Gelegentliche Albträume
Albträume sind etwas, was jeder Mensch in der Kindheit, Jugend oder im jungen Erwachsenenalter schon mal erlebt hat. Die meisten Menschen hatten schon einmal Albträume. Wir unterscheiden dann zwischen den gelegentlichen und häufigen Albträumen. Ersteres kommen bei Kindern tatsächlich häufiger vor.
Das liegt daran, dass das Grundgefühl oder das Grundthema des Albtraums Hilflosigkeit ist – gerade was den Umgang mit Ängsten angeht. Und das ist etwas, was die Kinder im Laufe ihrer psychischen Entwicklung lernen: Wenn ich Angst habe, nicht die Mutter zu rufen, was eben kleine Kinder machen. Das ist für kleine Kinder sinnvoll, aber mit zunehmendem Alter lernen sie: „Okay, ich habe Angst. Was mache ich denn jetzt?“
Albtraum: emotional übersteigerte Angst
Der Albtraum ist praktisch die emotional übersteigerte Version von „Angst“. Im Albtraum, hat man so sehr Angst, dass man aufwacht. Man versucht, die komplette Situation durch Aufwachen zu vermeiden. Wenn das Kind im Wachzustand lernt, dass Angst haben unangenehm ist und wie es mit dieser umgehen kann (durch Freunde), dann nehmen diese gelegentlichen Albträume auch ab. Das heißt: Kinder haben mehr gelegentliche Albträume als Erwachsene.
Häufige Albträume
Aber wir unterscheiden noch eine weitere Gruppe mit häufigen Albträumen. Das sind Personen, die eine Veranlagung haben, besonders sensibel und kreativ zu sein. Fünf Prozent der Kinder und Erwachsenen gehören zu dieser Gruppe. Bei ihnen ergibt es auch tatsächlich Sinn, aktiv mit den Albträumen zu arbeiten. In Form einer Albtraum-Therapie, Intervention oder eine Technik zum Umgang mit Albträumen zu lehren. Dadurch können sie mit dieser negativen Seite ihrer sonst positiven Veranlagung besser zurechtkommen.
Technik zum Umgang mit Albträumen
Diese Technik kann man selbst einfach anwenden: Es geht praktisch darum, Albträume positiv zu Ende zu denken. Diesen Personen kann so etwas besonders gut gelingen, weil sie eine gute Vorstellungskraft haben: Im Wachzustand müssen sie an Albträume denken und sich vorstellen, was sie dagegen machen können. Zum Beispiel: Da läuft ein riesiges Monster hinter mir her. Weglaufen ist eine schlechte Strategie. Was könnte ich sonst machen? Umdrehen? Oder starke Helfer suchen? Das heißt: Aktiv mit diesen Bildern arbeiten und den Traum fertig denken.
Wenn man das regelmäßig macht, dann verändern sich die Albträume. Das Traum-Ich, also die Person, die den Traum erlebt, fängt an, diese Strategien umzusetzen. Zum Beispiel: Weglaufen funktioniert nicht, also mache ich etwas anderes.
Man kann Albträume also recht gut angehen, wenn man sich aktiv mit den Ängsten beschäftigt und überlegt, wie sich diese Angst bewältigen lässt.
Psychologie Sind Träume wichtig?
Ob träumen wichtig ist, das wissen wir gar nicht, weil jeder Mensch jede Nacht träumt – ob es wichtig ist oder nicht. Das Gehirn als biologische Maschine ist während des Schlafes nicht abgeschaltet. Es ist anders aktiviert als während des Wachzustands, hat auch andere Aufgaben als im Wachzustand. Aber es ist nicht abgeschaltet – so wie das Herz ja auch die ganze Nacht durchschlägt. Von Michael Schredl | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
Gesundheit Schlafstörungen bei Vollmond – gibt es die wirklich?
Vor ein paar Jahren Jahren wurde eine Studie gemacht, bei der wir im Nachhinein Zehntausende Versuchsschlafnächte, die wir im Labor hatten, noch mal ausgewertet haben. Dabei haben wir keine Veränderungen in der Schlafdauer, der Schlaftiefe, der Art der REM-Schlaf- und Tiefschlafperioden gefunden. Das heißt: Es kann möglicherweise einen Effekt geben. Aber wenn, ist der sehr klein. Von Albrecht Vorster | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
Gesundheit Wie viel Schlaf braucht der Mensch?
Es klingt banal: Wir brauchen so viel Schlaf, dass wir ausgeschlafen sind. Kinder brauchen mehr Schlaf und im Alter nimmt der Schlafbedarf tendenziell ab. Von Albrecht Vorster | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
Biologie Warum schlafen wir nicht mit offenen Augen?
Geschlossene Augen halten die Hornhaut feucht. Aber es gibt noch weitere Gründe. Von Gábor Paál | http://swr.li/offene-augen-schlaf | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
Psychologie Was ist ein Klartraum?
Klarträume oder luzide Träume, im Englischen lucid dreams, werden als Träume definiert, in denen man während des Traums weiß, dass man träumt. Man hat also die normale Traumwelt, wie man sie kennt. Von Michael Schredl | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
Gesundheit Welche Folgen hat es, wenn man jahrelang schlecht schläft?
Es ist wichtig, dass Insomnien, also Ein- und Durschschlafprobleme, behandelt werden, weil sie auch andere Erkrankungen nach sich ziehen können, zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber viel wichtiger: auch Depressionen. Von Albrecht Vorster | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.