Nach der großen Hitze

Starkregen und Hagel: Unwetter in Baden-Württemberg gehen weiter

Am Mittwoch hat es in Teilen des Landes Unwetter gegeben. Für Donnerstag warnt der DWD ab dem Nachmittag vor Gewittern mit Starkregen und Hagel. Das Ende der Woche wird stürmisch.

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Stand

Auf die Hitze folgen in Baden-Württemberg Schauer und Gewitter. Am Mittwoch haben schwere Unwetter ihre Spuren hinterlassen, in der Nacht zum Donnerstag ist es ruhiger geblieben. Am Donnerstag kann es laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) erneut zu Gewittern kommen. Ab dem Nachmittag kann es gebietsweise heftigen Starkregen geben, ebenso Hagel mit drei Zentimeter großen Körnern. Schwere Sturmböen mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde sind möglich.

Umgekippte Tische und Stühle in Friedrichshafen

In Friedrichshafen hat am Mittwochnachmittag ein Unwetter Tische und Stühle weggefegt, große Sonnenschirme sind umgekippt. Auf dem Festplatz, wo gerade die Vorbereitungen für das Seehasenfest laufen, sind Bauzäune umgefallen. Wie die Polizei dem SWR sagte, sind mehrere Bäume im Raum Friedrichshafen umgestürzt. Daraufhin mussten Straßen teilweise gesperrt werden. Ein Baum fiel auf ein Wohnmobil auf einem Campingplatz in Kressbronn (Bodenseekreis). In keinem der Fälle wurden Menschen verletzt, so die Polizei.

Umgestürzte Tische und Stühle liegen in Friedrichshafen auf der Straße.
Nach einem heftigen Unwetter liegen in Friedrichshafen umgestürzte Bäume und Tische auf der Straße. SWR /Friederike Fiehler

Kurzes, aber heftiges Unwetter in Tuttlingen

Auch über Tuttlingen ist ein Unwetter gezogen. Dort kamen Starkregen und Graupel runter. Das dauerte nach Angaben eines Sprechers der Freiwilligen Feuerwehr zwar nur fünf Minuten, sorgte aber für hochgespülte Gullideckel und überflutete Straßen. Die Feuerwehr musste zu mehreren kleineren Einsätzen ausrücken.

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Regionale Warnungen

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) informiert laufend über die Warnsituation in Deutschland. In der Wochenvorhersage und dem Warnlagebericht für die nächsten 24 Stunden wird dargestellt, in welchen Regionen mit besonderen Ereignissen zu rechnen ist.

Die Landkreiswarnungen werden sehr kurzfristig vor den Warnereignissen herausgegeben, um möglichst genau sein zu können.
Wenn Sie auf einen Landkreis auf der Karte klicken, wird Ihnen die entsprechende Warnung angezeigt.

Heftige Unwetter auch in Oberschwaben

Im Kreis Ravensburg hielten schwere Gewitter Polizei und Feuerwehr ebenfalls auf Trab. Eine 43-jährige Frau wurde nach Polizeiangaben leicht verletzt. In Aitrach schlug ein Blitz ein, mehrere Stromkästen verschmorten. Teils wurden laut Polizei Stichflammen aus Steckdosen in den Häusern gemeldet. Die 43-Jährige hielt zu diesem Zeitpunkt ihr Smartphone, das zum Laden an der Steckdose angeschlossen war, in der Hand. Sie erhielt demnach einen Stromschlag und ging selbstständig in ein Krankenhaus. 

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Mehrere Unfälle wegen Aquaplaning und Starkregen auf A81

Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, ist es am Mittwochnachmittag auf der A81 zu mehreren Unfällen gekommen.

So ist ein 43-jähriger Mann kurz nach dem Rastplatz Engen aufgrund des starken Regens und einer zu hohen Geschwindigkeit ins Schleudern geraten. Er prallte gegen die Mittelschutzleitplanke und kam auf dem mittleren und rechten Fahrstreifen zum Stehen.
Im Rückstau aufgrund des Unfalls kam es laut Polizei zu einem Folgeunfall. Ein 54-jähriger Fahrer nickte nach eigenen Angaben kurz ein und fuhr auf den Mercedes vor ihm auf.

Ein 40-jähriger BMW-Fahrer hat am Mittwochnachmittag zwischen Engen und Hegau auf der nassen Straße ebenfalls die Kontrolle über seinen Wagen verloren und ist gegen die Mittelleitplanke geprallt. Der Fahrer wurde dabei leicht verletzt und kam ins Krankenhaus.

Auch ein 35-jähriger Skoda-Fahrer hat auf der A81 vermutlich wegen Aquaplanings zwischen Oberndorf am Neckar und Sulz am Neckar die Kontrolle über seinen Wagen verloren und kam rechts von der Autobahn ab.

Eine Frau, die ebenfalls auf der A81 zwischen dem Autobahnkreuz Hegau und Singen (Kreis Konstanz) unterwegs war, ist aufgrund des plötzlich einsetzenden Starkregens in Schleudern geraten. Ihr Wagen überschlug sich mehrfach, die 44-Jährige blieb aber unverletzt.

