In der Nacht zu Freitag hat es erneut auf der Schiersteiner Brücke an der Anschlussstelle Mombach einen Unfall gegeben. Laut Polizei war ein 19-jähriger Autofahrer zu schnell unterwegs und auf ein anderes Auto aufgefahren. Verletzt wurde diesmal glücklicherweise niemand, allerdings muss die A643 an der Unfallstelle für knapp zwei Stunden gesperrt bleiben.
Einer von 17 Unfällen, die sich an der Stelle seit Oktober 2023 ereignet haben. Nicht alle liefen nicht so glimpflich ab wie der von Freitagnacht.
A643 war voll gesperrt Trümmerfeld nach Unfall auf Schiersteiner Brücke
Ein schwerer Unfall auf der Schiersteiner Brücke hat am Donnerstagabend zu einer Vollsperrung der A643 geführt. Ein Auto war gegen eine Betonwand geprallt.
Hessen hat sechs Spuren, Rheinland Pfalz vier
Mit dem Neubau der Schiersteiner Brücke wurde auf hessischer Seite die A643 von vier auf sechs Spuren verbreitert. Auf rheinland-pfälzischer Seite gibt es aber weiterhin nur vier Spuren. Eigentlich sollte die A643 auch auf rheinland-pfälzischer Seite sechsspurig ausgebaut werden. Dagegen wehren sich aber unter anderem Naturschutzverbände und die Stadt Mainz. Da spricht inzwischen auch die EU ein Wörtchen mit. Es ist also völlig unklar, ob, wann und wie die Autobahn in diesem Bereich überhaupt verbreitert werden wird. Bis dahin bleibt diese Stelle auf der Schiersteiner Brücke gefährlich.
Verkehr wird auf der Schiersteiner Brücke gebremst
Denn: Weil die Autobahn an der Stelle von den sechs hessischen auf die vier rheinland-pfälzischen Spuren führt, gibt es dort eine sogenannte Verschwenkung. Wer von Wiesbaden auf der A643 Richtung Dreieck Mainz fährt, wird deswegen kurz vor der Ausfahrt Mainz-Mombach erst auf 80 und dann auf 60 Stundenkilometer heruntergebremst. Die Beschilderung sei eindeutig, sagt Benjamin Gras, stellvertretender Leiter der Autobahnpolizeistation Heidesheim. Wer sich daran halte, habe an der Stelle kein Problem, auch nicht bei Regen.
Würden sich die Autofahrer an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten, hätten wir dort nicht so viele Unfälle.
Durch die sechsspurige Autobahn auf hessischer Seite unterschätzen viele Autofahrerinnen und Autofahrer aber offenbar die Gefahr. Die Verschwenkung ist kurz vor der Ausfahrt Mainz-Mombach, vor allem, wenn es dunkel ist, passieren dort die Unfälle.
Fünf Unfälle mit Schwerverletzen – Polizei will reagieren
Die meisten Unfälle geschehen also abends und in der Nacht. Und hier will die Polizei jetzt ansetzen. Die Stelle müsse sichtbarer gemacht werden, heißt es. Wie das passieren könnte, steht aber noch nicht fest. Um auf Nummer sicher zu gehen, könnte der Unfallschwerpunkt auch baulich entschärft werden. Dazu soll es Gespräche mit der zuständigen Autobahn GmbH des Bundes geben.