In der Pfalz machen das Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus in Speyer und das Vinzentius-Krankenhaus in Landau mit, wie das rheinland-pfälzischen Frauenministerium am Donnerstag mitteilte. Das Klinikum Ludwigshafen betreibt schon seit Langem eine Anlaufstelle.
Ärzte können Beweise für Gewalttat sichern
Bei den Anlaufstellen gehe es auch darum, für den Fall einer späteren Anzeige gegen die Täter, gerichtsfeste Beweise der Misshandlungen zu dokumentieren. So ließen sich "frühzeitig Spuren einer sexualisierten oder häuslichen Gewalthandlung vertraulich und gerichtsfest sichern und aufbewahren", sagte die Projektkoordinatorin Tanja Germerott von der Mainzer Uniklinik.
Anlaufstellen auch in Landau und Speyer
Auch in Landau und Speyer können sich Frauen, die beispielsweise vergewaltigt oder geschlagen wurden, jetzt medizinisch untersuchen lassen - ganz anonym, ohne dass sie befürchten müssen, dass der oder die Täter etwas davon mitbekommen.
Wichtig sei es auch, den betroffenen Frauen weitere psychosoziale Hilfen anzubieten, so die Organisatorinnen des Projekts. Bislang komme es noch zu häufig vor, dass Betroffene sich aus Scham nicht an Mediziner wendeten und mit ihren oft traumatischen Erlebnissen alleine blieben. Hier wolle das neue Angebot niederschwellige und vertrauliche Behandlungen anbieten.
Frauen steht es frei, Täter anzuzeigen
Frauen stehe es dabei frei, ob sie Anzeige gegen die Täter erstatten wollen oder nicht. Das Angebot geht auf das Projekt "Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung" zurück, das von 2018 bis 2024 lief. Nach Angaben der Landesregierung wird das neue Programm jährlich mit rund 300.000 Euro gefördert.