Besonders stark wütete der Tornado in Höhr-Grenzhausen. Dort wurden zwei mehrstöckige Häuser schwer beschädigt. Durch den Tornado wurde jeweils eine Außenwand abgerissen. Laut Stadtbürgermeister Wolfgang Letschert sind sie mittlerweile wieder provisorisch verschlossen worden. Statiker hätten zudem festgestellt, dass beide Häuser stehen bleiben und saniert werden können.
Bauweise wurde zum Verhängnis
Die drei Stockwerke hohen Mehrfamilienhäuser sind bereits älter. Wie Letschert mitteilt, sei es laut den Statikern früher bei solchen Gebäuden üblich gewesen, die Zwischendecken von Stockwerken nicht fest mit der Seitenwand zu verbinden. Diese Bauweise wurde den beiden Häusern beim Tornado zum Verhängnis. Die Bewohner seien inzwischen in anderen Wohnungen untergekommen. Wann sie wieder in die Häuser zurückkehren können, ist laut Letschert noch unklar.
Wir hatten Glück, dass der Tornado abends kam. Tagsüber hätte es hier mindestens Verletzte gegeben.
80 Dachdecker zwei Wochen lang im Einsatz
Besonders schlimm betroffen ist auch die Firma Getefo in Höhr-Grenzhausen. Dort hat der Tornado die Dächer und Fenster mehrerer Hallen stark beschädigt. Der Schaden liegt laut Geschäftsführer Michael Böhm bei rund 2,5 Millionen Euro. "Die Dächer wurden provisorisch abgedichtet, 80 Dachdecker waren dafür zwei Wochen lang hier im Einsatz."
Böhm schätzt, dass es etwa ein Jahr dauern wird bis alle Schäden wieder repariert sind. "Wir hatten Glück, dass der Tornado abends kam. Tagsüber hätte es hier mindestens Verletzte gegeben, angesichts der großen Zerstörung", so Böhm.
Scheune in Bannberscheid und Moschheim abgerissen
In Bannberscheid wurde laut Bürgermeister Georg Holl eine stark beschädigte Scheune abgerissen. Insgesamt seien zwei bis drei Dutzend Häuser betroffen, sie könnten alle saniert werden. "Auch unser altes Schulgebäude kann saniert werden, die Statik ist nicht bedenklich. Das wird aber noch eine Weile dauern", so Holl. Das Dach sei noch mit einer Plane abgedeckt.
Auch in Moschheim muss nach Auskunft von Ortsbürgermeister Marco Geibert eine Scheune abgerissen werden. Mehr als zehn Häuser seien insgesamt durch den Tornado beschädigt worden, vor allem an den Dächern. Die seien zum Teil bereits wieder repariert worden. Bei einem Haus werde die Statik noch geprüft.
In der Ortsgemeinde Boden muss laut Bürgermeisterin Sandra König kein Gebäude abgerissen werden. "Statiker haben alle beschädigten Häuser überprüft, die können alle wieder aufgebaut werden", so König. Und auch in Dernbach waren die Tornadoschäden laut Ortsbürgermeister Ferdinand Düber nicht so groß, dass Häuser abgerissen werden müssten.
Sport- und Kulturhalle in Wallmerod provisorisch repariert
In Wallmerod hat der Tornado unter anderem den Dachbereich der Sport- und Kulturhalle beschädigt. "Da es durch den Schaden auch einen Wassereinbruch in der Halle gab, wurde das Dach nach einem Tag provisorisch repariert. Die eigentliche Behebung des Schadens ist beauftragt, aber noch nicht erfolgt", so Bürgermeister Ulf Ludwig.
Insgesamt habe der Tornado im Ort 10 bis 15 Dächer beschädigt. Bei einem Haus sei das Dach um mehrere Zentimeter angehoben und anschließend wieder heruntergedrückt worden. Ein Gutachter habe sich den Schaden bereits angesehen, das abschließende Ergebnis und die Reparatur stünden jedoch noch aus. Auch das Dach des Bauhofs sei teilweise abgedeckt worden. Dieser Schaden sei inzwischen provisorisch repariert, so Ludwig.