1915

"... sagt Deutschland" (Lied) – Ein Couplet im Ersten Weltkrieg

Das Couplet wirft prototypische Scheinzitate der großen Kriegsteilnehmer in die Musik. Russland sagt, es lüge nie, England sage immer nur die Wahrheit und Frankreich sei gerade heraus. Deutschland aber schweigt und redet durch die Tat. Das Stück endet mit Truppenstärken, die die anderen Nationen in den Krieg schicken wollen. Deutschland schickt nur einen Namen ins Feld: Hindenburg.

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Von Autor/in ARD Archivradio

"Ich lüge nie, auf Ehrenwort" – sagt Russland
"Ich sprech' die Wahrheit immerfort" – sagt England
"Ich rede klar und wahr und grad" – sagt Frankreich
"Ich schweig' und rede durch die Tat" – sagt Deutschland

"Den Krieg, den führ' ich noch fünf Jahr'" – sagt Frankreich
"Ich führ' ihn zehne, das ist klar" – sagt Russland
"Ich führ' ihn zwanzig ganz gewiss" – sagt England
"Ich führ' ihn bis er fertig ist" – sagt Deutschland

"Die Deutschen soll'n in Brüssel sein" – sagt Russland
"Die nahmen längst Antwerpen ein" – sagt England
"Mir scheint, die kriegen immer mehr" – sagt Frankreich
"Ja, Krieg, das kommt von Kriegen her" – sagt Deutschland

"Wir werden siegen, das steht fest" – sagt Russland
"Fest steht, der Deutsche kriegt den Rest" – sagt England
"Fest steht, wir nehmen Elsass ein" – sagt Frankreich
"Fest steht und Freude macht am Rhein" – sagt Deutschland

"Deutschland ist's ärmste Land der Welt" – sagt Russland
"Es hat nicht einen Pfennig Geld" – sagt Frankreich
"Nicht einen Kreuzer, glaubt es mir" – sagt England
"Die Kreuzer hol'n wir uns von dir" – sagt Deutschland

"Wir schlagen Deutschland eh' man's glaubt" – sagt England
"Wir schlagen euch direkt aufs Haupt" – sagt Russland
"Wir schlagen bis das Herz euch bricht" – sagt Frankreich
"Du kennst mein Herz noch lange nicht" – sagt Deutschland

"Wir sind schon halbwegs in Berlin" – sagt Frankreich
"Bald werden wir durch die Linden zieh'n" – sagt England
"Das Kaiserschloss wird unser Sitz" – sagt Russland
"Auf Wiedersehen in Döberitz" – sagt Deutschland

"Barbaren soll'n die Deutschen sein" – sagt Russland
"Die schlagen alles kurz und klein" – sagt Frankreich
"Die haben schon alles klein gekricht" – sagt England
"Bloß seine große Schnauze nicht" – sagt Deutschland

"Wir senden noch 100.000 Mann" – sagt Frankreich
"200 Mil. schick' ich heran" – sagt England
"500 wir, die hau'n euch durch" – sagt Russland
"Wir schicken einen: Hindenburg" – sagt Deutschland

Die Aufnahme in Berlin erfolgte 1915, thematisiert wird der Beginn des Ersten Weltkriegs. Der "Sieger von Tannenberg", Paul von Hindenburg, wiegt im Lied die Millionen Soldaten der anderen Nationen auf, aber weder Russland noch Frankreich sind schon besiegt.

Komponiert wurde das Stück von Max Schröder, Textdichter und Vokalist ist der Komiker und Sänger Otto Reutter (1870 - 1931)

Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)

1914 "Die vier Patienten" – Lied zum Kriegsbeginn

1914 / 1915 | Das Lied bildet die Situation der europäischen Mächte vor 1914 aus deutscher Sicht ab. Komponist und Textdichter dieses Liedes sind unbekannt, Sänger ist der Komiker und Sänger Otto Reutter (1870 - 1931). Der Vortragende berichtet von einem Traum, in dem er als Arzt vier Patienten ganz besonderer Art behandelt.

4.8.1914 / 22.1.1918 Reichstagspräsident Kaempf: Ansprache zu Beginn des Ersten Weltkriegs

4.8.1914 / 22.1.1918 | Der linksliberale Politiker Johannes Kaempf sah in seiner Rede – wie viele andere deutsche Politiker auch – Deutschland unverschuldet in den Krieg ziehen.

August 1914 Auf der Banke an der Panke (Lied)

August 1914 | Abschied eines Weltkriegsteilnehmers von 1914: "Musikalischer Dialog" eines Soldaten mit seiner Freundin. Er glaubt, in Kürze wieder zurück zu sein, weil der Deutsche den anderen Soldaten überlegen ist.

1914 Genau wie 1870! – Lied zu Beginn des Ersten Weltkrieges

1914 | Umstände und Hintergründe des Ersten Weltkriegs ähneln in diesem Lied sehr dem deutsch-französischen Krieg 1870/71. Am Schluss des Liedes heißt es: "... und das Französchen überjibt sich / jenau wie 1870!"

Erstmals publiziert am
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Autor/in
ARD Archivradio
Cover Podcast Archivradio
Moderator/in
Maximilian Schönherr