Evolutionstechnisch sind Finger- und Zehennägel ein Überbleibsel von entfernten Vorfahren, die noch Krallen zum Klettern hatten. Schon bei den Primaten haben sie sich aber zu abgeflachten Nägeln entwickelt, die wir so ähnlich heute immer noch haben. Auch wenn wir nicht mehr mit ihnen klettern: Ohne sie zu leben würde auch kein Spaß machen.
Schutz der empfindlichen Zehen- und Fingerkuppen
Sie schützen nämlich immer noch unsere empfindlichen Finger- und Zehenkuppen vor Stößen und Verletzungen. In denen sind nämlich viele empfindliche Nerven- und Sinneszellen, damit wir gut tasten und Berührungen wahrnehmen können.
Ohne den Schutz der Nägel wären viele Handgriffe unangenehm. Und immer, wenn wir uns stoßen, würde nicht der Nagel den Stoß abfangen, sondern im ärgerlichsten Fall würden wir direkt die Nerven verletzen.
Nägel geben Stabilität und unterstützen die Feinmotorik
Außerdem geben die Nägel uns zusätzlich Stabilität, um beim Laufen nicht das Gleichgewicht zu verlieren und Dinge besser greifen zu können.
Die uns nahen Menschenaffen nutzen ihre kurzen Nägel zudem für feinmotorische Aufgaben, wie das Festhalten von Ästen oder das Entfernen von Zecken. Ähnlich wie bei unseren Fingernägeln helfen dort die Zehennägel, die Gegenstände besser zu fühlen und festzuhalten. Sie sind also auch Werkzeuge.
Amerikanische Forscher haben Skelette von Urprimaten gefunden, die schon vor fast 56 Millionen Jahren Fingernägel hatten. Das ist besonders, weil die Primaten damals noch auf Bäumen lebten. Die Forscher gehen davon aus, dass sich die Nägel gleichzeitig mit den Fingerkuppen entwickelt haben. Die waren im Vergleich zu den Fingern vorher so feinfühlig und gut von den Nägeln geschützt, dass die Urprimaten damit wahrscheinlich Äste sicherer greifen und damit geschickt klettern konnten.
Ohne Finger- und Zehennägel könnten wir also weder Dinge gut fühlen, noch sicher gehen und balancieren. Doch auch wenn der Schutz sehr gut ist: Auf beiden Seiten der Fingerkuppe einen Nagel zu haben, würde nicht funktionieren. Denn dann könnten wir gar nichts mehr mit unseren Fingerkuppen fühlen.
Runter von den Bäumen – ran an die Nagelscheren!
Interessanterweise wachsen unsere Finger- und Zehennägel immer noch ständig weiter, was auch eine Erinnerung an unsere Vorfahren mit Krallen ist. Denn damals wurden die Krallen durch das Klettern so stark abgenutzt, dass ständig neue Krallen produziert werden mussten.
Natürlich nutzen wir Menschen unsere Nägel heute nicht mehr so stark ab, weshalb regelmäßig die Nagelschere zum Einsatz kommen muss.
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