Der Vogel mit Federhaube fliegt Loopings zur Balzzeit
„Kie-wit“ – sein Ruf hat dem Kiebitz seinen Namen eingebracht. Außerdem fällt der etwa taubengroße Vogel auf durch die schwarze Federholle auf dem Kopf – eine Art Haube mit langen Zipfeln.
Er fliegt Loopings, fliegt auch teilweise auf dem Rücken. Die Flügel sind sehr breit am Rande. Das sieht so ein bisschen aus, als hätte er große Waschlappen als Flügel. Die schlägt er dann durch die Luft. Das ist wirklich ein Naturschauspiel, die Kiebitze beim Balzflug zu beobachten.
Beschützt Küken durch Schauspieltalent vor Feinden
Showtalent beweist der Wiesenbrüter auch, wenn er versucht, einen Fressfeind von seinen Küken abzulenken, die sich bei Gefahr dicht an den Boden drücken.
Wenn beispielsweise ein Fuchs unterwegs ist, flattert der ausgewachsene Kiebitz vor dem Fuchs herum und stellt sich krank, flügellahm gewissermaßen. Und so lockt er den Fuchs als vermeintlich leichte Beute von seinen Jungen weg. Wenn der Fuchs dann weit genug von den Jungvögeln weggelockt ist, fliegt der Kiebitz einfach davon.
Kiebitz leidet unter intensiver Landwirtschaft und Klimawandel
Früher war der Kiebitz häufig zu sehen, aber die Trockenlegung von Feuchtwiesen und eine intensivere Landwirtschaft haben dem Vogel massiv zu schaffen gemacht, so der NABU.
Heute sind die Bestände dermaßen zusammengebrochen, auf weniger als 10% der ursprünglichen Bestände. Er ist einer der Vögel, um die wir uns große Sorgen machen. Er ist akut vom Aussterben bedroht, sowohl in Baden-Württemberg als auch in Rheinland-Pfalz.
In Baden-Württemberg gebe es noch etwa 300 bis 400 Brutpaare, in Rheinland-Pfalz gehen Fachleute aktuell von rund 100 Brutpaaren aus. Heute kommt der Vogel bei uns zum Beispiel noch am Oberrhein, in Teilen von Rheinhessen und im Raum Tübingen vor.
Als Bewohner von feuchten Landschaften hat der Kiebitz auch unter dem Klimawandel zu leiden – denn Feuchtgebiete trocknen schneller aus als früher.
Es gibt aber sehr schöne Projekte, wo man auch versucht, den Vögeln zu helfen. Zum Beispiel, indem man mit Wasserbüffeln beweidet. Diese Büffel graben und wühlen auch – und sorgen immer wieder für kleinere feuchte Stellen, wo die Vögel dann gut Nahrung suchen können.
Dem NABU zufolge könnte außerdem die Renaturierung von Feuchtwiesen und Mooren den Rückgang der Art aufhalten.
Was dem Kiebitz laut NABU auch helfen kann: ökologisch und regional erzeugte Lebensmittel zu kaufen und so eine pestizidfreie, strukturreiche Landwirtschaft zu fördern - damit man den Vogel wieder öfter hört.