Es ist erst die zweite erfolgreiche Mondlandung eines kommerziellen Raumfahrtunternehmens. Nun soll Blue Ghost zwei Wochen lang den Mond untersuchen.
Instrument berechnet Abstand zwischen Mond und Erde
Insgesamt zehn wissenschaftliche Instrumente transportiert Firefly im Auftrag der NASA zum Mond, darunter einen Retroreflektor. So wird eine optische Apparatur genannt, die einen Lichtstrahl zu seinem Ursprung zurück reflektiert - egal aus welchem Winkel der Strahl kommt. Nach dem gleichen Prinzip funktionieren auch Reflektoren, die im Straßenverkehr eingesetzt werden, zum Beispiel an Fahrrädern.
Solche Reflektoren gibt es bereits seit der ersten erfolgreichen Mondlandung mit Apollo 11 im Jahr 1969. Sie werden seitdem zur genauen Entfernungsbestimmung zwischen Erde und Mond eingesetzt. Dafür messen Forschende, wie lange ein Laserpuls von der Erde zum Mond und wieder zurück unterwegs ist - etwa zwei Sekunden.
Mit dem neuen Reflektor an Bord von Blue Ghost soll die Entfernung - die im Schnitt knapp 385.000 Kilometer beträgt - auf weniger als ein Millimeter berechnet werden können.
Untersuchung von Sonnenwinden
Neben einigen weiteren Instrumenten, die Zusammensetzung und Ursprung des Mondes untersuchen sollen, sind auch einige dabei, die ihren Blick Richtung Heimat wenden. LEXI, eine Röntgenkamera, soll das Zusammenspiel von Sonnenwind und Erdmagnetfeld untersuchen. Das kann zwar einerseits schöne Polarlichter auslösen, die immer mal wieder sogar bis Süddeutschland zu sehen sind. Aber starke Sonnenstürme können auch die Funkkommunikation und Stromnetze auf der Erde stören und so zur Gefahr werden.
Europäische Beteiligung an Blue Ghost
Und auch das einzige Instrument mit europäischer Beteiligung schaut zur Erde zurück: Das Lunar GNSS Receiver Experiment, gemeinsam entwickelt von NASA und der italienischen Weltraumagentur ASI, soll auf dem Mond Signale von Erd-Satellitennavigationssystemen empfangen, dem US-amerikanischen GPS und dem europäischen Galileo.
Vor der Landung, in der Umlaufbahn um den Mond, fast 400.000 Kilometer von der Erde entfernt, gelang dies bereits – das ist ein Rekord. Wäre das Experiment auch auf der Oberfläche erfolgreich, könnten solche Navigationssysteme in Zukunft auch zur Navigation auf dem Mond eingesetzt werden.
Mission dauert einen Mond-Tag
Insgesamt soll die Mission etwa zwei Wochen dauern, vom Mondmorgen bis Mondabend und dabei auch Bilder vom Sonnenuntergang auf dem Mond liefern. Bis einige Stunden danach soll Blue Ghost der Strom noch reichen.
Nicht das erste kommerzielle Mondprogramm
Mit dem kommerziellen Mondprogramm der NASA will sich die Raumfahrtagentur auf die Wissenschaft rund um den Mond konzentrieren und sich nicht mit fehleranfälligen Dingen wie Raketenstarts und Mondlandungen beschäftigen. Die werden in dem Programm an private Unternehmen ausgelagert.
Eine zu ungefähr 95 Prozent erfolgreiche Mission gab es in dem Programm schon, als vor gut einem Jahr eine Nova-C-Sonde von Intuitive Machines auf dem Mond landete. Ein Bein knickte nach der Landung um und die Sonde fiel auf die Seite, trotzdem konnten alle wissenschaftliche Instrumente ihre Aufgaben erfüllen.
Nur ein Kunstobjekt, das auf der Mondoberfläche abgelegt werden sollte, wurde durch das Umkippen blockiert und konnte seine Mission nicht erfüllen.