Hilfe und Schutz unter einem Dach: Im Childhood-Haus sollen medizinische Untersuchungen und psychologische Hilfe möglich sein, auch Polizei und Justiz sollen ihre Befragungen vor Ort machen.
Das Ziel ist es, dass Kinder und Jugendliche nicht zu mehreren Stellen hingehen müssen, sondern die Stellen zu ihnen kommen.
Geplantes Childhood-Haus in Landau: "Anzeige nicht notwendig"
Träger des Childhood-Hauses ist der Kinderschutzbund Landau-Südliche Weinstraße, der auch schon den Kinderschutzdienst in der Region verantwortet. Im Childhood-Haus soll eine feste Fachkraft Kinder und Angehörige durch den gesamten Prozess begleiten und die Termine mit den anderen Stellen absprechen.
Kinderschutzdienste am Limit Mehr Kinder in der Pfalz brauchen Hilfe wegen Gewalt
Mehr Fälle, zu wenig Personal: Die Stellen, die sich nach sexueller, körperlicher oder seelischer Gewalt um Kinder kümmern, arbeiten am Anschlag - sie brauchen mehr Geld.
"Einige der Betroffenen werden uns vom Jugendamt geschickt werden, andere von der Kripo, aber auch ohne vorherige Anzeige kann dann jeder zu uns kommen, der von körperlicher oder sexualisierter Gewalt betroffen ist", erklärt Kyra Pachner, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes Landau-SÜW.
Die Idee, ein Childhood-Haus in Landau aufzubauen, verfolgt der Kinderschutzbund schon länger. Vor allem die Suche nach passenden Räumen habe gedauert, so Pachner. Ansonsten seien "alle Stellen mit hohem Engagement dabei, das auch umzusetzen", lobt sie.
Childhood-Haus in Landau durch Stiftungen und Spenden finanziert
Die Anschubfinanzierung für den Schutzraum kommt laut Kinderschutzbund von drei regionalen und überregionalen Stiftungen. Bei der Einrichtung werde man auf Spenden angewiesen sein und auch später brauche man Spenden, um das Childhood-Haus dauerhaft finanzieren zu können, sagt Pachner.
Bisher gibt es laut Kinderschutzbund Landau-SÜW elf dieser Schutzhäuser in Deutschland, das zwölfte werde bald eröffnet. Überall, wo ein Childhood-Haus eröffnet werde, "explodieren die Zahlen", sagt Kyra Pachner und meint damit, dass sich Betroffene verstärkt melden.
Das liege am Konzept: "Viele Betroffene überlegen es sich dann doch, über ihre Gewalterfahrungen zu sprechen, weil im Childhood-Haus die Zeitspanne und die Anzahl der Vernehmungen reduziert werden."