Nehmen wir mal folgenden Fall an: Am Notruf meldet sich eine Person - ein Bekannter könnte einen Herzinfarkt haben. Rettungssanitäter werden losgeschickt, sie sondieren die Lage und versorgen die Patientin oder den Patienten. Ein Notarzt wird erst einmal nicht benötigt.
Telenotarzt am Westpfalz-Klinikum unterstützt Sanitäter
Aber - es gibt Fragen. Welches Medikament soll man verabreichen? Wie kann man das EKG beurteilen? In diesem Fall soll künftig der Telenotarzt helfen. Er sitzt im Westpfalz-Klinikum und ist per Audio oder Video mit den Sanitätern verbunden. Die Ärztin oder der Arzt kann die Sanitäter medizinisch unterstützen und seine Diagnose abgeben.
Das Ganze hat laut Westpfalz-Klinikum mehrere Vorteile. "Die Möglichkeit, einen Telenotarzt zuzuschalten, entlastet das System spürbar und stellt gleichzeitig eine hohe Behandlungsqualität sicher", sagt Projektleiterin Sarina Rausch. Ein Mediziner unterstützt, muss aber nicht mit zum Einsatzort fahren. "Ärztliche Ressourcen bleiben dort verfügbar, wo sie wirklich gebraucht werden, zum Beispiel bei schweren Unfällen oder Reanimationen“, erklärt ihre Kollegin Janine Bauer.
Zehn Mitarbeitende werden künftig am Westpfalz-Klinikum als Telenotärzte eingesetzt - allesamt Ärzte aus der Notfallmedizin. Sie haben auch noch eine spezielle Ausbildung durchlaufen.
Telenotarzt-Zentralen in Rheinland-Pfalz wechseln sich ab
Und noch ein Vorteil des Systems: Die Telenotarzt-Zentralen in Rheinland-Pfalz können sich abwechseln, so werden die Mitarbeitenden entlastet. Im Land gibt es vier Telenotarzt-Zentralen, neben Kaiserslautern auch in Ludwigshafen, Mainz und Trier. Tagsüber sind zwei dieser Zentralen besetzt, nachts eine. Denn dank der Technik ist es am Ende egal, ob der Telenotarzt bei einem Notfall in der Westpfalz in Trier oder Kaiserslautern sitzt.