Zwischen Fruchthalle und Tourist-Info in Kaiserslautern ist eine kleine Grünfläche. Dort ist ein Loch ausgehoben. Etwa einen Meter lang und 80 Zentimeter breit, darin eine Betonplatte mit zwei Metallklammern. Auf einem Stehtisch liegt eine Metallröhre - die Zeitkapsel. Davor unter anderem ein Stadtplan, ein aktuelles Telefonbuch, eine Tageszeitung, diverse Postkarten und eine Kopie der Originalen Stadtrechtsurkunde von 1276.
Rudolf von Habsburg hat Stadtrechte an Kaiserslautern verliehen
Das alles kommt in die etwa 80 Zentimeter lange, zylinderförmige Zeitkapsel. Mit der Zeitkapsel möchte die Stadt an einen besonderen Tag erinnern: an den 18. August 1276. An diesem Tag hat Kaiserslautern offiziell von König Rudolf von Habsburg die Stadtrechte erhalten. "Das war eine richtig gute Idee von Rudolf von Habsburg", findet Oberbürgermeisterin Beate Kimmel. "Wir sind in diesem Jahr einfach glücklich mit unserer Stadt." Dieses Lebensgefühl wolle man den Generationen nach uns als Zeitzeugnis überlassen.
Wir waren eine arme Stadt – aber mit tollen Ideen!
Zur Feierstunde sind viele Stadtvertreter gekommen, um zu erleben, wie die Zeitkapsel verschlossen und an ihren Platz gelegt wird. Oberbürgermeisterin Kimmel fügt noch zwei der zum Stadtjubiläum angefertigten Null-Euro-Scheine hinzu. "Da werden die Menschen später sehen, wir waren eine arme Stadt – aber mit tollen Ideen. Und cool, was wir ihnen hinterlassen haben." Dann wird die Zeitkapsel mit mehreren Hammerschlägen verschlossen und in das vorbereitete Loch gelegt.
Zeitkapsel wird in Kaiserslautern für immer zu sehen sein
Über das Loch kommt ein Metallkasten mit Glasscheibe, so dass Passanten die Zeitkapsel zwar immer sehen, aber sie nicht hervorholen können. Daneben eine Säule mit einer kleinen Tafel nebst QR-Code. Wenn man diesen abscannt, gelangt man zu einer Internetseite mit Informationen zur Zeitkapsel.
Zeitkapsel könnte erst zum 1000. Stadtrechtsjubiläum ausgegraben werden
Wie lange die Zeitkapsel nun in ihrem Glaskasten schlummern wird, weiß niemand. Denn es wurde nicht festgelegt, wann und von wem sie wieder ausgegraben und geöffnet werden soll. "Ich denke, es bietet sich an, wenn man die Zeitkapsel erst in 250 Jahren ausgräbt", sagt die Oberbürgermeisterin. Und ist gespannt, was die Menschen sich denken werden, wenn sie die Beigaben sehen. "Aber zu meinen Lebzeiten wird das wohl nicht der Fall sein", so Kimmel.
Ort der Zeitkapsel wird im Stadtarchiv Kaiserslautern hinterlegt
Wo genau die Zeitkapsel zu finden ist, werde sicherheitshalber im Stadtarchiv hinterlegt, sagt Kimmel. Denn auch wenn sie jetzt zu sehen ist - man kann ja nie wissen, was mit der kleinen Grünfläche zwischen Tourist-Info und Fruchthalle einmal passieren wird.