- Angelika Glöckner (SPD)
- Florian Bilic (CDU)
- Dominik Fey (Bündnis 90/Die Grünen)
- Anne Oberle (FDP)
- Iris Nieland (AfD)
- Jens Specht (Freie Wähler)
- Daniel Melzel (Die Linke)
- Barbara Schwarz (Tierschutzpartei)
- Heinz Berta (Bündnis Deutschland)
- Peter Kalmes (BSW)
Bei den vergangenen Bundestagswahlen gelang es Angelika Glöckner (SPD) eine CDU-Bastion zu durchbrechen. Seriengewinnerin Anita Schäfer trat 2021 nicht mehr an. Glöckner gewann das Direktmandat.
Florian Bilic versucht für die CDU dieses Direktmandat zurückzuholen. Das in einem Wahlkreis, zu dem neben den Städten Pirmasens und Zweibrücken auch der Kreis Südwestpfalz und der Süden des Kreises Kaiserslautern gehören. Das sind die Kandidatinnen und Kandidaten im Wahlkreis 209 Pirmasens:
Angelika Glöckner (SPD)
Seit zehn Jahren ist Angelika Glöckner aus Lemberg Mitglied des Bundestages. Die 63-Jährige möchte ihre Erfahrung auch "weiterhin für die Menschen in der Westpfalz einbringen", wie sie sagt. Die Region sei ein attraktiver Lebensraum und die günstigen Lebenshaltungskosten seien für viele Menschen "ein wichtiger Grund, sich hier niederzulassen". Allerdings gebe es auch noch einiges zu bewegen, damit sich weitere Menschen jeden Alters "entscheiden, dauerhaft in unserer Region zu wohnen", so Glöckner.
Ihre drei wichtigsten Themen, mit denen sie sich im Falle einer Wahl in Berlin für die Westpfalz einsetzen will: der weitere Ausbau der Straßen-, Schienen- und Stromnetze sowie der Breitbandausbau. Für eine ausreichende Finanzierung dieser Investitionen brauche es eine "Überarbeitung der Schuldenbremse sowie die Einführung einer Reichsten-Steuer", teilt Glöckner mit. Wichtig sind ihr außerdem eine starke Industrie und sichere, gut bezahlte Arbeitsplätze in der Westpfalz.
Florian Bilic (CDU)
Der Hauptgeschäftsführer des Pfälzerwald-Vereins kandidiert nach 2021 zum zweiten Mal für den Bundestag. Florian Bilic ist Stadtratsmitglied in Pirmasens und will sich unter anderem für Bürokratieabbau, bessere Rahmenbedingungen für das Handwerk, einen technologieoffenen Klimaschutz und eine solide Ausstattung der Kommunen einsetzen. Außerdem würde Bilic gerne die Digitalisierung vorantreiben. Er ist für eine Grundsicherung statt Bürgergeld und für eine Steuerentlastung für Mehrarbeit und Pendler.
Seine drei wichtigsten Themen, mit denen er sich im Falle einer Wahl in Berlin für die Westpfalz einsetzen will: einen "schnellstmöglichen Ausbau der B10", wie es der 31-Jährige beschreibt. Außerdem für einen flächendeckenden Mobilfunkempfang und eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Unternehmen.
Dominik Fey (Bündnis 90/Die Grünen)
Der 38-Jährige aus Ramstein-Miesenbach ist unter anderem Mitglied im Inklusionsbeirat und im Jugendhilfeausschuss des Kreises Kaiserslautern. Der Lehrer möchte gerne den "Bürgern zuhören und dann agieren", wie es Dominik Fey beschreibt. Außerdem will er "Veränderung ermöglichen" und "Zukunftspolitik" machen.
