Raumfahrt

Blue Ghost gelandet: Das untersucht die Sonde jetzt auf dem Mond

Am Sonntag, den 2. März, ist die private Sonde Blue Ghost des US-amerikanischen Unternehmens Firefly Aerospace erfolgreich auf dem Mond gelandet. An Bord hat sie insgesamt zehn wissenschaftliche Instrumente.

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Stand

Von Autor/in David Beck

Es ist erst die zweite erfolgreiche Mondlandung eines kommerziellen Raumfahrtunternehmens. Nun soll Blue Ghost zwei Wochen lang den Mond untersuchen.

Jubel im Kontrollraum von Firefly Aerospace. Ihre Sonde Blue Ghost ist erfolgreich auf dem Mond gelandet.
"Wir sind auf dem Mond" - mit diesen Worten bricht am Sonntag Jubel im Kontrollraum aus. Die Sonde Blue Ghost kann ihre Messungen beginnen. NASA/Firefly Aerospace

Instrument berechnet Abstand zwischen Mond und Erde

Insgesamt zehn wissenschaftliche Instrumente transportiert Firefly im Auftrag der NASA zum Mond, darunter einen Retroreflektor. So wird eine optische Apparatur genannt, die einen Lichtstrahl zu seinem Ursprung zurück reflektiert - egal aus welchem Winkel der Strahl kommt. Nach dem gleichen Prinzip funktionieren auch Reflektoren, die im Straßenverkehr eingesetzt werden, zum Beispiel an Fahrrädern. 

Solche Reflektoren gibt es bereits seit der ersten erfolgreichen Mondlandung mit Apollo 11 im Jahr 1969. Sie werden seitdem zur genauen Entfernungsbestimmung zwischen Erde und Mond eingesetzt. Dafür messen Forschende, wie lange ein Laserpuls von der Erde zum Mond und wieder zurück unterwegs ist - etwa zwei Sekunden. 

Mit dem neuen Reflektor an Bord von Blue Ghost soll die Entfernung - die im Schnitt knapp 385.000 Kilometer beträgt - auf weniger als ein Millimeter berechnet werden können. 

Die private Sonde Blue Ghost des US-amerikanischen Unternehmens Firefly Aerospace hat insgesamt zehn wissenschaftliche Instrumente an Bord.
Die private Sonde Blue Ghost des US-amerikanischen Unternehmens Firefly Aerospace hat insgesamt zehn wissenschaftliche Instrumente an Bord. picture alliance/dpa/Firefly Aerospace | Firefly Aerospace

Untersuchung von Sonnenwinden

Neben einigen weiteren Instrumenten, die Zusammensetzung und Ursprung des Mondes untersuchen sollen, sind auch einige dabei, die ihren Blick Richtung Heimat wenden. LEXI, eine Röntgenkamera, soll das Zusammenspiel von Sonnenwind und Erdmagnetfeld untersuchen. Das kann zwar einerseits schöne Polarlichter auslösen, die immer mal wieder sogar bis Süddeutschland zu sehen sind. Aber starke Sonnenstürme können auch die Funkkommunikation und Stromnetze auf der Erde stören und so zur Gefahr werden.

Polarlichter, tags: Blue Ghost Mission Mond Mondlandesonde
Eine Röntgenkamera an Bord der Mondlandesonde Blue Ghost soll das Zusammenwirken von Sonnenwind und Erdmagnetfeld untersuchen, das für Polarlichter sorgt, aber auch Störungen von Funksignalen und Stromnetzen auf der Erde verursachen kann. Krauthöfer

Europäische Beteiligung an Blue Ghost

Und auch das einzige Instrument mit europäischer Beteiligung schaut zur Erde zurück: Das Lunar GNSS Receiver Experiment, gemeinsam entwickelt von NASA und der italienischen Weltraumagentur ASI, soll auf dem Mond Signale von Erd-Satellitennavigationssystemen empfangen, dem US-amerikanischen GPS und dem europäischen Galileo. 

Vor der Landung, in der Umlaufbahn um den Mond, fast 400.000 Kilometer von der Erde entfernt, gelang dies bereits – das ist ein Rekord. Wäre das Experiment auch auf der Oberfläche erfolgreich, könnten solche Navigationssysteme in Zukunft auch zur Navigation auf dem Mond eingesetzt werden. 

Mission dauert einen Mond-Tag

Insgesamt soll die Mission etwa zwei Wochen dauern, vom Mondmorgen bis Mondabend und dabei auch Bilder vom Sonnenuntergang auf dem Mond liefern. Bis einige Stunden danach soll Blue Ghost der Strom noch reichen. 

Nicht das erste kommerzielle Mondprogramm

Mit dem kommerziellen Mondprogramm der NASA will sich die Raumfahrtagentur auf die Wissenschaft rund um den Mond konzentrieren und sich nicht mit fehleranfälligen Dingen wie Raketenstarts und Mondlandungen beschäftigen. Die werden in dem Programm an private Unternehmen ausgelagert.

Eine zu ungefähr 95 Prozent erfolgreiche Mission gab es in dem Programm schon, als vor gut einem Jahr eine Nova-C-Sonde von Intuitive Machines auf dem Mond landete. Ein Bein knickte nach der Landung um und die Sonde fiel auf die Seite, trotzdem konnten alle wissenschaftliche Instrumente ihre Aufgaben erfüllen.

Nur ein Kunstobjekt, das auf der Mondoberfläche abgelegt werden sollte, wurde durch das Umkippen blockiert und konnte seine Mission nicht erfüllen. 

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