Fische ruhen an ruhigen Stellen mit geringer Strömung
Wenn Forellen schlafen, suchen sie im Fluss ruhige Stellen auf – Unterstände, wo die Strömung nahezu null ist. Das kann in kleinen Nischen sein oder auch nahe am Boden des Flusses, wo die Strömung sehr viel geringer ist als nahe an der Oberfläche.
Deshalb ist es wichtig, dass bei der Renaturierung von Flüssen dafür gesorgt wird, dass solche ruhigen Unterstände vorhanden bleiben. Die Fische können dort ruhen, ohne weggetrieben zu werden.
Zebrafische: Sekundenschlaf schützt vor weitem Abdriften
Es gibt aber offenbar noch einen anderen Mechanismus, auf den mich der Fischwissenschaftler Robert Arlinghaus vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie aufmerksam gemacht hat: Man hat bei Zebrafischen festgestellt, dass die nicht nur nachts schlafen, sondern auch tagsüber kurze Schlafphasen haben, die oft nur ein paar Sekunden dauern und dann abgelöst werden von Phasen mit sehr hoher Aktivität. Der Schlaf ist also ein Sekundenschlaf und so kurz, dass die Fische nicht weit verdriftet werden können.
Bei Zebrafischen sind die Brustflossen auch im Schlaf aktiv
Außerdem hat man beim Zebrafisch festgestellt, dass die Brustflossen auch im Schlaf aktiv sind – zumindest aktiv genug, dass die Fische die Stellung halten können.
Bei den Forellen ist das weniger gut erforscht, aber der Zebrafisch wird in der Wissenschaft sehr häufig benutzt, um allgemeine Mechanismen bei Fischen zu erforschen. Insofern ist zu vermuten, dass es bei der Forelle ähnlich sein wird.
Wie schaffen es die Fische, sich zu orientieren und ihre Position zu halten?
Fische haben ganz andere Sinnesorgane als wir. Sie können sich optisch sehr gut orientieren und verfügen über ein eigenes Sinnesorgan, das sogenannte Seitenlinienorgan. Das heißt so, weil es wie ein Kanal ist, der sich an der Seite des Fisches entlang zieht und mit dem sie extrem gut feinste Strömungsunterschiede erfassen können.
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