Das Thema Ernährung und Übergewicht begleitet Rabea D'Addario schon seit sie denken kann, erzählt sie. Schon als Kind war sie auf Abnehmkur und hatte Ernährungsberatungen. "Ich kann mich an keine Zeit erinnern, wo das nicht Thema war", sagt sie.
Entscheidung zur Magen-OP
Vergangenes Jahr im Oktober hat sich die 29-Jährige schließlich für eine Magenbypass-OP im Klinikum Worms entschieden. Ihr Magen wurde um ein gutes Stück verkleinert. Bisher habe sie 37 Kilo abgenommen, erzählt Rabea D'Addario.
Es wirkt sich schon sehr stark auf mein Leben aus und nur zum Positiven.
Ernährungsumstellung und Bewegungstherapie
Neben der Operation hat die 29-Jährige ihre Ernährung umgestellt und geht auch weiterhin zur Bewegungstherapie im Wormser Gesundheitsnetz. "Man braucht sich bei der Bewegungstherapie nicht blöd zu fühlen, auch wenn man mal eine enge Leggings anzieht. Da guckt niemand. Man kann sich sicher fühlen", beschreibt Rabea D'Addario die Stimmung in der Gruppe.
Ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland ist adipös
Die Zahl von Adipositas-Betroffenen steigt. Laut der Deutschen Adipositas-Gesellschaft ist ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland adipös, also stark übergewichtig. Übergewicht und Adipositas hätten in fast allen EU-Staaten, den USA oder auch Japan das Ausmaß einer Volkskrankheit angenommen.
Nach Angaben des Wormser Gesundheitsnetzes steigen die Zahlen auch bei Kindern und Jugendlichen. Deshalb startet in Worms ab April ein Programm speziell für diese Zielgruppe.
Menschen bewegen sich nicht mehr genug
Neben der genetischen Komponente gehe die Entwicklung dahin, dass sich die Menschen immer weniger bewegen, sagt Tina Dobiasch vom Wormser Gesundheitsnetz. "Ganz ursprünglich sind wir darauf getrimmt, nach Essen zu jagen. Heute müssen wir körperlich nichts mehr dafür tun", sagt sie.
Regelmäßiger Sport gehört inzwischen nicht mehr zu unserem Alltag.
Dinge wie regelmäßig Sport machen, gehöre nicht mehr automatisch zum Alltag dazu. Gleichzeitig gebe es aber relativ wenige Angebote, bei denen sich Adipositas-Patienten in einem geschützten Rahmen treffen und bewegen könnten, bemängelt Tina Dobiasch.
Das Wormser Gesundheitsnetz und das Wormser Klinikum wollen dem entgegenwirken. Sie arbeiten eng zusammen. Das Wormser Gesundheitsnetz kümmert sich um Ernährungsberatungen und Bewegungstherapien, das Klinikum unter anderem um chirurgische Eingriffe.
Wunsch nach mehr Akzeptanz von Adipositas-Erkrankten
Rabea D'Addario wünscht sich von der Gesellschaft mehr Akzeptanz und weniger Vorurteile gegenüber Menschen, die an Adipositas erkrankt sind. Mit Vorurteilen, dass dicke Menschen faul seien oder abnehmen ganz leicht sei, sei sie auch schon konfrontiert gewesen: "Ich würde mir wünschen, dass man auch mal hinter die Fassade schaut und darauf, woran es liegt."