Ein Satellitenpaar der europäischen Weltraumagentur ESA hat erstmals im All eine künstliche Sonnenfinsternis erzeugt. Die entstandenen Bilder wurden nun zur Erde geschickt. Die Aufnahmen, die die ESA jetzt veröffentlichte, stammen von den Satelliten der Proba-3-Mission. Sie zeigen die Sonnenkorona – die äußere Atmosphäre der Sonne.
Proba-3: Satelliten der ESA-Mission fliegen im Präzisionsflug
Die beiden Satelliten der europäischen Proba-3-Mission rasen in nur 150 Meter Abstand voneinander um die Erde. Sie sind in der Lage, diesen Abstand Millimeter exakt einzuhalten. Und das für mehrere Stunden. Ein Präzisionsflug, der nun weltweit zum ersten Mal demonstriert wurde. Dabei verdeckt der eine Satellit die Sonne exakt für den anderen. Dadurch sieht dieser eine Sonnenfinsternis.
Künstliche Sonnenfinsternis durch Proba-3 ermöglicht ESA eine bessere Forschung
Sonnenfinsternisse ereignen sich auf der Erdoberfläche nur ein bis zweimal pro Jahr. Und wenn, dann dauern sie nur wenige Minuten. Die ESA will die künstlichen Finsternisse bis zu 50-mal im Jahr erzeugen. Dabei verdeckt der Satellit die Sonne über mehrere Stunden hinweg.
Künstliche Sonnenfinsternis lässt Sonnenkorona sichtbar werden
Bei Sonnenfinsternissen wird die sonst unsichtbare Korona der Sonne erkennbar. Eine äußerst dünne und nur sehr schwach leuchtende Gashülle, die sich weit hinaus ins All erstreckt. Die Korona ist mit einer Millionen Grad viel heißer als die darunter liegende Sonnenoberfläche mit vergleichsweise kühlen 5.500 Grad. Dieser enorme Unterschied ist eines der ungelösten Sonnenrätsel.
Mit Raumsonden und Teleskopen im All und auf der Erde kann man zwar bislang auch schon Daten über die Vorgänge in der Sonnenkorona sammeln – in einem Übergangsbereich zwischen innerer und äußerer Korona ist die Datensammlung aber noch recht dürftig. Das könnte sich durch die künstlichen Sonnenfinsternisse der Proba-3-Mission ändern.