Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird gegen einen 17-Jährigen vor dem Jugendschöffengericht verhandelt – über die anderen Angeklagten wird das Landgericht Kaiserslautern entscheiden.
Polizei schnappt neun Verdächtige in Kaiserslautern und Region
Ende März hatte die Polizei bei einer großangelegten Razzia mit mehr als 200 Beamten insgesamt neun Verdächtige festgenommen – und Wohnungen in Stadt und Kreis Kaiserslautern, Mainz, dem Rhein-Pfalz-Kreis und im hessischen Offenbach durchsucht.
Alle Männer im Alter von 17 bis 32 Jahren sitzen seitdem in Untersuchungshaft – gegen einen von ihnen dauern die Ermittlungen noch an. Bei den Durchsuchungen hatte die Polizei auch mehrere Kilo Kokain und Haschisch sichergestellt.
Die Polizei feierte die Festnahmen damals als großen Schlag gegen die Kriminalität in der Kaiserslauterer Innenstadt. Im Zusammenhang mit der Drogenkriminalität hatte die Polizei ausführlich über die Täter und ihr Vorgehen informiert.
Wehret den Anfängen. Wir lassen keine kriminellen Strukturen zu.
Bei einem Pressegespräch erklärte der Präsident des Polizeipräsidium Westpfalz, Hans Kästner, das Vorgehen der Behörden: "Eine starke Polizeipräsenz, gezielte Analysen und konsequente Strafverfolgung sind entscheidend, um die Sicherheit in der Westpfalz zu gewährleisten." Zudem betonte er, dass die Polizei keine kriminellen Strukturen in der Stadt dulden werde.
Polizei zerschlägt mutmaßlichen Drogenring
Seit September 2024 ermittelte eine Sonderkommission der Kriminaldirektion Kaiserslautern mit dem Namen "SOKO Willy" gegen die mutmaßliche Bande. Nach monatelangen Ermittlungen folgte im März 2025 der Zugriff: Mehr als 200 Einsatzkräfte durchsuchten elf Wohnungen in Kaiserslautern, dem Kreis Kaiserslautern und dem Rhein-Pfalz-Kreis. Die Beamten beschlagnahmten zwei Kilogramm Cannabis-Produkte, Bargeld und einen neuwertigen Pkw.
Kriminaldirektor Alexander Welter sagte: "Während der Nachforschungen ergaben sich deutliche Anhaltspunkte für den organisierten Handel mit Betäubungsmitteln und Cannabis. Wir stellten bandenähnliche Strukturen fest." Welter hatte die Verantwortung für die Ermittlungen in der Westpfalz inne.
Zugriff auch in Offenbach: Kokain und Bargeld sichergestellt
Parallel zu den Durchsuchungen in der Pfalz schlugen Ermittler auch in Offenbach in Hessen zu. Beim mutmaßlichen Lieferanten der Kaiserslauterer Gruppe fanden sie fast neun Kilogramm Kokain, vier Kilogramm Haschisch, knapp sieben Kilogramm Marihuana, elf Kilogramm Streckmittel. Außerdem haben die Beamten bei dem Verdächtigen 15.000 Euro Bargeld sichergestellt.
Der leitender Oberstaatsanwalt in Kaiserslautern, Dr. Udo Gehring, stellte damals fest: "Zu den jetzt in Kaiserslautern sichergestellten zwei Kilogramm Cannabisprodukten kommen die über andere Beweismittel ermittelten Geschäfte im Tatzeitraum und die Sicherstellungen bei dem ebenfalls ermittelten Lieferanten hinzu."
Nach Hinweisen auf eine geplante Beschaffungsfahrt griff die Polizei zu. Die Festgenommenen wurden dem Ermittlungsrichter vorgeführt – sie machten damals von ihrem Schweigerecht Gebrauch. Die Verdächtigen wurden in verschiedene Justizvollzugsanstalten gebracht.
Polizei will Sicherheit rund um die Mall in Kaiserslautern erhöhen
Die Polizei betonte, dass die Aktion nicht nur der Strafverfolgung diente, sondern auch das Sicherheitsgefühl in der Kaiserslauterer Innenstadt stärken soll – insbesondere rund um die Mall "K in Lautern" und den Willy-Brandt-Platz.
Polizeipräsident Hans Kästner erklärte: "Wir werden es nicht zulassen, dass sich hier Gruppierungen oder sogar Banden bilden, die mit Betäubungsmitteln handeln und die Bevölkerung in Angst versetzen. Das subjektive Sicherheitsgefühl unserer Bürgerinnen und Bürger ist uns ganz wichtig."
Polizei kündigt verstärkte Kontrollen an
Nach den Festnahmen hatte sich die Polizei vorgenommen, weiterhin präsent zu sein. Ralf Klein, Leiter der Polizeidirektion Kaiserslautern, betonte: "Unsere Arbeit ist mit dieser Aktion nicht beendet. Die Polizei wird verstärkt in der Innenstadt kontrollieren, um für Sicherheit zu sorgen."