Bei Amtseinführung des US-Präsidenten

Warum Zweibrücker auf Donald Trump hinab blicken

Am Montag ist Donald Trump als 47. Präsident der USA vereidigt worden. Mit dabei waren auch Zweibrücker - wenn auch nur als historische Personen.

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Stand

Von Autor/in Jürgen Rademacher

Donald Trump bei Amtseinführung unter dem historischen Bild eines Regiments aus Zweibrücken
Donald Trump bei seiner Amtseinführung. Rechts das Bild mit dem "Deutsch Königlich-Französischen Infanterie-Regiment von Zweybrücken oder Royal Deux-Ponts." Zu erkennen ist auch links Freiherr Christian von Zweybrücken. IMOAGO/CNP/AdMedia

Normalerweise findet die Amtseinführung des US-Präsidenten auf den Stufen vor dem Capitol in Washington statt. Am Montag war es in der amerikanischen Hauptstadt aber zu kalt - also hat man die Zeremonie ins Innere des Capitols verlegt. In die große Rotunde - in der auch ein Gemälde hängt, dass Soldaten aus Zweibrücken zeigt.

Bild mit Regiment aus Zweibrücken im Capitol in Washington

In dieser großen Halle des Capitols hängen zahlreiche Gemälde, die Szenen des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges von 1775 bis 1783 zeigen. Das Gemälde, um das es geht, ist aus dem Jahr 1826 und wurde von John Trumbull geschaffen - und war direkt rechts neben Trump zu sehen. Es heißt "Surrender of Lord Cornwallis". Es zeigt den britischen Lord Cornwall, der durch zwei Reihen von Soldaten reitet - rechts stehen sie unter amerikanischer Flagge, links unter der Flagge eines Regiments aus Zweibrücken.

Wie das kam? Das "Regiment Royal Deux Ponts" wurde bereits 1756 gegründet. Das Königreich Frankreich und das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken hatten einen Freundschaftsvertrag und beschlossen, ein gemeinsames Infanterieregiment aufzustellen. Über 2.000 Soldaten kamen zusammen, die zum Beispiel im siebenjährigen Krieg eingesetzt wurden.

Soldaten aus Zweibrücken an entscheidendem Sieg beteiligt

Die große Stunde des Regiments schlug 1781. Der amerikanische Unabhängigkeitskämpfer Benjamin Franklin hatte den französischen König um Unterstützung im Krieg gegen die Engländer gebeten - und der schickte unter anderem die Zweibrücker. Am 14. Oktober 1781 kam es zur Schlacht von Yorktown. Die Engländer waren zahlenmäßig überlegen und hatten sich in der Stadt verschanzt.

Das Zweibrücker Regiment nahm eine strategisch wichtige Stellung ein und hatte großen Anteil daran, dass die Engländer fünf Tage später kapitulieren mussten. Der Weg zur amerikanischen Unabhängigkeit war frei. Das Bild von John Trumbull zeigt die Dankbarkeit der Amerikaner - Kommandant Christian von Forbach, der spätere "Freyherr von Zweybrücken", steht gut sichtbar in der ersten Reihe.

"Zweibrücker" noch heute in den USA ein Begriff

Noch heute werden die Zweibrücker Soldaten am amerikanischen Unabhängigkeitstag für ihren Beitrag zum Sieg gefeiert. Nicht zuletzt auch in Yorktown: Schauplatz der vorentscheidenden Schlacht - und seit 1978 Partnerstadt von Zweibrücken.

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Jürgen Rademacher
Jürgen Rademacher, Redakteur im SWR Aktuell Studio Kaiserslautern