Fast ein Drittel der Betroffenen in prekärer Wohnsituation

Wohnungsnot in Baden-Württemberg so groß wie noch nie

In BW waren im vergangenen September 13.394 Menschen in Einrichtungen der Wohnungsnotfallhilfe registriert. Ein neuer Höchststand, so die Liga der freien Wohlfahrtspflege.

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Die Zahl der von Wohnungsnot betroffenen Menschen in Baden-Württemberg hat einen neuen Rekord erreicht. Laut der jüngsten Stichtagserhebung der Liga der freien Wohlfahrtspflege wurden insgesamt 13.394 Personen in Einrichtungen der Wohnungsnotfallhilfe betreut - der höchste Wert seit Beginn der Erhebungen, wie die Liga am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Zudem würden auch mehr Menschen in niedrigschwelligen Einrichtungen versorgt. Laut dem Bericht der Liga stieg die Zahl um 8,5 Prozent und damit erneut überdurchschnittlich auf mehr als 8.700 Hilfesuchende an.

Bei ihrer Stichtagserhebung erfasst die Freie Wohlfahrtspflege die Zahl der Menschen, die an einem bestimmten Tag in Einrichtungen der Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe Rat und Unterstützung suchen. Der jüngste Stichtag war der 27. September 2024.

Jeder dritte Betroffene in prekärer Notversorgung

Besorgniserregend sei auch die steigende Zahl von Menschen in prekären Wohnsituationen oder ohne jede Unterkunft, heißt es im Bericht der Liga. Fast jeder Dritte befand sich demnach in einer prekären Notversorgung - lebte also etwa bei Bekannten, in Notunterkünften oder Obdachlosigkeit.

Freie Wohlfahrtsverbände: "Krise hat Mitte der Gesellschaft erreicht"

"Die Zahlen verdeutlichen, dass Wohnungslosigkeit längst ein flächendeckendes Problem in Baden-Württemberg ist, welches Städte und ländlichen Raum gleichermaßen betrifft", so Liga-Vorstand Marco Lang. Zudem zeigten die Zahlen, dass die Krise längst die Mitte der Gesellschaft erreicht habe.

Rund 40 Prozent der Betroffenen über 50

Rund acht Prozent der erfassten Wohnungslosen war zum Zeitpunkt der Erhebung jünger als 25 Jahre alt. Auch die Zahl der über 50-Jährigen ist darin gestiegen (anteilig 42,6 Prozent). Etwa jeder vierte Betroffene besaß keine deutsche Staatsangehörigkeit. Rund 30 Prozent der Wohnungslosen waren Frauen.

"Zunehmend mehr Menschen geraten unverschuldet in eine Spirale von Armut, die zu sozialer Benachteiligung und Exklusion, finanzieller Not und Erkrankung führt", analysiert die Liga der freien Wohlfahrtspflege. Diese Menschen seien bei der Wohnungssuche nahezu chancenlos.

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Lorenz Zeck
SWR-Redakteur Lorenz Zeck