Ein Autofahrer parkt auf dem Radweg, an der Kasse drängelt sich mal wieder jemand vor, oder die Tochter der Nachbarn übt während der Mittagspause Klavier. Nun gilt es abzuwägen, wie wir in solchen Situationen reagieren. Es gibt durchaus Menschen, die in der Lage sind, jede einzelne dieser Situationen rational zu betrachten und sie dann ganz locker zu ignorieren. Es gibt aber auch Menschen, die je nach Situation viel Energie aufwenden, um Haltung zu zeigen und den Mitmenschen klarzumachen: Nein, so geht es nicht.
Klar ist, wir alle wünschen uns oft, nicht die Eskalationsstufe zu zünden. Im Grunde streben wir alle nach Gelassenheit. Doch was ist damit gemeint? Die Schnittmenge zu Resilienz und Achtsamkeit ist hoch. Die Matinee in SWR Kultur strebt am Pfingstsonntag nach höheren Zielen.
Wir folgen dem Insta- und TikTok-Trend und lassen uns die LET THEM-Theorie der US-Amerikanerin Mel Robbins erklären. Wir fragen, ob unsere französischen Nachbarn gelassener sind als wir, und ob bereits wenige Kilometer hinter der Grenze zwischen Saarland und Elsass das viel gepriesene "Laissez faire" spürbar wird. Wir suchen nach Gelassenheit im Alltag und erzählen die Geschichte eines der lässigsten Kleidungsstücke der letzten Jahrzehnte, der Baggy-Jeans. Last but not least reicht es dann mit dem entspannten Zurücklehnen: Ist in unruhigen Zeiten wie diese Gelassenheit wirklich das Kardinal-Rezept? Oder täten nicht doch ab und zu Engagement und Debatte gut?
Gesprächspartner der Sendung sind Jula Wildberger, Philosophie-Historikerin, und der Regisseur Christopher Roth.
Redaktion: Nicole Dantrimont
Musikredaktion: Leonie Klein