„Hier ist die Wärmewende jetzt vollzogen“, sagt Jonas Knothe, nachdem er in einem Haus in Halle an der Saale die alte Gastherme demontiert und eine Wärmepumpe angeschlossen hat. Von nun an werden die Eigentümer des Hauses beim Heizen auf fossile Brennstoffe verzichten. Sie haben ihre Entscheidung getroffen, während in Deutschland über steigende Energiepreise, globale Klimakrisen und die neue CO2-Bepreisung diskutiert wird.
Energiewende im Heizungskeller
Wie werden wir in Zukunft, wenn Holz, Kohle, Öl und Gas immer mehr an Akzeptanz verlieren, heizen? Antworten bestimmen und prägen die Debatten politisch, wirtschaftlich und sozial und heizen sie auf.
„Wir haben Fehler gemacht“, sagt Stefan Wenzel, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, im Rückblick. „Zu groß war der mediale Widerstand gegen moderne, aber vermeintlich teure und stromfressende Wärmepumpen, zu groß das Beharrungsvermögen der Hausbesitzer, die sich nicht vorschreiben lassen wollen, Öl- und Gaskessel rauszuschmeißen.“
Deutschlands Energiezukunft steht auf dem Spiel
Und so wurde das Regierungsziel, 500.000 Wärmepumpen jährlich zu installieren, weit verfehlt und die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes zum Fallstrick für die Ampelkoalition. Kurz nach dem Amtsantritt der neuen Bundesregierung sagte Katherina Reiche, die neue Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, der Klimaschutz sei zuletzt vielleicht „überbetont“ worden. Es brauche eine „Neuausrichtung der Energiewende“, aber keine „Lex Wärmepumpe“.
Wärmewende ist für Klimaziele notwendig
Dabei gilt auch für die neue Bundesregierung das Pariser Abkommen und die Aussage: Deutschland muss bis 2045 klimaneutral sein. Noch aber stammen drei Viertel der genutzten Heizenergie aus Öl oder Gas. Der Gebäudesektor verfehlt deshalb regelmäßig die Klimaziele. Deutschland muss das Tempo also anziehen. Wärmepumpen und grüne Fernwärmenetze könnten dabei helfen – aber nach dem Hin- und Her der letzten Jahre ist die Branche verunsichert.
Wirtschaftsfaktor Klimaneutralität
Beim deutschen Wärmepumpenhersteller Stiebel-Eltron fürchtet man, dass es dem Sektor ähnlich gehen könnte wie den Solarherstellern Anfang der 2000er Jahre: Wenn Deutschland zu lang an alten Technologien festhält, wird es von der starken asiatischen Konkurrenz abgehängt.
Die Doku geht der Frage nach, ob Deutschland die Wärmewende noch schaffen kann – trotz globalem Handelskonflikt, hartem Wettbewerb und neuer politischer Rahmenbedingungen.
MDR 2025