Seine drei wichtigsten Themen, mit denen er sich im Falle einer Wahl in Berlin für die Westpfalz einsetzen will: die Kommunen durch Übernahme von Altschulden entlasten und eine "gerechte Finanzierung von Pflichtaufgaben", so Fey. Außerdem würde er gerne die Digitalisierung der Verwaltung mit einer einheitlichen "Deutschland-App" vorantreiben und sich für "günstigen Strom und günstige Mobilität durch den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien" einsetzen.
Anne Oberle (FDP)
Die 45-jährige Profispringreiterin ist Fraktionsvorsitzende der FDP im Zweibrücker Stadtrat. Anne Oberle würde gerne durch ihre "offene kommunikative Art andere inspirieren, sich mit mir politisch zu engagieren". Ein weiterer Grund, weshalb sie für den Bundestag kandidiert: "Gemeinsam die Zukunft zu verändern!"
Ihre drei wichtigsten Themen, mit denen sie sich im Falle einer Wahl in Berlin für die Westpfalz einsetzen will: Bürokratieabbau und Steuererleichterungen, "um Erfindergeist, Innovation und Unternehmensgründungen zu fördern", beschreibt es Oberle. Außerdem möchte sie Förderungen und Investitionen in Bildung, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Dazu gehört für sie auch, mehr zugewanderte Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Schließlich würde sie gerne die Verkehrsinfrastruktur modernisieren, wozu auch eine effizientere Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gehöre.
Iris Nieland (AfD)
Iris Nieland, Jahrgang 1960, ist stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD-Landtagsfraktion. Sie wuchs in Dortmund auf, wie sie auf ihrer Homepage mitteilt, und war unter anderem als kaufmännische Referentin für mittelständische Unternehmen tätig. 1983 zog sie in die Pfalz und lebt im Kreis Bad Dürkheim. Dort ist sie auch Mitglied im Kreistag. Im Bundestag würde sie gerne "Wohlstand sichern" und "Sicherheit herstellen für Frauen und Mädchen im öffentlichen Raum", wie sie dem SWR mitteilt.
Ihre drei wichtigsten Themen, mit denen sie sich im Falle einer Wahl in Berlin für die Westpfalz einsetzen will: einen Strukturwandel einleiten, außerdem eine "Sonderwirtschaftszone für die Westpfalz einrichten" und "öffentliche Räume durch mehr Polizeipräsenz sicherer machen", so Nieland.
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Nach dem vorzeitigen Aus der Ampel-Koalition wird am 23. Februar 2025 ein neuer Bundestag gewählt. Das müssen Sie in Rheinland-Pfalz zur vorgezogenen Neuwahl wissen:
Jens Specht (Freie Wähler)
Der 44-jährige KfZ-Meister war unter anderem von 2019 bis 2024 Ortsbürgermeister von Trippstadt. Für den Bundestag kandidiert Jens Specht, weil er sich für Bürgernähe und kommunale Selbstbestimmung einsetzen möchte. Außerdem sind ihm Themen wie soziale Teilhabe und Inklusion sowie die "Förderung regionaler Wertschöpfung" wichtig, so Specht.
Seine drei wichtigsten Themen, mit denen er sich im Falle einer Wahl in Berlin für die Westpfalz einsetzen will: die Kaufkraft in den Regionen stärken. "Durch den Kauf regionaler Waren und hiesiger Dienstleistungen stärken wir unsere Heimat, sichern Arbeitsplätze vor Ort, verbessern die Steuerkraft der Gemeinden und schonen unsere Umwelt und das Klima", sagt Specht. Außerdem möchte er sich für das Handwerk, den Mittelstand und die Ausbildung sowie die "Sicherstellung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum" einbringen.
Daniel Melzel (Die Linke)
Der 23-jährige Applikations-Techniker aus Pirmasens ist seit dem vergangenen Jahr politisch aktiv. Er möchte sich für eine Erhöhung des Lebensstandards für alle Bürger einbringen und sich gegen "die Ausbeutung der Bevölkerung" stemmen, wie Daniel Melzel mitteilt. Außerdem ist ihm der "Frieden in der Bevölkerung" eine Herzensangelegenheit.
