Die Invasion in Panama am 20. Dezember 1989 begründet die US-Regierung auch damit, dass sie Machthaber Manuel Noriega für seine Drogengeschäfte zur Verantwortung ziehen will.
Noriega entkommt zunächst dem Zugriff
Doch so schnell findet sie ihn nicht. An Heilig Abend findet Noriega Unterschlupf ausgerechnet in der Nuntiatur – also der Botschaft des Vatikan in Panama.
Die USA scheuen davor zurück, in die Botschaft einzudringen und versuchen es mit anderen Methoden.
USA und Vatikan im Konflikt über Noriega
Am 29. Dezember beschallen sie die Botschaft extrem laut mit Rockmusik.
Nachdem auch das nicht hilft, blockieren die USA erstmal die Botschaften von Kuba und Nicaragua, damit Noriega nicht noch womöglich dorthin wechselt.
Spekulationen: Warum schützt der Vatikan Noriega?
Unterdessen spekuliert ein Bericht vom 2. Januar darüber, welches Interesse ausgerechnet der Vatikan hat, einen Schwerverbrecher wie Noriega Schutz zu bieten. Erpresst Noriega womöglich den Vatikan möglich mit Dokumenten über dessen Kontakte zur Drogenmafia?
Noriegas Verhaftung
Am 3. Januar schließlich ist es soweit: Noriega verlässt die vatikanische Botschaft und stellt sich.
Er wird nach Florida gebracht. Ein Gericht in Miami verurteilt ihn schließlich zu einer Freiheitsstrafe von 40 Jahren. In Frankreich und in Panama selbst folgen weitere Prozesse. Noriega verbringt die letzten Jahre seines Lebens in einem Gefängnis direkt am Panamakanal.
Er stirbt 2017 an einem Hirntumor.
20.-22.12.1989 US-Invasion in Panama – Fahndung nach Machthaber Noriega
20.-22.12.1989 | Manuel Noriega, der langjährige Machthaber in Panama, stand lange auf der Gehaltsliste der CIA. Denn über Panama konnten die USA Waffen ins benachbarte Nicaragua schmuggeln, um die dortigen Contra-Rebellen zu unterstützen.
Doch 1988 hat Washington genug von Noriega. Der ist offensichtlich in Drogenhandel und Geldwäsche verstrickt. Die USA sorgen sich außerdem um den freien Zugang zum Panamakanal. 1989 gibt es Wahlen in Panama – doch Noriega ignoriert sie und bleibt mit Gewalt an der Macht. Ende des Jahres spitzt sich die Situation weiter zu. Bis US-Präsident George Bush (sen.) befiehlt kurz vor Weihnachen, in Panama einzumarschieren und Noriega festzunehmen.
Bemerkenswert ist, dass diese Ereignisse in den bundesdeutschen Nachrichten oft nicht an erster Stelle stehen – denn zeitgleich kommt es auch in Rumänien zum Sturz von Diktator Ceaucescu. Diese Meldungen aus Bukarest sind oft der Aufmacher in den Nachrichten, dann erst kommen die Nachrichten aus Panama. Die ersten Berichte von der Invasion erreichen das deutsche Radiopublikum am Morgen des 20. Dezember 1989.
20.000 US-Soldaten sind an der Invasion beteiligt. Doch so schnell wie erhofft, kommen sie nicht zum Ziel. Am Folgetag wird die Lage erstmal unübersichtlich.
Finden am Tag der Invasion mehr als 90 Prozent der US-Bevölkerung die Militäraktion gut und richtig, fängt die Stimmung am zweiten Tag danach bereits an zu kippen.
Noriega gelingt es, an Heilig Abend in die Botschaft des Vatikan in Panama zu fliehen.
Wie es die danach weiterging und die USA mit dem Vatikan stritten, erzählt die Archivradio-Folge „USA verhaften Panamas Machthaber Noriega“. (http://swr.li/noriega)