Die Nordschleife gilt als eine der legendärsten Rennstrecken der Welt. Jedes Jahr können auch Touristen hier in der Eifel ihre Runden drehen – in diesem Jahr aber erstmals nicht mit dem Motorrad.
Podcast-Serie „Höllenrausch – Der große Traum vom Nürburgring“
Der Nürburgring – Ort spektakulärer Rennen, Unfälle und Fan-Liebe. Aber auch Schauplatz eines großen Politskandals. Ein Podcast über die Geschichte der legendären “Grünen Hölle”.
Gemeinsame Fahrten von Autos und Motorrädern über die fast 21 Kilometer lange Nordschleife seien zu gefährlich, heißt es von der Geschäftsführung des Nürburgrings. Der Geschäftsführer Ingo Böder sagte, Autos und Motorräder haben unterschiedliche Fahrdynamiken.
"In diesem Fall sind Motorradfahrer besonders gefährdet, da sie im Gegensatz zu Autofahrern keine Knautschzone haben. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, Autos und Motorradfahrer in Zukunft strikt zu trennen", so der Geschäftsführer.
Motorräder müssen auf die Grand-Prix-Strecke ausweichen
Stattdessen können Motorradfahrer ihre Touristenfahrten auf der mit rund fünf Kilometern zwar kürzeren, aber wesentlich weitläufigeren Grand-Prix-Strecke fahren. Auf der legendären Nordschleife sind Zweiräder künftig ausschließlich bei speziellen Trainings und bei geführten Fahrten möglich. Wer bereits eine Saisonkarte gekauft hat, kann diese nach Angaben des Nürburgrings wieder zurückgeben.
Immer wieder kommt es am Nürburgring zu Unfällen mit Motorrädern. Erst im vergangenen Jahr kam ein Mann aus Neuseeland bei einem Motorradunfall auf der Nordschleife ums Leben. Auch im Jahr 2022 verlor ein Mann bei einer Touristenfahrt die Kontrolle über sein Motorrad, er kam von der Fahrbahn ab und starb.
Neue Ausfahrt soll Stau auf Strecke reduzieren
An der Nordschleife gibt es ab dieser Saison außerdem eine zusätzliche Ausfahrt. Im Bereich Döttinger Höhe können Touristen nach einer Runde auf der 21 Kilometer langen Strecke nun bei starker Auslastung der Strecke direkt auf die angrenzende L93 wechseln. Damit soll Stau auf der Nordschleife verhindert werden. Außerdem soll so der angrenzende Ort Nürburg entlastet werden.
KI-Einsatz auf der Nordschleife
Um für mehr Sicherheit zu sorgen, wurde die Nordschleife in den vergangenen Jahren digitalisiert. Künftig soll die Rennstrecke von mehr als 100 Kameras und mit künstlicher Intelligenz überwacht werden.
So könnten nahezu in Echtzeit Rettungskräfte losgeschickt werden. Auch könnten mit dem System die nachfolgenden Fahrzeuge schnell vor Unfällen gewarnt werden, um Folgeunfälle zu verhindern.