein Schwimmbad, man kann wandern, Fahrrad fahren, die Leute sind sehr nett, man kann gut essen."
Auch die kurze Anfahrt spiele eine Rolle, besonders wegen der älteren Mutter und der kleinen Enkelkinder, so Sabine Böckeler. Hier, mitten im Biosphärengebiet Schwäbische Alb, liegt einer der größten Campingplätze der Region. Auf dem Gelände gibt es rund 1.000 Stellplätze. Davon sind mehr als 900 für Dauercamper.
Auch internationale Gäste aus den Niederlanden, Irland oder Skandinavien sind hier natürlich zu Besuch. Fast alle Nummernschilder auf dem weitläufigen Campingplatz tragen aber das Wappen Baden-Württembergs oder Bayerns. Offenbar entscheiden sich viele Menschen für einen Urlaub in der eigenen Heimat. "Wir haben im Moment Baden-Württemberg und Bayern sehr viel vertreten auf dem Campingplatz, gerade zum Anfang der Pfingstferien," bestätigt Matthias Bergstaedt, Mitarbeiter beim Alb-Camping Westerheim.
Tourismusverband: Finanzielle Unsicherheit führt zu Zurückhaltung
Nach einer aktuellen Befragung des Bundesverbandes der Tourismuswirtschaft (BTW) ist die Reiselust der Deutschen ungebrochen. Doch rund 40 Prozent planen im Jahr 2026, beim Reisen zu sparen. Die persönliche wirtschaftliche Unsicherheit ist dabei der wichtigste Hemmfaktor. Ein neuer Trend hin zu mehr Urlaub in der Heimatregion allerdings lässt sich statistisch nicht belegen.
"Baden-Württemberger sind die wichtigste Zielgruppe für den Tourismus in Baden-Württemberg - das ist aber keine neue Entwicklung", sagt Martin Knauer, Sprecher der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg. Aktuell spüre man insgesamt eine gewisse Zurückhaltung bei den Buchungen, vor allem wegen finanzieller Unsicherheit. Auch würden Unterkünfte und Reisen kurzfristiger gebucht als früher.
Veränderungen durch Krisen und Inflation spüren auch die Reisebüros. Zwar sei das Fernweh bei vielen Kunden nach wie vor groß, berichtet Sabrina Jaschek vom TUI Travel Star-Reisebüro Ulm. Doch viele Urlauber seien verunsichert. "Wir kriegen viele Fragen, ob die steigenden Treibstoffpreise zu Nachzahlungen führen könnten." Bisher habe es bei ihren Kunden aber noch keinen solchen Fall gegeben.
Auf dem "Alb-Camping" in Westerheim fängt jetzt die Ferienentspannung an. Auch die junge Familie Küver kommt aus der Region - aus dem Remstal. Camping biete sich an, denn die zwei Söhne zelten gerne, erzählt Matthias Küver. "Man muss nicht so weit fahren. Mit kleinen Kindern ist das sehr von Vorteil, und hier auf der Alb find' ich's sehr schön."