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Die Entfremdungs-Lüge – Wie rechte Netzwerke das Familienrecht unterwandern

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Von Autor/in Heiko Rahms , Stephanie Schmidt

Immer öfter verlieren Mütter das Sorgerecht für ihre Kinder, selbst wenn der Vater gewalttätig ist. Der Vorwurf der „Entfremdung“ - das sogenannte „Parental-Alienation-Syndrom“ (PAS) ist zu einem schlagkräftigen Instrument an Familiengerichten geworden. 

„Parental Alienation Syndrome“: Wie ein umstrittenes Konzept Sorgerechtsentscheidungen beeinflusst 

Dabei ist das angebliche Syndrom unwissenschaftlich und frauenfeindlich. Einige Länder haben es als Argument in Sorgerechtsverfahren bereits verboten. In anderen europäischen Ländern ist es dagegen auf dem Vormarsch. Auch in Deutschland.  

Das Bundesverfassungsgericht hat im November 2023 auf diesen Missstand hingewiesen und auch der Europarat ermahnt Deutschland für viele familiengerichtliche Verfahren, in denen mit PAS argumentiert wird. Denn der Vorwurf der angeblichen „Entfremdung“ des Kindes durch die Mutter gegenüber dem Vater führt regelmäßig zu einer Täter-Opfer-Umkehr.  

Wenn Mütter zu Unrecht beschuldigt werden 

In kafkaesken Verfahren wird Frauen ohne wissenschaftliche Grundlage eine psychische Störung attestiert und das Sorgerecht eingeschränkt oder entzogen. Wenn sie den Kontakt zum Kind nicht verlieren wollen, werden sie zum Umgang mit dem gewalttätigen Ex-Partner genötigt.  

Väterrechtler - Ein Netzwerk aus Lobby, Gutachtern und politischen Interessen 

Doch was steckt hinter PAS? Wer hat ein Interesse daran, Frauen an Täter zu binden und das Vertrauen in den Rechtsstaat zu erschüttern? Auf einem Männerkongress in Deutschland beschließen 2012 führende Akteure der Väterrechtler- und der Gutachterszene eine Offensive.

In den Folgejahren treten diese Akteure massiv durch radikale Lobbyarbeit in Deutschland und auch international auf. Ihre Einflüsse reichen in Jugendämter, Richterakademien und in die Gutachterszene. Und nicht nur in Deutschland ist PAS erfolgreich. 

PAS in Europa: andere EU-Länder unter Druck 

Recherchen in mehreren europäischen Ländern zeigen, wie sich radikale Väterrechtler mit rechtsnationalen Gruppierungen vernetzen. In vielen Gerichtssälen spielen sich identische Szenen ab, die verdeutlichen, dass der antidemokratische Rechtsruck auch in der Familienpolitik angekommen ist. 

(Produktion: DLF/SWR 2025)

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