"Brennen" ist das falsche Wort für das, was auf der Sonne passiert. Verbrennung wäre ein chemischer Prozess, bei dem bestimmte Atome mit Sauerstoff reagieren und sich verbinden. Dabei wird Energie frei, aber die Masse als solche – die Atome und somit die Materie – bleiben erhalten. Wenn z.B. Wasserstoff verbrennt, verbindet er sich mit Sauerstoff, daraus entsteht Wasser. Aber es sind hinterher noch genauso viele Sauerstoff- und Wasserstoffatome wie vorher.
Wasserstoffatome fusionieren zu Heliumatom
Auf der Sonne dagegen passiert etwas ganz anderes. Dort verschmelzen kleine Atome zu neuen, großen Atomen. Konkret: Jeweils vier Wasserstoffatome fusionieren zu einem Heliumatom. Jedesmal wird dabei ein Hundertstel der ursprünglichen Masse in Energie umgewandelt.
Wir wissen von Albert Einstein, dass Masse auch eine Form von Energie ist. Das heißt: Bei Umwandlung von einem Gramm Wasserstoff in Helium entsteht eine Energie von 180.000 Kilowattstunden. Wie gesagt, bei einem Gramm. Es sind aber 6 Milliarden Tonnen Wasserstoff, die die Sonne in Helium umgewandelt, und das Sekunde für Sekunde. Dadurch entsteht im Inneren der Sonne diese Hitze, die wir uns gar nicht vorstellen können: 15 Millionen Grad. Dagegen sind die 6.000 Grad an der Sonnenoberfläche vergleichsweise wenig.
Wird die Kernfusion auf er Sonne irgendwann enden?
In etwa fünf Milliarden Jahren geht der Wasserstoffvorrat allmählich zur Neige. Je mehr Wasserstoff zu Helium verschmilzt, desto mehr dehnt sich die Sonne aus. Dann bläht sie sich auf zu einem sogenannten "roten Riesen" – 150 Mal so groß wie heute. Die Erde ist bis dahin längst unbewohnbar. Der Druck im Inneren der Sonne ist in der Zwischenzeit so groß geworden, dass die Helium-Atome ihrerseits weiter miteinander zu noch größeren Atomen verschmelzen, nämlich zu Kohlenstoff und Sauerstoff.
Am Ende wird aus der Sonne ein Weißer Zwerg
Wenn dann auch das Helium aufgebraucht ist, fällt die Sonne in sich zusammen und endet in 8 Milliarden Jahren als Weißer Zwerg. Sie wird dann etwa so groß sein wie die Erde heute, aber ein würfelzuckergroßes Stück dieses Weißen Zwerges würde 2 Tonnen wiegen.
Das ist das typische Ende eines durchschnittlichen Sterns, wie die Sonne einer ist.
Weltall Wie heiß ist die Sonne?
Im Unterschied zur Erde ist die Sonne ein gewaltiger Fusions-Reaktor. Unter dem riesigen Druck in ihrem Inneren verschmelzen ständig Wasserstoffatome zu Helium.
Raumfahrt Warum werden Missionen zum Mars geplant und nicht zur Venus – die liegt doch näher?
Der Mars ist zwar weiter weg, aber viel attraktiver für die Raumfahrt. Denn mit Kälte kommen Raumsonden besser zurecht als mit der Hitze und dem Druck auf der Venus. Von Gábor Paál | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
Wetter Warum sind Juli und August am heißesten, obwohl die Sonne im Juni am steilsten steht?
Die Hitzewelle kommt, gemessen am Sonnenstand, erst mit einer gewissen Zeitverzögerung. Das liegt vor allem am Westwind und am Meer. Von Gábor Paál | Dieser Beitrag steht unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
Raumfahrt Ist die Außenhaut von Raumfahrzeugen im All heiß oder kalt?
Es wird definitiv heiß, und das ist wirklich ein Problem, auch für die ISS. Der Stress wirkt auf die Bauteile ein, denn sie werden auf der einen Seite erhitzt, aber auf der Schattenseite, der Nachtseite der Erde, kühlt das Material aus. Dadurch treten Temperaturspannungen auf. Das führt dazu, dass man solche Raumfahrzeuge nicht ewig betreiben kann. Zusammen mit der kosmischen Strahlung und kleinen Staub- und Schrottteilchen, die durchs All fliegen und auf das Material einwirken, beschränken diese Temperaturunterschiede die Haltbarkeit. Von Uwe Gradwohl | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.
Inka Haben Inka und Maya wirklich Astronomie betrieben?
Man kann mit großer Sicherheit sagen, dass die alten amerikanischen Völker astronomische Experten waren. Wie nutzten sie ihr Wissen? Von Albert Meyers