Himmelsspektakel am Samstagabend

Die Quadrantiden kommen - die ersten Sternschnuppen des Jahres

Wer das neue Jahr mit einem Blick in den Himmel beginnen möchte, hat jetzt Gelegenheit dazu. Die Quadrantiden, einer der stärksten Meteorströme, sind am Wochenende besonders aktiv.

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Stand

Von Autor/in Frank Wittig, Ralf Kölbel

Die Quadrantiden gehören zu den intensivsten Meteorschauern des Jahres. Bei idealen Bedingungen liefern sie bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde. Im Jahr 2026 war der Höhepunkt am Samstag, 3. Januar, um etwa 22 Uhr. Aber auch in der Nacht zum Sonntag können noch Sternschnuppen zu sehen sein.

Dieses Jahr überschneidet sich der Zeitpunkt mit dem Vollmond, der das Meteoraufkommen überstrahlen könnte. Wer Sternschnuppen beobachten will, braucht neben guten Wetterbedingungen auch einen passenden Ort.

Menschen schauen in den Nachthimmel. Wer am Abend des 3. Januars 2026 in den Nachthimme schaut, hat Chancen, die Sternschnuppen der Quadrantiden über Deutschland zu sehen.
Wer am Abend des 3. Januars 2026 in den Nachthimmel schaut, hat Chancen, die Sternschnuppen der Quadrantiden über Deutschland zu sehen.

Wie ist die aktuelle Wetterlage am Samstagabend?

Laut SWR-Wetterexperte Hartmut Mühlbauer sind die Wetterbedingungen allgemein nicht optimal. Im Süden des Landes sei die Wahrscheinlichkeit höher, Sternschnuppen zu entdecken als im Norden: "Die Wolkendecke ist dort etwas löchriger", so Mühlbauer. In der zweiten Nachthälfte soll es zudem etwas aufklaren. "Besonders nach Regenschauern reißt es oft auf." Sternenfans brauchen also einen langen Atem und warme Kleidung. "Es wird kalt, aber darauf kann man sich vorbereiten", sagt der Wetterexperte.

Wo am Nachthimmel sind die Sternschnuppen der Quadrantiden zu sehen?

Die Quadrantiden sind vor allem für Beobachter auf der Nordhalbkugel interessant, weil ihr Ausstrahlungspunkt hoch nördlich am Sternenhimmel liegt - im Bereich des historischen Sternbilds "Quadrans Muralis", dem sie auch ihren Namen verdanken. Heutzutage nennt man dieses Sternbild Bärenhüter. Es liegt unterhalb des kleinen Wagens.

Sternenkarte mit dem Sternbild des Bärenhüters. Darin werden die Sternschnuppen zu sehen sein. Das Sternbild wird auch als Quadrans Muralis bezeichnet. Daher erhalten die Quadrantiden ihren Namen.
Die Sternschnuppen werden im Bereich des Sternbilds Bärenhüters (20) unter dem kleinen Bär (13) und großen Bär (15) zu sehen sein. Das Sternbild wird auch als Quadrans Muralis bezeichnet. Daher erhalten die Quadrantiden ihren Namen.

Welcher Ort eignet sich zum Betrachten der Sternschnuppen?

Sternschnuppen können zwar überall am Himmel auftauchen, doch um die meisten zu sehen, empfiehlt es sich, einen möglichst weiten Himmelsausschnitt zu beobachten und den hellen Mond durch Gebäude, Bäume oder Hügel abzuschirmen.

Die Sternschnuppen der Quadrantiden leuchten verhältnismäßig schwach und sind anfangs recht tief am Himmel zu sehen. Um sie gut zu beobachten, empfiehlt es sich daher auch, einen Ort mit wenig Lichtverschmutzung aufzusuchen - beispielsweise ein Feld abseits des Siedlungslichts.

Wie lassen sich die Quadrantiden gut mit bloßem Auge erkennen?

Die Augen brauchen außerdem etwas Zeit, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Blicke auf das Handy oder in helles Licht sollten deshalb vermieden werden.

Frau hält Handy bei Nacht in der Hand. Der Blick auf den hellen Handybildschirm verschlechtert die Chancen, die Sternschnuppen in voller Pracht zu sehen.
Der Blick auf den hellen Handybildschirm verschlechtert die Chancen, die Sternschnuppen in voller Pracht zu sehen. (Symbolbild)

Wer sich auf Sternschnuppenjagd macht, darf sich mit etwas Glück auf besonders lange Leuchtspuren freuen. Diese sind typisch für die Quadrantiden.

Wie entstanden die Quadrantiden?

Verursacht werden die Sternschnuppen von einer kosmischen Staubwolke. Kollidieren die Staubteilchen mit der Erdatmosphäre, pressen sie die Luft so stark zusammen, dass aus dem Gas leuchtendes Plasma wird. Aufgrund des flachen Eintrittswinkels ergeben sich die typisch langen Leuchtspuren.

Bis heute ist unklar, von welchem Ursprungskörper die Fragmente stammen. Es wird jedoch vermutet, dass der schrittweise Zerfall eines großen Kometen die Staubwolke erzeugte.

Beobachten lassen sich die Quadrantiden am besten außerhalb größerer Städte oder Siedlungen. Das möglicherweise störende Licht des Vollmondes kann durch in der Nähe befindliche Bäume oder Gebäude vielleicht etwas abgeschirmt werden. Meteorschauer am Nachthimmel, hier zu sehen die Perseiden.
Beobachten lassen sich die Quadrantiden am besten außerhalb größerer Städte oder Siedlungen. Das möglicherweise störende Licht des Vollmondes kann durch in der Nähe befindliche Bäume oder Gebäude vielleicht etwas abgeschirmt werden.

Seit wann gibt es die Quadrantiden?

Die Quadrantiden sind dieser Theorie zufolge nicht älter als 500 Jahre. Erste Aufzeichnungen ihrer Sichtung sind aus dem Jahr 1835 bekannt.

Die Quelle der Quadrantiden könnte nach dieser Theorie der Asteroid 2003 EH1 sein. Er ist möglicherweise mit dem historischen Kometen C/1490 Y1 verwandt, der bereits vor über 500 Jahren von Dezember 1490 bis Februar 1491 in Ostasien beobachtet wurde.

Damit gehören die Quadrantiden - ähnlich wie die Geminiden - zu den wenigen großen Meteorströmen, die von einem Asteroiden und nicht eindeutig von einem aktiven Kometen stammen.

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Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Frank Wittig
Frank Wittig, Reporter für SWR Wissen aktuell
Ralf Kölbel
Ralf Kölbel, Online-Redakteur bei SWR Wissen aktuell sowie Redakteur bei Redakteur bei SWR Kultur DAS Wissen.
Onlinefassung
Lilly Zerbst
Portraitbild der Reporterin Lilly Zerbst.

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