Biologie

Stimmt es, dass Haare und Nägel nach dem Tod weiterwachsen?

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Von Autor/in Kathrin Yen

Haut und Gewebe vertrocknen an der Luft

Diese Phänomene treten durch die postmortalen Veränderungen auf. Es sieht dann so aus, als würden Haare und Nägel weiterwachsen.

Hautzellen überleben tatsächlich noch einige Stunden nach dem Tod, weil sie zu den weniger sauerstoffabhängigen Geweben gehören. Aber es ist nicht so, dass da noch irgendetwas sichtbar wachsen würde.

Was aber sehr wohl passiert: Wenn eine Leiche offen liegt und ein Luftzug da ist, kommt es relativ schnell dazu, dass die Haut und die Gewebe zu vertrocknen beginnen. Das betrifft vor allem die Fingerendglieder, aber auch die Nasenspitze oder die Lippen, die vertrocknen. Und wenn die Fingerkuppen schrumpfen, bekommt man den optischen Eindruck, die Nägel würden länger. Oder wenn jemand Bartstoppeln trägt und das Gesicht Flüssigkeit verliert, dann sieht es aus, als ob die Bartstoppeln länger werden.

Veränderungen beim Mikrobiom und der Genexpression noch nach dem Tod

Nach dem Tod passieren aber auch Dinge, die sehr faszinierend sind. So gibt es zum Beispiel Änderungen des Mikrobioms, also der Gesamtheit der Bakterien nach dem Tod. Und auch die Genexpression in den Zellen funktioniert noch einige Stunden nach dem Tod. Es gibt aktuelle Studien, wonach immer noch genetische Prozesse am Laufen sind. Und es gibt erste Ansätze, diese Veränderungen oder diese Abläufe zu nutzen, um die Todeszeitschätzung zu verbessern.

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