Der Frühling klopft an - und das ziemlich plötzlich! Im Südwesten kommt damit auch die Pollensaison in Gang. Auch in Rheinland-Pfalz steigt die Belastung spürbar: Vor allem Hasel und Erle fliegen aktuell in teils mäßiger bis starker Konzentration - je nach Region und Wetterlage, meldet die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID). Nach den nasskalten Wochen reicht jetzt schon ein milder Abschnitt, damit die Pollenkurve nach oben schießt.
Warum geht es gerade jetzt so schnell?
Pollen reagieren stark auf das Wetter. Regen und Kälte senken die Werte oft, weil Pollen zu Boden gedrückt werden und Pflanzen sich langsamer entwickeln. Beim PID heißt es: Kommt dann milde Luft und dazu Sonne oder längere Trockenphasen, können Hasel- und Erlenkätzchen in kurzer Zeit große Mengen an Pollen freisetzen. Genau dieses Auf und Ab erleben viele Betroffene derzeit: Ein nasser Tag bringt Entlastung, danach folgt bei trockenem Wetter schnell die nächste Welle.
Pollenflug im Rheintal stärker, in Mittelgebirgen weniger stark
In Rheinland-Pfalz sind milde Lagen oft zuerst betroffen, vor allem das Rheintal und die Städte. Das zeigt auch der aktuelle Pollenflug-Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für Rheinland-Pfalz/Saarland: In den Regionen an den Flüssen wie Rhein, Nahe und Mosel liegt Hasel am Montag bei einer Belastung von gering bis mittel, Erle bei mittel bis hoch; bis Mittwoch soll Hasel dort noch auf die höchste Stufe steigen.
Im Bereich der Mittelgebirge von Rheinland-Pfalz sind die Werte teils niedriger.
Welche Pollen sind sonst schon unterwegs?
Neben Hasel und Erle sind im Südwesten laut PID vereinzelt schon Eiben- und Ulmenpollen unterwegs, lokal auch Zypressengewächse - meist noch in geringeren Mengen. Die sind für sehr Empfindliche aber spürbar.
Die Stiftung sieht die Erle vielerorts im Aufschwung, die Hasel bereits in der Hauptphase. Typische Folgen: juckende Augen, Niesanfälle, laufende Nase, teils auch Husten. Besonders ungünstig ist mildes, sonniges und trockenes Wetter.
Regen kann kurzfristig dämpfen, aber sobald es wieder trocknet, geht es häufig rasch wieder nach oben.
Diese Woche wird es für viele anstrengender
Für die nächsten Tage gilt: Je trockener und milder, desto höher das Risiko für starke Beschwerden. Der DWD rechnet bei Sonne und milden Temperaturen mit deutlich begünstigtem Pollenflug; die laufende Blüte von Hasel und Erle werde dadurch intensiviert, sagt Christina Endler vom Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des DWD.
Was Betroffene jetzt konkret tun können
Ganz umgehen lässt sich der Pollenflug nicht, aber man kann die Exposition senken. Der Allergieinformationsdienst (Helmholtz Munich) empfiehlt:
- Wohnung möglichst pollenarm halten (in der Stadt eher morgens lüften)
- Haare waschen
- Kleidung wechseln, wenn man draußen war
- Symptome bei Bedarf z.B. mit Antihistaminika behandeln (am besten in Absprache mit Ärztin/Arzt)
Nasensprays aber nicht zu lange nutzen, das kann die Nasenschleimhaut schädigen, warnt Karl-Christian Bergmann, der Vorsitzender des PID.
Klimawandel: Warum der Start immer häufiger so früh kommt
Dass Hasel-Pollen schon im Winter oder sehr früh im Jahr auftauchen, ist kein Ausreißer mehr. Der DWD beobachtet seit Jahren: Die Haselblüte hat sich seit 1951 um gut einen Monat nach vorn verlagert. Und laut Robert-Koch-Institut (RKI) haben allergische Erkrankungen über Jahrzehnte weltweit stark zugenommen und stagnieren derzeit auf hohem Niveau. Für Allergikerinnen und Allergiker bedeutet das: weniger pollenfreie Wochen und längere Beschwerdezeiten.
Fazit
Im Südwesten hat die Pollensaison begonnen: Hasel und Erle sind die entscheidenden Arten - und die Belastung nimmt mit jedem milden, trockenen Tag zu. Wer betroffen ist, sollte den DWD-Index im Blick behalten, klug lüften und Pollen aus der Wohnung fernhalten.