"Ich lüge nie, auf Ehrenwort" – sagt Russland
"Ich sprech' die Wahrheit immerfort" – sagt England
"Ich rede klar und wahr und grad" – sagt Frankreich
"Ich schweig' und rede durch die Tat" – sagt Deutschland
"Den Krieg, den führ' ich noch fünf Jahr'" – sagt Frankreich
"Ich führ' ihn zehne, das ist klar" – sagt Russland
"Ich führ' ihn zwanzig ganz gewiss" – sagt England
"Ich führ' ihn bis er fertig ist" – sagt Deutschland
"Die Deutschen soll'n in Brüssel sein" – sagt Russland
"Die nahmen längst Antwerpen ein" – sagt England
"Mir scheint, die kriegen immer mehr" – sagt Frankreich
"Ja, Krieg, das kommt von Kriegen her" – sagt Deutschland
"Wir werden siegen, das steht fest" – sagt Russland
"Fest steht, der Deutsche kriegt den Rest" – sagt England
"Fest steht, wir nehmen Elsass ein" – sagt Frankreich
"Fest steht und Freude macht am Rhein" – sagt Deutschland
"Deutschland ist's ärmste Land der Welt" – sagt Russland
"Es hat nicht einen Pfennig Geld" – sagt Frankreich
"Nicht einen Kreuzer, glaubt es mir" – sagt England
"Die Kreuzer hol'n wir uns von dir" – sagt Deutschland
"Wir schlagen Deutschland eh' man's glaubt" – sagt England
"Wir schlagen euch direkt aufs Haupt" – sagt Russland
"Wir schlagen bis das Herz euch bricht" – sagt Frankreich
"Du kennst mein Herz noch lange nicht" – sagt Deutschland
"Wir sind schon halbwegs in Berlin" – sagt Frankreich
"Bald werden wir durch die Linden zieh'n" – sagt England
"Das Kaiserschloss wird unser Sitz" – sagt Russland
"Auf Wiedersehen in Döberitz" – sagt Deutschland
"Barbaren soll'n die Deutschen sein" – sagt Russland
"Die schlagen alles kurz und klein" – sagt Frankreich
"Die haben schon alles klein gekricht" – sagt England
"Bloß seine große Schnauze nicht" – sagt Deutschland
"Wir senden noch 100.000 Mann" – sagt Frankreich
"200 Mil. schick' ich heran" – sagt England
"500 wir, die hau'n euch durch" – sagt Russland
"Wir schicken einen: Hindenburg" – sagt Deutschland
Die Aufnahme in Berlin erfolgte 1915, thematisiert wird der Beginn des Ersten Weltkriegs. Der "Sieger von Tannenberg", Paul von Hindenburg, wiegt im Lied die Millionen Soldaten der anderen Nationen auf, aber weder Russland noch Frankreich sind schon besiegt.
Komponiert wurde das Stück von Max Schröder, Textdichter und Vokalist ist der Komiker und Sänger Otto Reutter (1870 - 1931)
Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)
1914 "Die Serben sind alle Verbrecher" (Lied)
1915 | Auch die Unterhaltungsmusik stand im Ersten Weltkrieg im Zeichen der Propaganda, hier in Form des Liedes "Die Serben sind alle Verbrecher". Komponist war Walter Kollo – der Vater von Willi Kollo und damit Großvater von René Kollo. Es handelt sich um eine Verballhornung von "Die Männer sind alle Verbrecher" aus der Operette "Wie einst im Mai". Der Refrain spricht für sich: "Die Serben sind alle Verbrecher, ihr Land ist ein finsteres Loch. Die anderen sind noch viel frecher, aber Dresche kriegen sie doch."
Der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau Sophie waren am 28. Juni 1914 in Sarajevo vom serbischen Nationalisten Gavrilo Princip ermordet worden. Das Attentat löste die Julikrise aus, die wiederum zum Ersten Weltkrieg führte.
1914 "Die vier Patienten" – Lied zum Kriegsbeginn
1914 / 1915 | Das Lied bildet die Situation der europäischen Mächte vor 1914 aus deutscher Sicht ab. Komponist und Textdichter dieses Liedes sind unbekannt, Sänger ist der Komiker und Sänger Otto Reutter (1870 - 1931). Der Vortragende berichtet von einem Traum, in dem er als Arzt vier Patienten ganz besonderer Art behandelt.
6.8.1914 / 10.1.1918 Kaiser Wilhelm ruft zum Krieg auf
6.8.1914 / 10.1.1918 | Einen Monat nach dem Attentat auf den österreichischen Thronfolger in Sarajevo beginnt der Erste Weltkrieg. Mit der Kriegserklärung von Österreich-Ungarn gegen Serbien war auch Deutschland involviert. Am 6. August 1914 richtet Kaiser Wilhelm einen Aufruf an das deutsche Volk. Wir hören allerdings nicht die Originalrede, denn von der gibt es keine Aufzeichnung. Der Kaiser hat diese Rede aber dreieinhalb Jahre später, also einige Monate vor Kriegsende, nachaufgezeichnet.
Interessant dabei: Es existiert nicht nur die Rede, sondern auch die vorausgegangenen Probeaufnahmen, in denen der Kaiser geübt hat. Im Hintergrund erkennt man die Stimme des Sprachwissenschaftlers Wilhelm Doegen, der den Kaiser bei der Rede unterstützte. So hielt er ihm etwa die Hand in den Rücken, um ihm den richtigen Abstand zum Aufnahmetrichter zu zeigen. Der Kaiser setzt mehrfach an und wird jedesmal energischer.