Hagel im Kreis Reutlingen sorgte für überschwemmte Straßen

In Reutlingen und Umgebung hatte es bereits am Mittwochmorgen ein heftiges Unwetter gegeben. Laut Polizei hatte es innerhalb von zehn Minuten so stark gehagelt, dass einige Straßen überschwemmt wurden. Vor allem in Senken kam es zu Überflutungen, die den Verkehr zum Erliegen brachten, teilte die Feuerwehr mit. Nach Einschätzung des DWD prasselten Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern vom Himmel. 

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In Reutlingen ist zudem der Strom ausgefallen - offenbar aufgrund eines Blitzeinschlags. Rund 6.000 Haushalte waren für etwas mehr als eine Stunde ohne Strom. Rund 30 Meldungen zu dem Gewitter seien über den Notruf am Mittwochmorgen eingegangen, einige davon von automatisierten Alarmanlagen, so die Reutlinger Polizei.

Am späten Nachmittag und Abend musste die Feuerwehr in Reutlingen wegen eines Gewitters mit Starkregen weitere 17 Mal ausrücken. So heftig wie am Mittwochmorgen war das Unwetter aber nicht: Bei den Einsätzen handelte es sich hauptsächlich um voll gelaufene Keller und überflutete Straßen, so die Polizei. Betroffen war vor allem die Innenstadt. Die Pegel der Flüsse Echaz und Neckar seien trotz des Starkregens weitgehend konstant geblieben, so die Stadt.

In den Kreisen Freudenstadt und Calw ist die Feuerwehr am Mittwochabend wegen kleinerer Unwetterschäden ebenfalls ausgerückt. Keller waren mit Wasser vollgelaufen und es lagen Äste auf der Fahrbahn. Verletzte gab es nicht, so die Polizei.

Hagel auch im Kreis Biberach

Auch der nördliche Teil des Kreises Biberach zwischen Schemmerhofen und Laupheim wurde am Mittwochmorgen von Unwetter und Hagel getroffen. Im Schemmerhofener Ortsteil Schemmerberg hatten Hagelkörner die Ortsdurchfahrt versperrt. Deshalb war diese gegen 7 Uhr für 15 Minuten nicht befahrbar, bis die Feuerwehr sie freigeräumt hatte. Landwirte unterstützten sie mit ihren Traktorschaufeln, sagte ein Feuerwehrsprecher. Gebäudeschäden oder andere größere Schäden seien in Schemmerhofen aber nicht entstanden, so der Sprecher.

Weiße Straßen in Schemmerberg: Ein Feuerwehrmann ist im Einsatz, um Hagelkörner von der Straße zu beseitigen.
In Schemmerberg, einem Ortsteil von Schemmerhofen (Kreis Biberach), hat es Mittwochfrüh stark gehagelt. Polizeipräsidium Ulm

Auch Bäume stürzten um. Ein Autofahrer kam auf der B30 von der nassen Fahrbahn ab, landete mit seinem Wagen im Graben und verletzte sich schwer. Zudem musste ein Teilstück der B30 kurzzeitig gesperrt und von herabgefallenen Ästen befreit werden.

Dachstuhl in Lichtenstein fängt nach Blitzeinschlag Feuer

In Lichtenstein (Landkreis Reutlingen) ist im Dachstuhl eines Gebäudes ein Feuer ausgebrochen, nachdem dort ein Blitz eingeschlagen ist. Wie die Feuerwehr mitteilte, hatte ein Augenzeuge nach einem Blitzeinschlag eine Rauchentwicklung bei dem Haus im Ortsteil Unterhausen bemerkt. Die Feuerwehr sei schnell vor Ort gewesen und habe den Brand zügig löschen können. Das Haus ist demnach unbewohnt. Verletzt wurde niemand.

So sieht es gegen Ende der Woche aus

Am Donnerstag wird es noch einmal heiß in Baden-Württemberg: Von der Donau bis zum Niederrhein sind oft über 30 Grad möglich. Besonders rund um den Oberrheingraben sei die Wärmebelastung stark. Sonne und einige Wolken wechseln sich im Laufe des Tages ab.

In der Nacht zum Freitag ziehen von Südwesten wieder mehr Wolken auf. Gebietsweise fällt schauerartiger Regen, dazu kommen teils Gewitter. Vereinzelt könnte es mit Tiefstwerten von 20 Grad erneut eine tropische Nacht geben, sonst sinken die Temperaturen auf 19 bis 15 Grad. Auf den Schwarzwaldgipfeln sind starke bis stürmische Böen aus Südwest möglich.

Am Freitag soll sich dann ein Luftmassenwechsel vollziehen, der das endgültige Ende der aktuellen Hitze einläutet. Dabei soll es aber verbreitet wieder Gewitter geben, die "durchaus heftig ausfallen" können, so der DWD. Ansonsten bleibt es stark bewölkt. Immer wieder ziehen Schauer und Gewitter über das Land. Die Temperaturen gehen etwas zurück und erreichen 22 Grad in höheren Lagen sowie 24 bis 28 Grad in den übrigen Regionen. Dazu weht ein mäßiger Westwind mit frischen bis starken Böen. Das Wochenende soll dann wieder freundlicher werden, die Temperaturen bleiben aber deutlich kühler mit oft unter 25 Grad.

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Autor/in
SWR

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