Wer in das Kabinett K2 in der Königstraße in Kaiserslautern hereinkommt, sieht gleich am Eingang den Minotaurus. Das ist eine rund ein Meter große Stahlskulptur mit einem bedrohlichen Blick. Doch auch verschiedene kleinere Bronzeskulpturen und Bilder werden im K2 ausgestellt - und laden zum Verweilen ein. Besucher kommen schnell ins Gespräch.
Von der Wolle zur Kunst
Dort wo früher Wolle verkauft wurde, ist jetzt Kunst und Literatur angesagt. Harald Michel und Klaus M. Hartmann haben den leerstehenden Raum umgewandelt und im Oktober 2024 das Kabinett K2 ins Leben gerufen - eine private Galerie. Der Name lässt Spielraum zur Interpretation. "Wir sind zwei und in der Königstraße. Aber in Kaiserslautern gibt es auch das Einkaufszentrum 'K in Lautern'. Mit einem Augenzwinkern kann man sagen: Wir sind das zweite K", erklärt Harald Michel.
Michel, der sich als Kunstliebhaber versteht, hatte eine Raum für seine Lesungen gesucht. Hartmann, der selbst Künstler ist, einen Ort für Ausstellungen. In Kaiserslautern haben sich die beiden in einer Kneipe kennengelernt und eine gemeinsame Vision entwickelt. "Anschließend ging es sehr schnell. Wir haben einen Leerstand gesucht und gefunden. Innerhalb von vier Wochen haben wir dann alles umgesetzt", erinnert sich Harald Michel.
Kabinett K2 in Kaiserslautern hat sich entwickelt
Gewiss hatte nicht jeder die Stadt Kaiserslautern als Place-to-be für Kunst im Sinn. "Am Anfang hat man uns für verrückt gehalten, dass wir so eine Galerie in einer Stadt mit vielen Arbeitslosen und Sozialhilfe-Empfängern eröffnet haben", sagt Klaus Hartmann und ergänzt: "Wir haben die Erwartungen vom Monetären nicht so hoch geschraubt. Es war uns wichtig, es einfach auszuprobieren."
Und das Experiment hat schnell die Neugier in der Stadt geweckt. "Es kommen sehr viele aus dem Viertel und aus der Stadt, die sich das Anschauen wollen. Unsere Veranstaltungen sind immer gut besucht. Wir nehmen keinen Eintritt. Jeder kann geben, was er möchte und das wird gut angenommen", sagt Michel.
Künstler interessieren sich für das Kabinett K2
Auch bei den Künstlern hat sich das Kabinett K2 einen guten Ruf erarbeitet. "Wir haben mittlerweile sehr viele Anfragen, die hier ausstellen möchten", erzählt Harald Michel. Dann ist vor allem die Fachexpertise von Klaus Hartmann gefragt. Er hat die Kontakte und achtet auf die Qualität der Ausstellungen.
So hat das Kabinett K2 seit der Eröffnung schon einige Highlights erlebt. Harald Michel erinnert an die Frauenwerke - das sind Ausstellungen, nur mit Werken von Künstlerinnen: "Das war schon was ganz besonderes, weil wir unseren Kreis der Kunstliebhaber erweitern konnten." Auch Musikveranstaltungen finden laut Michel im K2 statt: "Wir hatten hier auch schon brasilianische Musik gehabt."
Der Autor Joscha Schabeck (ehemaliger Operndirektor in Heidelberg und Karlsruhe) war einer der ersten, der im K2 vorgelesen hat. Schauspieler wie Madeleine Giese und Rainer Furch (Auftritte unter anderem im Pfalztheater) fanden schon den Weg in die Kunstgalerie von Michel und Hartmann.
Kinder und Jugendliche an Kultur heranführen
Doch das Kabinett K2 sieht sich auch als Ort, der Kindern und Jugendlichen die Kultur näher bringen will. "Wir haben schon weit über 150 Schüler hier reingezogen. Das ist ein weiteres Standbein. Bildungsauftrag ist vielleicht zu hoch gegriffen. Aber wir wollen vermitteln", so Hartmann.
Das Kabinett K2 finanziert sich vor allem durch seine Inhaber sowie durch die Verkäufe der Kunstwerke. Damit versuchen die beiden die Kosten möglichst zu decken. "Wir sind non-profit. Alles, was darüber hinausgeht, investieren wir wieder. Für uns ist das mehr eine ideelle Sache", erklärt Michel.
Weitere Events im Kabinett K2 geplant
Mit dieser Strategie wollen die Betreiber weitermachen. In den nächsten Wochen stehen die nächsten Veranstaltungen an. So ist die Galerie beim Artwalk-Wochenende vom 25. bis 28 Juni in Kaiserslautern mit dabei. Neue Vorlesungen stehen in den Startlöchern. Für den Herbst ist auch eine neue Ausstellung geplant. In der soll Kunst auf Designs mit verschiedene Materialien treffen.