Storchenzentrum Bornheim appelliert an Bauern

Plastik und Gummis auf Äckern werden zu Todesfalle für Störche

Auch in diesem Sommer hat das Storchenzentrum in Bornheim in der Südpfalz große Probleme mit Jungstörchen, die Plastikmüll gefressen haben. In der Regel haben die Tiere keine Überlebenschance.

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"Die Störche verhungern bei vollem Magen", sagt Christian Reis vom Storchenzentrum Bornheim. Zwanzig Storchenküken seien in diesem Monat gestorben. Sie konnten nichts mehr fressen, weil sie einen vollen und verstopften Magen hatten - voll mit Gummiringen.

Radieschen werden zum Beispiel oft mit Gummis zusammengehalten - Gift für die Störche
Radieschen werden zum Beispiel oft mit Gummis zusammengehalten - Gift für die Störche Picture Alliance

Gummis auf dem Acker: Störche verhungern bei vollem Magen

Die Gummis stammen von den Feldern, mit ihnen werden Silberzwiebeln oder Radieschen bei der Ernte auf dem Acker zusammengebunden. Die Störche halten die Gummis für Regenwürmer, fressen sie oder füttern damit ihre Küken.

Besonders gefährlich für Jungstörche

"Ein Altstorch hat die Möglichkeit, das noch auszuwürgen" sagt Experte Reis. "Ein Jungstorch nicht. Und die verhungern dann." Auch medizinische Hilfe sei nicht möglich. "Ich habe schon mit vielen Tierärzten gesprochen und sie sagen, sobald wir die Jungstörche in Narkose versetzen, sind sie so geschwächt, dass sie die Narkose erst gar nicht überleben."

Störche im Nest
picture alliance / ZUMAPRESS.com | Matias Basualdo

Storchenzentrum Bornheim appelliert an Landwirte

Das Storchenzentrum appelliert jetzt an den Pfalzmarkt in Mutterstadt (Rhein-Pfalz-Kreis) sowie an Bauern- und Winzergenossenschaften, auf den Feldern keine Gummiringe und anderes Plastik zu verwenden, um beispielsweise Radieschen zusammenzubinden oder Rebstöcke zu befestigen.

Kreis Bad Dürkheim: Bauern drohen saftige Strafen für Plastikmüll

Der Landkreis Bad Dürkheim macht auf seiner Homepage auf die Gefahr durch Gummis, Bänder und anderen Plastikmüll in der Landwirtschaft aufmerksam. Die bestehe zum einen für Jungstörche und andere Vögel. Zum anderen zersetze sich der Kunststoff im Boden zu Mikroplastik. Das werde dann von den Pflanzen aufgenommen und könne so auch im Wasser und in unserer Nahrung landen.

Landwirten, die ihre Plastikabfälle auf den Äckern und im Wingert liegen lassen oder gar zusammen mit unverkäuflichem Gemüse in den Boden einarbeiten, drohen Bußgelder von bis zu 100.000 Euro, so die Kreisverwaltung.

Putzaktion auf Feld in der Vorderpfalz

In Böhl-Iggelheim (Rhein-Pfalz-Kreis) hatte es vor Kurzem eine Putzaktion auf dem Acker gegeben, wie der Storchenexperte Kurt Przybylowicz dem SWR berichtet. Schulklassen haben dabei Plastikteile und Gummiringe eingesammelt, um die Störche zu schützen. Die Aktion sei erfolgreich gewesen - zwei Eimer voller Gummis und Plastikringe seien dabei eingesammelt worden.

Bornheim

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