Guyana – Wie ein Naturparadies mit dem Ölboom umgeht
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VonAutor/inJenny Barke | ARD-Studio Mexiko-Stadt
Der kleine Karibikstaat Guyana war lange zweitärmstes Land Südamerikas. Bis der Exxon-Konzern 2015 etwa elf Milliarden Barrel Öl vor der Küste fand – einer der größten Funde der Welt. Jetzt boomt die Wirtschaft und Guyana gilt als potenzieller "Golfstaat Lateinamerikas".
Das Time Magazine hat Guyanas Präsidenten Irfaan Ali 2025 in eine Liste von "The World’s Most Influential Rising Stars" aufgenommen. Seit 2015 Öl gefunden wurde, sind verschiedene Modelle denkbar: Guyana könnte ein neues Norwegen werden und seinen Wohlstand in soziale Strukturen investieren. Oder ein zweites Venezuela, wo der Reichtum Korruption und Instabilität befeuert hat. Oder ein weiteres Nigeria, das unter extremer Umweltzerstörung leidet.
SWRJenny Barke, ARD-Studio Mexiko-Stadt
Ein Paradox: Ein armes Land könnte durch Öl reich werden in einer Zeit, in der die Welt fossile Energien zurückfahren will. Gelingt es nicht, die Milliardengewinne nachhaltig und transparent zu investieren, drohen Korruption, Machtmissbrauch und Ausbeutung der eigenen Bevölkerung.
Vom neuen Reichtum ist in Georgetown bisher wenig zu sehen. Die Hauptstadt Guyanas, in der etwa 100.000 Einwohner des Landes wohnen, wirkt arm. Viele Straßen sind ungepflastert, überschwemmt und verschlammt. Die einst prächtigen Holzhäuschen im Kolonialstil heruntergekommen und modrig. Vom Modell Dubai, das Tourismus und Handel ausgeweitet hat, ist man noch weit entfernt.
SWRJenny Barke, ARD-Studio Mexiko-Stadt
Zusätzlich steht Guyana vor der Aufgabe, seine großen natürlichen Regenwaldflächen zu schützen.