Bundestagswahl 2025

Wahlkreis Pirmasens – die Ausgangslage

Im Wahlkreis Pirmasens treten am 23. Februar zehn Kandidatinnen und Kandidaten für die Bundestagswahl an. Darunter eine Abgeordnete, die wieder nach Berlin will.

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Stand

Von Autor/in Sebastian Stollhof

Bei den vergangenen Bundestagswahlen gelang es Angelika Glöckner (SPD) eine CDU-Bastion zu durchbrechen. Seriengewinnerin Anita Schäfer trat 2021 nicht mehr an. Glöckner gewann das Direktmandat.

Florian Bilic versucht für die CDU dieses Direktmandat zurückzuholen. Das in einem Wahlkreis, zu dem neben den Städten Pirmasens und Zweibrücken auch der Kreis Südwestpfalz und der Süden des Kreises Kaiserslautern gehören. Das sind die Kandidatinnen und Kandidaten im Wahlkreis 209 Pirmasens:

Angelika Glöckner (SPD)

Angelika Glöckner (SPD)
Für Angelika Glöckner gibt es noch einiges zu bewegen, "damit Menschen in jedem Alter sich entscheiden, dauerhaft in unserer Region zu wohnen". Angelika Glöckner

Seit zehn Jahren ist Angelika Glöckner aus Lemberg Mitglied des Bundestages. Die 63-Jährige möchte ihre Erfahrung auch "weiterhin für die Menschen in der Westpfalz einbringen", wie sie sagt. Die Region sei ein attraktiver Lebensraum und die günstigen Lebenshaltungskosten seien für viele Menschen "ein wichtiger Grund, sich hier niederzulassen". Allerdings gebe es auch noch einiges zu bewegen, damit sich weitere Menschen jeden Alters "entscheiden, dauerhaft in unserer Region zu wohnen", so Glöckner.

Ihre drei wichtigsten Themen, mit denen sie sich im Falle einer Wahl in Berlin für die Westpfalz einsetzen will: der weitere Ausbau der Straßen-, Schienen- und Stromnetze sowie der Breitbandausbau. Für eine ausreichende Finanzierung dieser Investitionen brauche es eine "Überarbeitung der Schuldenbremse sowie die Einführung einer Reichsten-Steuer", teilt Glöckner mit. Wichtig sind ihr außerdem eine starke Industrie und sichere, gut bezahlte Arbeitsplätze in der Westpfalz.

Florian Bilic (CDU)

Florian Bilic (CDU)
Florian Bilic möchte sich unter anderem für eine solide Ausstattung der Kommunen und eine Beibehaltung der Schuldenbremse einsetzen. Florian Bilic

Der Hauptgeschäftsführer des Pfälzerwald-Vereins kandidiert nach 2021 zum zweiten Mal für den Bundestag. Florian Bilic ist Stadtratsmitglied in Pirmasens und will sich unter anderem für Bürokratieabbau, bessere Rahmenbedingungen für das Handwerk, einen technologieoffenen Klimaschutz und eine solide Ausstattung der Kommunen einsetzen. Außerdem würde Bilic gerne die Digitalisierung vorantreiben. Er ist für eine Grundsicherung statt Bürgergeld und für eine Steuerentlastung für Mehrarbeit und Pendler.

Seine drei wichtigsten Themen, mit denen er sich im Falle einer Wahl in Berlin für die Westpfalz einsetzen will: einen "schnellstmöglichen Ausbau der B10", wie es der 31-Jährige beschreibt. Außerdem für einen flächendeckenden Mobilfunkempfang und eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Unternehmen.

Dominik Fey (Bündnis 90/Die Grünen)

Dominik Fey (Bündnis 90Die Grünen)
Dominik Fey würde gerne die Digitalisierung der Verwaltung mit einer einheitlichen "Deutschland-App" vorantreiben. Dominik Fey

Der 38-Jährige aus Ramstein-Miesenbach ist unter anderem Mitglied im Inklusionsbeirat und im Jugendhilfeausschuss des Kreises Kaiserslautern. Der Lehrer möchte gerne den "Bürgern zuhören und dann agieren", wie es Dominik Fey beschreibt. Außerdem will er "Veränderung ermöglichen" und "Zukunftspolitik" machen.

