Claus Köhnlein ist Internist - und einer der bekanntesten Aids-Leugner Deutschlands. Er zweifelt bis heute, dass das HI-Virus Aids verursacht. Die Einnahme von Medikamenten gegen HIV sieht er kritisch, Tests hält er für nutzlos, weil das Virus harmlos sei.
Und das hat jetzt eine Wiederholung mit Corona gefunden. Das Thema kennen Sie wahrscheinlich auch von mir. Weil ich da ähnlich argumentiert habe, dass Corona eine Testseuche ist, weil mir das von der Aidsseuche klar war. Ein Schnupfenvirus ist das.
Am 1. Dezember ist der Welt-AIDS-Tag
Die Verharmlosung von Pandemien wie Corona oder Aids hat für Patienten wie Daniel dramatische Folgen: 2009 wird er in die Uniklinik Kiel eingeliefert. Doch Daniel will keinen Test, obwohl alles auf Aids hindeutet. Er überlebt nur knapp. Ohne es zu wissen, war er einem Aids-Leugner den Leim gegangen.
Er hat immer gesagt das gibt es nicht. Das ist Blödsinn. Lass dir nichts andrehen, mach da nichts. Und mein damaliger Hausarzt, der hatte die gleiche Meinung oder eine ähnliche Meinung wie Dr. Köhnlein. Und dann hab ich natürlich nie einen Test gemacht.
Sarah Pohl ist die Leiterin der zentralen Beratungsstelle für Weltanschauungsfragen in Baden-Württemberg und beobachtet die Entwicklung von Verschwörungstheorien daher ganz genau.
Und das ist auch gar nichts Neues, da können wir auch ein bisschen in die Geschichtsbücher gucken und sehen, mit jeder Krise hatten wir Konjunktur an Verschwörungserzählungen rund um die Krise, an Glaubensanbietern, die einfache Antworten und Lösungen angeboten haben.
Warum driften Menschen in ihre eigene Glaubenswelt ab und wie schaffen es einige, wieder herauszufinden?