Infolge des Reaktorunglücks in der Sowjetunion schuf die Bundesregierung eine neue Behörde: das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.
Erster Bundesumweltminister wurde Walter Wallmann (1932 - 2013) von der CDU; er trat das Amt am 6. Juni 1986 an. Hier ein Interview mit ihm im Hessischen Rundfunk vom 4. Juni 1986, also kurz vor dem Amtsantritt.
Ausstieg aus Kernenergie nicht verantwortbar
Wallmann bekräftigt in dem Interview die Position der CDU, dass ein Ausstieg aus der Kernenergie nicht verantwortbar sei und ein neues Anwerfen von alten Kohlekraftwerken gesundheitliche Schäden bewirken könne.
Sobald es eine neue Energie gebe, die die Kernenergie ersetzen könne und die sicherer, umweltschonender und wirtschaftlicher sei, würde die Union sie einsetzen.
Er plädierte in dieser Position für Nachdenklichkeit und Offenheit bezüglich alternativer Energiequellen. Gleichzeitig wies er die Forderungen nach einem raschen Ausstieg aus der Kernenergie als "unrealistisch" zurück und bezeichnete deutsche Reaktoren wegen ihres Sicherheitsstandards als "verantwortbar".
Reaktorkatastrophe von Tschernobyl
28.4.1986 Das Reaktorunglück in Tschernobyl wird bekannt
28.4.1986 | Am 26. April 1986 explodierte um 1.24 Uhr Ortszeit der Reaktor im Kernkraftwerk Tschernobyl nahe dem Ort Prypjat in der Ukraine.
6.5.1986 Nach der Giftwolke aus Tschernobyl: Was darf man noch essen?
6.5.1986 | Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl war die Verunsicherung groß. Was hat die Giftwolke angerichtet? Kann man bei Regen raus? Den Salat aus dem Garten essen?