Seine drei wichtigsten Themen, mit denen er sich im Falle einer Wahl in Berlin für die Westpfalz einsetzen will: die Kommunen durch Übernahme von Altschulden entlasten und eine "gerechte Finanzierung von Pflichtaufgaben", so Fey. Außerdem würde er gerne die Digitalisierung der Verwaltung mit einer einheitlichen "Deutschland-App" vorantreiben und sich für "günstigen Strom und günstige Mobilität durch den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien" einsetzen.

Anne Oberle (FDP)

Anne Oberle (FDP)
Anne Oberle möchte durch ihre "offene kommunikative Art andere inspirieren, sich mit mir politisch zu engagieren". Anne Oberle

Die 45-jährige Profispringreiterin ist Fraktionsvorsitzende der FDP im Zweibrücker Stadtrat. Anne Oberle würde gerne durch ihre "offene kommunikative Art andere inspirieren, sich mit mir politisch zu engagieren". Ein weiterer Grund, weshalb sie für den Bundestag kandidiert: "Gemeinsam die Zukunft zu verändern!"

Ihre drei wichtigsten Themen, mit denen sie sich im Falle einer Wahl in Berlin für die Westpfalz einsetzen will: Bürokratieabbau und Steuererleichterungen, "um Erfindergeist, Innovation und Unternehmensgründungen zu fördern", beschreibt es Oberle. Außerdem möchte sie Förderungen und Investitionen in Bildung, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Dazu gehört für sie auch, mehr zugewanderte Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Schließlich würde sie gerne die Verkehrsinfrastruktur modernisieren, wozu auch eine effizientere Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gehöre.

Iris Nieland (AfD)

Iris Nieland (AfD)
Iris Nieland würde gerne eine "Sonderwirtschaftszone für die Westpfalz einrichten" und "öffentliche Räume durch mehr Polizeipräsenz sicherer machen". Iris Nieland

Iris Nieland, Jahrgang 1960, ist stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD-Landtagsfraktion. Sie wuchs in Dortmund auf, wie sie auf ihrer Homepage mitteilt, und war unter anderem als kaufmännische Referentin für mittelständische Unternehmen tätig. 1983 zog sie in die Pfalz und lebt im Kreis Bad Dürkheim. Dort ist sie auch Mitglied im Kreistag. Im Bundestag würde sie gerne "Wohlstand sichern" und "Sicherheit herstellen für Frauen und Mädchen im öffentlichen Raum", wie sie dem SWR mitteilt.

Ihre drei wichtigsten Themen, mit denen sie sich im Falle einer Wahl in Berlin für die Westpfalz einsetzen will: einen Strukturwandel einleiten, außerdem eine "Sonderwirtschaftszone für die Westpfalz einrichten" und "öffentliche Räume durch mehr Polizeipräsenz sicherer machen", so Nieland.

RLP

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Arbeitsplatz SWR1

Jens Specht (Freie Wähler)

Jens Specht (Freie Wähler)
"Der Mittelstand ist das Rückgrat unserer Wirtschaft. Er stellt den Großteil der Arbeitsplätze, bietet Jugendlichen eine berufliche Ausbildung und trägt wesentlich zur Wertschöpfung bei", sagt Jens Specht. Jens Specht

Der 44-jährige KfZ-Meister war unter anderem von 2019 bis 2024 Ortsbürgermeister von Trippstadt. Für den Bundestag kandidiert Jens Specht, weil er sich für Bürgernähe und kommunale Selbstbestimmung einsetzen möchte. Außerdem sind ihm Themen wie soziale Teilhabe und Inklusion sowie die "Förderung regionaler Wertschöpfung" wichtig, so Specht.

Seine drei wichtigsten Themen, mit denen er sich im Falle einer Wahl in Berlin für die Westpfalz einsetzen will: die Kaufkraft in den Regionen stärken. "Durch den Kauf regionaler Waren und hiesiger Dienstleistungen stärken wir unsere Heimat, sichern Arbeitsplätze vor Ort, verbessern die Steuerkraft der Gemeinden und schonen unsere Umwelt und das Klima", sagt Specht. Außerdem möchte er sich für das Handwerk, den Mittelstand und die Ausbildung sowie die "Sicherstellung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum" einbringen.

