Vor allem in den Bereichen, in denen besonders viele Tiere leben, sind Raketen und Kracher fatal: am Tierheim in der Zwerchallee, am Wildpark Gonsenheim und am Vogelhaus im Stadtpark. Die Tiere geraten bei grellen Blitzen und lauten Knallgeräuschen in Panik. Deshalb hat die Stadt Mainz Plakate auf Litfaßsäulen geklebt, Banner aufgehängt und bittet auf Social Media darum, nicht in der Nähe von Tieren zu böllern.
Kritik: Stadt Bad Kreuznach hat Tierwohl nicht im Blick
In Bad Kreuznach kritisiert die Naturschutzgruppe Nahe, dass die Stadt nicht explizit auf ein Böllerverbot in Naturschutzgebieten hingewiesen hat. Entlang der Nahe war genau in diesen Gebieten im vergangenen Jahr immer wieder Feuerwerk gezündet worden. Dadurch seien Vögel aufgeschreckt worden, teilweise gegen harte Gegenstände geflogen und hätten sich dabei verletzt. Andere Tiere würden bei der Silvester-Knallerei das Naturschutzgebiet verlassen und nicht mehr zurückkommen – obwohl es ein optimaler Lebensraum für sie sei, so die Naturschützer.
Deswegen hatte die Naturschutzgruppe die Stadt Bad Kreuznach aufgefordert, die Bürgerinnen und Bürger noch einmal darauf hinzuweisen, dass Feuerwerk in den Naturschutzgebieten verboten ist. Die wiederum hatte erst kürzlich in einer Pressemitteilung erklärt, wo in der Innenstadt nicht geböllert werden darf. Auf das Verbot in den Naturschutzgebieten sei sie jedoch nicht eingegangen, so die Kritik der Naturschutzgruppe.
Hund rennt aus Panik in Silvesternacht vor ein Auto
Dass die Silvesternacht für viele Tiere auch tödlich enden kann, zeigt ein Ereignis aus dem vergangenen Jahr. Dort war ein Hund in Panik durch die Silvesterböllerei vor ein Auto gerannt und überfahren worden. Das Tierheim in Bad Kreuznach hatte zudem berichtet, dass in der Silvesternacht viele Hunde stundenlang gebellt hatten oder sich bei dem Versuch, sich zu verkriechen, verletzt hätten.
Plakat-Kampagne gegen Böllerei an Tierheimen
Um solchen Vorfällen vorzubeugen, wiederholt die Stadt Mainz nun wieder ihre Plakataktion aus dem vergangenen Jahr. Nach Angaben der Stadt sei die Aktion nämlich erfolgreich gewesen: Rund um das Mainzer Tierheim war es in der Silvesternacht deutlich ruhiger geblieben als in Jahren zuvor. Vor einem Jahr hatte die Stadt Mainz zum ersten Mal mit der Plakataktion dazu aufgerufen, in der Nähe von Tieren nicht zu böllern.
Offiziell gibt es in Mainz kein Böllerverbot in den Bereichen von Tierheim und Tiergehegen, obwohl sich Kommunalpolitiker und Tierschützer einig sind, dass es ein entsprechendes Bundesgesetz geben sollte. Der Mainzer Stadtrat kann das nach Angaben von Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) aus rechtlichen Gründen nicht entscheiden.
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