Mit ihrer selbst entwickelten Farbmischmaschine "TintTranslate" konnten sie die Jury in Stuttgart überzeugen: die Geschäftsidee von Paul Flad und Paul Scherer wurde als bester von rund 1.200 Wettbewerbsbeiträgen ausgezeichnet. Die beiden besuchen das Herzog-Johann-Gymnasium in Simmern im Hunsrück.
Die Gewinneridee sei ihnen im Kunstunterricht gekommen, erzählt Paul Scherer: "Man kennt das ja: man man mischt eine Farbe an und man mischt viel zu viel. Und am Ende hat man so ein tristes Braun. Und das wollten wir halt vermeiden."
Danach hätten sie sich nach einer technischen Lösung für das Problem umgeschaut, aber keine gefunden. Also machten sie sich im vergangenen Oktober selbst daran, einen ersten Prototypen zu entwickeln. "Das hat tatsächlich angefangen als so eine Tüftler-Spinnerei. Aber wir haben recht schnell gemerkt, dass wir die Idee richtig gut finden. Und dass wir es schade finden, dass es sowas eben nicht gibt", sagt Paul Flad.
Maschine mischt präzise den Farbton eines einzelnen Foto-Pixels
Die zweite Version ihrer Maschine sei innerhalb der vergangenen drei Monate entstanden. Unterstützt wurden sie bei der Entwicklung von der Hahn Automation Group, die Automatisierungslösungen für Fertigungsstraßen in Fabriken herstellt. Die neuste Version der Farbmischmaschine kann mit einer Handy-App bedient werden. Darin könne man zum Beispiel den Farbton eines einzelnen Pixels aus einem Foto auswählen, erklärt Paul Flad.
Die Maschine errechne dann, in welchem Verhältnis die Grundfarben gemischt werden müssen, um den gewünschten Farbton zu erhalten, und stellt ihn her. Aus der anfänglichen Tüftelei ist inzwischen ein richtiges Produkt mitsamt Geschäftsstrategie geworden. Um bei "Jugend gründet" teilzunehmen, haben die Schüler innerhalb des vergangenen Jahres einen Businessplan für ihr fiktives Start-Up "Eucarida" geschrieben und an einem Unternehmensplanspiel teilgenommen.
Schüler wollen ihre Maschine zur Marktreife bringen
Mittlerweile könnten sie sich aber sogar vorstellen, ihr Produkt eines Tages wirklich auf den Markt zu bringen, sagt Paul Flad: "Da arbeiten wir auf jeden Fall drauf hin und hoffen, dass das für Künstler aus aller Welt dann irgendwann einen Vorteil bringen wird: Schnelleres Arbeiten und weniger Verschwendung von Farbe."