Daniel Melzel (Die Linke)

Daniel Melzel (Die Linke)
Daniel Melzel will sich für eine Erhöhung des Lebensstandards für alle Bürger einbringen. Daniel Melzel

Der 23-jährige Applikations-Techniker aus Pirmasens ist seit dem vergangenen Jahr politisch aktiv. Er möchte sich für eine Erhöhung des Lebensstandards für alle Bürger einbringen und sich gegen "die Ausbeutung der Bevölkerung" stemmen, wie Daniel Melzel mitteilt. Außerdem ist ihm der "Frieden in der Bevölkerung" eine Herzensangelegenheit.

Seine drei wichtigsten Themen, mit denen er sich im Falle einer Wahl in Berlin für die Westpfalz einsetzen will: die Erhöhung des Mindestlohns und die Bekämpfung von Leerständen, so Melzel. Zudem ist ihm das Thema Inklusion wichtig.

Barbara Schwarz (Tierschutzpartei)

Barbara Schwarz (Tierschutzpartei)
Barbara Schwarz will sich in Berlin unter anderem dafür einbringen, dass sich Gastronomie und Mensen dazu verpflichten, "rein-pflanzliche Essen tagtäglich und günstiger als Tierbestandteile enthaltende Mahlzeiten" anzubieten. Barbara Schwarz

Die 63-jährige Übersetzerin aus Dahn ist zweite Vorsitzende des Landesverbandes und Beisitzerin im Bundesvorstand der Tierschutzpartei. Das "Totalversagen aller bisherigen Bundesregierungen in Sachen Tierschutz", so Barbara Schwarz, ist einer der Gründe, warum sie für den Bundestag kandidiert. Das Recht "auf körperliche Unversehrtheit und Recht auf Leben von Milliarden nicht-menschlichen Tieren" sei von allen bisherigen Bundesregierungen missachtet worden.

Ihre drei wichtigsten Themen, mit denen sie sich im Falle einer Wahl in Berlin für die Westpfalz einsetzen will: ein Verbot "jeder Hobbyjagd und Tierversuchsanstalten und strafrechtliche Verfolgung aller Tierschutzvergehen". Außerdem möchte sie die heimische Natur vor Ausnutzung und Abholzung schützen, teilt Schwarz mit. Zudem will sie sich für eine "komplette staatliche Finanzierung aller Tierheime, Taubenhäuser und Auffangstationen durch Streichung sämtlicher Subventionen für die Tiere brutalst ausbeutende und ermordende nicht-bio-vegane Landwirtschaft" einbringen, wie es die Kandidatin beschreibt.

Heinz Berta (Bündnis Deutschland)

Heinz Berta (Bündnis Deutschland)
Heinz Berta würde gerne die Bürger in den Mittelpunkt der politischen Entscheidung stellen, wie er es beschreibt. Heinz Berta

Der 62-jährige Unternehmer und ehemalige Polizeibeamte ist Landesgeneralsekretär und Bezirksvorsitzender von Bündnis Deutschland. Er lebt in Mehren in der Vulkaneifel, kandidiert aber im Wahlkreis Pirmasens. Heinz Berta sieht eine Zeit "für neue Politik", wie er dem SWR mitteilt. Er würde gerne die Bürger in den Mittelpunkt der politischen Entscheidung stellen. Das Motto: "Mitmachen - nicht meckern."

Seine drei wichtigsten Themen, mit denen er sich im Falle einer Wahl in Berlin für die Westpfalz einsetzen will: Freiheit, Wohlstand und Sicherheit, so Heinz Berta, der nach eigenen Angaben seit 2013 politisch aktiv ist.

Peter Kalmes (BSW)

Peter Kalmes (BSW)
Peter Kalmes möchte sich für eine "faire Sozialpolitik" und "nachvollziehbare Migrationspolitik" einsetzen. Peter Kalmes

Der 62-jährige Pirmasenser ist Fraktionsvorsitzender des BSW im Bezirkstag und Schatzmeister im Landesverband. Der Zollbeamte kandidiert für den Bundestag, weil er "Frieden durch Verhandlungen" schaffen will, teilt Peter Kalmes. Außerdem möchte er sich für eine "faire Sozialpolitik" und "nachvollziehbare Migrationspolitik" engagieren.

Seine drei wichtigsten Themen, mit denen er sich im Falle einer Wahl in Berlin für die Westpfalz einsetzen will: "Finanzierung von Arbeit statt Arbeitslosigkeit", so Kalmes. Außerdem soll die stationäre medizinische Versorgung sichergestellt und der Ärztemangel bekämpft werden. Das dritte Thema: die "Wiederherstellung der kommunalen Selbstverwaltung".

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