Seine drei wichtigsten Themen, mit denen er sich im Falle einer Wahl in Berlin für die Westpfalz einsetzen will: die Erhöhung des Mindestlohns und die Bekämpfung von Leerständen, so Melzel. Zudem ist ihm das Thema Inklusion wichtig.
Barbara Schwarz (Tierschutzpartei)
Die 63-jährige Übersetzerin aus Dahn ist zweite Vorsitzende des Landesverbandes und Beisitzerin im Bundesvorstand der Tierschutzpartei. Das "Totalversagen aller bisherigen Bundesregierungen in Sachen Tierschutz", so Barbara Schwarz, ist einer der Gründe, warum sie für den Bundestag kandidiert. Das Recht "auf körperliche Unversehrtheit und Recht auf Leben von Milliarden nicht-menschlichen Tieren" sei von allen bisherigen Bundesregierungen missachtet worden.
Ihre drei wichtigsten Themen, mit denen sie sich im Falle einer Wahl in Berlin für die Westpfalz einsetzen will: ein Verbot "jeder Hobbyjagd und Tierversuchsanstalten und strafrechtliche Verfolgung aller Tierschutzvergehen". Außerdem möchte sie die heimische Natur vor Ausnutzung und Abholzung schützen, teilt Schwarz mit. Zudem will sie sich für eine "komplette staatliche Finanzierung aller Tierheime, Taubenhäuser und Auffangstationen durch Streichung sämtlicher Subventionen für die Tiere brutalst ausbeutende und ermordende nicht-bio-vegane Landwirtschaft" einbringen, wie es die Kandidatin beschreibt.
Heinz Berta (Bündnis Deutschland)
Der 62-jährige Unternehmer und ehemalige Polizeibeamte ist Landesgeneralsekretär und Bezirksvorsitzender von Bündnis Deutschland. Er lebt in Mehren in der Vulkaneifel, kandidiert aber im Wahlkreis Pirmasens. Heinz Berta sieht eine Zeit "für neue Politik", wie er dem SWR mitteilt. Er würde gerne die Bürger in den Mittelpunkt der politischen Entscheidung stellen. Das Motto: "Mitmachen - nicht meckern."
Seine drei wichtigsten Themen, mit denen er sich im Falle einer Wahl in Berlin für die Westpfalz einsetzen will: Freiheit, Wohlstand und Sicherheit, so Heinz Berta, der nach eigenen Angaben seit 2013 politisch aktiv ist.
Peter Kalmes (BSW)
Der 62-jährige Pirmasenser ist Fraktionsvorsitzender des BSW im Bezirkstag und Schatzmeister im Landesverband. Der Zollbeamte kandidiert für den Bundestag, weil er "Frieden durch Verhandlungen" schaffen will, teilt Peter Kalmes. Außerdem möchte er sich für eine "faire Sozialpolitik" und "nachvollziehbare Migrationspolitik" engagieren.
Seine drei wichtigsten Themen, mit denen er sich im Falle einer Wahl in Berlin für die Westpfalz einsetzen will: "Finanzierung von Arbeit statt Arbeitslosigkeit", so Kalmes. Außerdem soll die stationäre medizinische Versorgung sichergestellt und der Ärztemangel bekämpft werden. Das dritte Thema: die "Wiederherstellung der kommunalen Selbstverwaltung".
Schafft es der Direktkandidat überhaupt in den Bundestag?
Unklar ist, ob es der gewählte Direktkandidat am Ende überhaupt in den Bundestag schafft. Denn durch die Wahlrechtsreform ziehen die Wahlkreisgewinner und -gewinnerinnen nicht mehr automatisch in den Bundestag ein, weil Überhangmandate abgeschafft wurden. Jede Partei erhält jetzt nur noch so viele Sitze im Bundestag, wie ihr gemäß der abgegebenen Zweitstimmen zustehen.