Biologie

Kann es Leben ohne Sauerstoff und Wasser geben?

Teilen

Stand

Von Autor/in Gábor Paál

Leben ohne Sauerstoff ist möglich

Das ist eine spannende Frage, die auch viele Wissenschaftler beschäftigt. Die Antwort, die sie im Moment geben, lautet: Ja, vermutlich ist ein Leben denkbar, das völlig anders funktioniert als das, das wir kennen.

Fangen wir beim Sauerstoff an. Da ist klar, dass es Lebensformen gibt, die ohne Sauerstoff auskommen. Die gibt es heute, nämlich überall dort, wo kein Sauerstoff hinkommt, in Feuchtgebieten oder in tieferen Seen zum Beispiel, wo das Wasser still steht. Da ist ab einer bestimmten Tiefe kein Sauerstoff mehr, aber es gibt dort Bakterien, die ohne Sauerstoff auskommen.

Und man darf nicht vergessen: Die ersten Lebewesen auf der Erde hatten weder grüne Blätter, noch brauchten sie Sauerstoff – im Gegenteil, der Sauerstoff war ein Abfallprodukt und wie ein Gift für sie. Die Pflanzen, aber auch wir Menschen und Tiere, die den Sauerstoff nutzen, kamen erst viel später. Also Leben ohne Sauerstoff und Grün: keine Frage; das gibt es.

Wasser ist essenziell für das Leben, das wir kennen

Wie ist es aber mit dem Wasser? Die große Frage bei den Marsmissionen war immer: Gibt es da flüssiges Wasser? Man weiß heute zumindest, dass es früher welches gab. Und da stellt sich natürlich die Frage: Wenn es Wasser gab, gab es dann dort auch Leben?

Für das Leben, wie wir es kennen, ist Wasser absolut essenziell. Es ist das Lebens-Medium schlechthin, es transportiert Nährstoffe in die Organismen und Giftstoffe aus ihnen hinaus. Die Frage ist: Gibt es einen anderen Stoff, der das genauso könnte? Vielleicht irgendwo, wo es viel kälter ist als bei uns, wo es definitiv kein flüssiges Wasser gibt.

Zum Beispiel hat der Planet Saturn einen Mond, der heißt Titan. Da ist es eiskalt, dort gibt es mit Sicherheit kein flüssiges Wasser. Aber es könnte Seen aus flüssigem Methan geben. Gut möglich, dass es da Lebensformen gibt, bei denen die Quelle des Lebens nicht Wasser, sondern Methan ist.

Lebenswelt auf Basis von Silizium statt Kohlenstoff denkbar

Es geht sogar noch weiter: Der Grundbaustein des Lebens auf der Erde ist der Kohlenstoff. Alles Organische – Eiweiße, Kohlenhydrate, Fette bis hin zu unserem Erbmaterial, der DNA – ist, zumindest das Grundgerüst, aus Kohlenstoffatomen aufgebaut. Kohlenstoff gehört nämlich zu den wenigen Elementen, die so vielseitig sind, dass sie viele hoch komplizierte Gerüste und Strukturen aufbauen können. Es gibt ein weiteres Element, das das theoretisch auch könnte: Silizium. Deshalb halten es manche Biologen für möglich, dass auch eine Lebenswelt auf Siliziumbasis zumindest denkbar ist. Und das in erster Linie auf anderen Planeten.

Es gibt aber auch ernst zu nehmende Forscher, die sagen: Rein theoretisch könnte es diese Lebensformen sogar auf der Erde geben, vielleicht sogar in unserem Körper, nur dass wir sie noch nicht entdeckt haben. Gemeint sind keine grünen Männchen, sondern das könnten Kleinstlebewesen sein, die sich äußerlich kaum von Bakterien unterscheiden lassen. Wenn die aber völlig anders funktionieren würden als das Leben, das wir kennen, wäre es gar nicht so leicht, die unter all den anderen Organismen ausfindig zu machen.

Biologie Warum besteht das Leben aus Kohlenstoff?

Von den 118 chemischen Elementen gehören nur 6 zu den Bausteinen, aus denen sich Lebewesen zusammensetzen: Wasserstoff, Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Phosphor und Schwefel. Von Claudia Neumeier | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.

Umwelt Kaffee oder Tee – welches Getränk hat die bessere Ökobilanz?

Vergleicht man eine Tasse Tee mit einer Tasse Kaffee, dann ist die Ökobilanz des Tees mindestens drei- bis viermal besser. Schaut man sich zum Beispiel den Flächenverbrauch an, dann schneidet die Herstellung von Tee deutlich besser ab. Von Gábor Paál | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.

Physik Warum fließen Flüsse wie der Rhein auch in der Ebene schnell?

In Mannheim fließt der Rhein zügig mit 6 bis 7 km/h, also schneller als ein flotter Fußgänger. Gefälle ist aber keins zu erkennen. Woran liegt's?

Meteorologie Warum wirken Wolken oft wie "unten abgeschnitten"?

Wenn die Luft in einem größeren Gebiet gleichmäßig aufsteigt und gleich feucht ist, beginnt auch die Wolkenbildung jeweils in der gleichen Höhe. Was passiert da genau? Von Gábor Paál | Dieser Beitrag steht unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.

Geoökologie Stickstoff – Ein Element verändert die Welt

Ohne die Stickstoff-Chemie wäre der Erste Weltkrieg zwei Jahre früher zu Ende gewesen. In den Meeren gäbe es aber auch weniger Todeszonen.

Das Wissen SWR Kultur